10 Medienhäuser auf dem Prüfstand

Unternehmen
10 well informed companies

Auch wenn die Informationsbranche derzeit eine schwierige Phase durchläuft, schlagen sich einige Medienhäuser auffallend gut. Andere halten zumindest durch. Hier unsere Auswahl an Unternehmen, die man im Auge behalten sollte.

Fox Corporation: Der konservative Sender

GRÜNDUNG: 2019
SITZ: NEW YORK (US)
BESCHÄFTIGTE: 10'500
UMSATZ 2026: USD 17,13 MRD.
STOCK EXCHANGE: → FOXA

«Donald Trumps Lieblingssender», so wird der 24-Stunden-Nachrichtensender Fox News oft beschrieben, auch wenn sich der US-Präsident in den letzten Jahren offenbar von ihm abgewandt hat und stattdessen noch konservativere Sender wie das One America News Network bevorzugt. Hinter Fox News steht die Fox Corporation, deren Geschäftsbereich Fox News Media eine Vielzahl von Medien betreibt, so Fox News Channel, Fox Business Network, Fox News Digital, Fox News Podcasts, Fox News Audio und Fox News Books. Das Unternehmen lässt sich nicht auf die Welt der klassischen Medien beschränken.

Im April 2020 erwarb Fox beispielsweise für 440 Mio. Dollar Tubi, ein auf das Streaming audiovisueller Inhalte spezialisiertes Unternehmen. Und im Juni 2026 kündigte Fox die Übernahme von Roku, einem Pionier im Bereich TV-Streaming, für 22 Mrd. Dollar an.

Der Abschluss dieser Transaktion wird für das erste Halbjahr 2027 erwartet. Es geht dabei um weltweit 100 Millionen Haushalte, die mit Roku verbunden sind, dessen firmeneigene Daten sowie eine gestärkte Präsenz auf dem Werbemarkt für Smart-TV. Laut Fox würde das Fox-Roku-Konsortium damit langfristig zum drittgrössten Akteur im amerikanischen Fernsehen, gemessen am Zuschaueranteil. Diese digitale Offensive stützt sich auf ein solides Geschäft: Fox hat im letzten Quartal erneut die Erwartungen der Wall Street übertroffen, was insbesondere auf das Wachstum von Tubi sowie auf die Sparten Nachrichten und Live-Sport zurückzuführen ist. Im Jahresvergleich hat die Aktie der Fox Corporation um mehr als 15 Prozent zugelegt. Die Bewertung der Analysten bleibt insgesamt positiv.

News Corp: Der Wall-Street-Riese

GRÜNDUNG: 2013
SITZ: NEW YORK (US)
BESCHÄFTIGTE: 21'700
UMSATZ 2026: USD 9,03 MRD.
STOCK EXCHANGE: → NWSA

Die Ära der Kooperationen zwischen KI-Plattformen und Medienunternehmen hat nun richtig begonnen. Im März 2026 unterzeichnete der Meta-Konzern eine Vereinbarung mit News Corp, um die journalistischen Inhalte des Medienkonzerns zum Trainieren seiner KI-Modelle nutzen zu können. Diese Inhalte sollen auch als Grundlage für die Antworten dienen, die News Corp seinen Nutzern im Bereich KI anbietet. Das Unternehmen, zu dem renommierte Titel wie «The Wall Street Journal», «Barron's», «MarketWatch», «Financial News», «New York Post», «The Times» und «The Sun» gehören, erhält gemäss dieser Vereinbarung jährlich bis zu 50 Mio. Dollar.

Das ist kein Novum für den US-Medienkonzern. Bereits im Jahr 2024 hatte News Corp eine ähnliche Vereinbarung mit OpenAI, dem Entwickler von ChatGPT, unterzeichnet. Deren Wert wurde auf 250 Mio. Dollar über einen Zeitraum von fünf Jahren geschätzt.

«Wir sind davon überzeugt, dass diese historische Vereinbarung im digitalen Zeitalter neue Massstäbe in Sachen Wahrhaftigkeit, Integrität und Wert setzen wird», freute sich damals Robert Thomson, Geschäftsführer von News Corp. Vor dem Hintergrund schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen für die Medien hat diese Art von Vereinbarung den Vorteil, dass sie journalistischen Inhalten wieder mehr Wert verleiht und der Informationsbranche eine neue Einnahmequelle erschliesst. Doch auch wenn die Summen hoch erscheinen mögen, sind sie für News Corp, das im Geschäftsjahr 2026 einen Umsatz von neun Mrd. Dollar erzielte, nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Im Jahresvergleich ist der Aktienkurs des Unternehmens relativ stabil (-1 Prozent). Die Analysten, die die Aktie beobachten, empfehlen mehrheitlich den Kauf. Weitere Vereinbarungen könnten folgen: Anfang August gab News Corp bekannt, sich in Gesprächen mit mehreren anderen Unternehmen zu befinden.

Newsmax: Die kleine Schwester von Fox News

GRÜNDUNG: 1998
SITZ: BOCA RATON (US)
BESCHÄFTIGTE: 500
UMSATZ 2025: USD 189,3 MIO.
STOCK EXCHANGE: → NMAX

Zu schnell, zu hoch: So wie einst Ikarus hat sich der Medienkonzern Newsmax die Flügel verbrannt. Nach dem Börsengang am 31. März 2025 zu einem Kurs von zehn Dollar pro Aktie schoss der Titel rasch in die Stratosphäre und wurde am 1. April mit bis zu 265 Dollar gehandelt – mehr als das 26-Fache des Kurses beim Börsengang. Auf ihrem Höhepunkt überstieg die Marktkapitalisierung von Newsmax sogar kurzzeitig die des traditionsreichen Nachrichtenriesen Fox Corporation – nicht schlecht für einen 1998 gegründeten Medienkonzern. Doch nach nur anderthalb Jahren landete Newsmax wieder auf dem Boden der Tatsachen: Der Aktienwert lag Mitte August bei nur rund zehn Dollar.

Der zwischenzeitliche Börsenrausch ist weniger auf die Fundamentaldaten von Newsmax zurückzuführen als auf die Marktmechanismen. Der Börsengang umfasste nur 7,5 Millionen Aktien, also knapp 6 Prozent des Kapitals, was angesichts der Nachfrage von Käufern, die insbesondere von der Nähe des Senders zu Donald Trump angezogen wurden, zu einem extrem geringen Streubesitz führte.

Abendstunden von etwa 58'000 vor der Wahl auf 568'000 in der darauffolgenden Woche. Donald Trump, der damals Fox News offen kritisierte, warb parallel dazu für Newsmax und gewährte dem Sender mehrere Interviews.

Die Nähe zu Trump besteht nicht erst seit gestern. Der 2014 gegründete TV-Sender Newsmax verfolgt eine ultrakonservative Redaktionslinie. Wie die Konkurrenten One America News Network (OAN) oder Real America's Voice näherte sich Newsmax TV nach der Präsidentschaftswahl 2020 den Trump-Wählern an, weigerte sich mehrere Wochen lang, den Sieg von Joe Biden anzuerkennen, und verbreitete die vonseiten des Präsidenten und dessen Verbündeten vorgebrachten Theorien über Wahlbetrug. Diese Strategie bescherte dem Sender daraufhin einen spektakulären Zuschauerzuwachs: Laut Nielsen stieg die Zuschauerzahl in den

Bevor Newsmax den Sprung ins Fernsehen wagte, hatte sich der Sender bereits auf mehreren Plattformen etabliert, darunter insbesondere die Website Newsmax.com und die gedruckte Monatszeitschrift «Newsmax Magazine». Dennoch liegen die Zuschauerzahlen des Senders nach wie vor deutlich unter denen der US-amerikanischen Kabelriesen wie Fox News, MS NOW (ehemals MSNBC) oder CNN. Auch die Rentabilität ist weiterhin fragil. 2025 verzeichnete Newsmax bei einem Umsatz von 189,3 Mio. Dollar einen Verlust von 99,5 Mio. Dollar, der grösstenteils auf eine gerichtliche Vergleichszahlung in Höhe von 79 Mio. Dollar zurückzuführen war. Seitdem hat sich die Lage jedoch verbessert: Im zweiten Quartal 2026 erzielte der Konzern einen Nettogewinn von 2,9 Mio. Dollar. Die beiden von der Wirtschaftszeitung «Barron's» aufgeführten Analysten empfehlen den Kauf der Aktie mit einem durchschnittlichen Kursziel von 18,50 Dollar.

Relx: Fachinformationen

GRÜNDUNG: 1993
SITZ: LONDON (GB)
BESCHÄFTIGTE: 37'000
UMSATZ 2025: GBP 9,59 MRD.
STOCK EXCHANGE: → REL

Neben dem deutschen Verlag Springer Nature ist der britische Konzern Relx (bis 2015 Reed Elsevier) der zweite Gigant im Bereich der Wissenschaftsverlage. Das Unternehmen gibt unter anderem die renommierten Fachzeitschriften «The Lancet» und «Cell» heraus. Wissenschaftliche und medizinische Inhalte mechten 2025 jedoch nur 28 Prozent der Einnahmen des Unternehmens aus. Relx ist zudem in den Bereichen Rechtsinformationen (19 Prozent) und Risikoanalyse (36 Prozent) sowie in der Veranstaltungsorganisation (12 Prozent) tätig, wie etwa der Mipcom in Cannes, der weltweit grössten Zusammenkunft von Fachleuten aus den Bereichen TV, Streaming und audiovisuelle Inhalte. Auch wenn diese Aktivitäten zunächst durch KI bedroht schienen, haben sich die Meinungen nun geändert.

Goldman Sachs, das Anfang Juni 2026 die Berichterstattung über das Unternehmen mit einer Kaufempfehlung («BUY») aufgenommen hatte, war der Ansicht, dass Relx zu Unrecht zu den Verlierern der KI gezählt worden sei. Denn das Unternehmen hat mehrere KI-basierte Tools auf den Markt gebracht, wie beispielsweise Lexis+ AI, einen Chatbot für Juristen. Zudem hat das Unternehmen den Printbereich nahezu aufgegeben, der im ersten Halbjahr 2026 nur 3,2 Prozent des Umsatzes ausmachte. Im Jahr 2000 waren es noch 64 Prozent und 2010 25 Prozent. Auch die Ergebnisse sprechen für sich: Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz auf bereinigter Basis um 7 Prozent und das bereinigte Betriebsergebnis um 9 Prozent. Analysten plädieren einmütig für «Kaufen» der Aktie, die bis Mitte August innerhalb eines Jahres rund 30 Prozent an Wert verloren hat.

Roularta: Der Belgier im Rampenlicht

GRÜNDUNG: 1954
SITZ: ROESELARE (BE)
BESCHÄFTIGTE: 1'200
UMSATZ 2025: EUR 301,5 MIO.
STOCK EXCHANGE: → ROU

Auch wenn die Roularta Media Group (RMG) international nicht sehr bekannt ist, gilt sie in Belgien doch als Institution, ähnlich wie die TX Group (Tamedia) in der Schweiz. Roularta wurde 1954 gegründet und hat sich als Marktführerin im Zeitschriftenbereich auf dem flachen Land sowie als grösster unabhängiger Zeitschriftenverlag in den Niederlanden etabliert, mit Titeln wie der Wochenzeitschrift «Le Vif». Die Gruppe hält zudem 50 Prozent an Mediafin, dem Herausgeber der Tageszeitung «L'Echo» und der Wochenzeitschrift «L'Investisseur». Insgesamt besitzt Roularta mehr als 30 Zeitschriften samt den dazugehörigen Websites.

Leider verzeichnet das Unternehmen, wie das gesamte Pressewesen, einen Rückgang der Printverkäufe und einen Einbruch der Werbeeinnahmen. 2025 erzielte Roularta einen Umsatz von 301,5 Mio. Euro, was einem Rückgang von 5,9 Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht. Dieses Minus ist hauptsächlich auf den Werbemarkt zurückzuführen, der im Jahresvergleich um 9,9 Prozent schrumpfte, wobei die Gratispresse in Belgien einen besonders starken Einbruch verzeichnete. Vor diesem Hintergrund verkaufte Roularta im November 2024 seine letzten deutschen Zeitschriften («G-Geschichte», «Plus Magazin» und «Frau im Leben»), um sich auf Belgien und die Niederlande zu konzentrieren. Bereits 2015 hatte sich das Unternehmen aus dem französischen Markt zurückgezogen und seinen Pariser Geschäftsbereich veräussert, zu dem vor allem die Titel «L'Express» und «Mieux vivre votre argent» gehörten.

«Wir haben Projekte für die nächsten fünf Jahre in der Pipeline, die ausschliesslich darauf abzielen, unsere Position auf dem Leser- und Werbemarkt zu verteidigen. Danach kann Wachstum folgen. Zunächst müssen wir jedoch eine Phase hoher Investitionen durchlaufen, die die Gewinne belasten wird. Das erfordert Durchhaltevermögen, doch die Börse hat diese Geduld einfach nicht», erklärte CEO Xavier Bouckaert 2025 auf der Website des Unternehmens. Im Jahresvergleich hatte die Aktie bis Mitte August 13 Prozent ihres Werts verloren. Derzeit wird der Titel von keinem Analysten beobachtet.

Springer Nature: Der Wissenschaftsverlag

GRÜNDUNG: 2015
SITZ: BERLIN (DE)
BESCHÄFTIGTE: 10'000
UMSATZ 2025: EUR 1,9 MRD.
STOCK EXCHANGE: → SPG

Für einen Forscher ist es eine Auszeichnung, in der Fachzeitschrift «Nature» veröffentlichen zu dürfen. «Nature» erschien erstmals 1869 und ist seither eine renommierte Referenz in der Scientific Community. Die Zeitschrift gehört zur deutschen Springer-Nature-Gruppe, die 2015 aus dem Zusammenschluss der Bildungs- und Wissenschaftszweige der Verlage Macmillan und Springer entstanden ist. Springer Nature zählt zu den weltweit führenden Verlagen in den Bereichen Forschung, Gesundheit und Bildung mit mehr als 3'000 Fachzeitschriften, vor allem im Nature-Portfolio und bei BMC (BioMed Central).

Im Jahr 2025 wurden 539'000 wissenschaftliche Beiträge veröffentlicht. Das 2024 an der Frankfurter Börse kotierte Unternehmen verzeichnete seit dem Handelsstart Mitte August einen Kursrückgang von rund 16 Prozent. Dies schreckt die Analysten jedoch nicht ab: Sie empfehlen mehrheitlich den Kauf der Aktie. Das Unternehmen könnte mit seinen riesigen Archiven vom Boom der künstlichen Intelligenz (KI) profitieren. Springer Nature vermarktet mit «Nature Navigator» bereits ein KI-Tool, mit dem wissenschaftliche Literatur analysiert und wichtige Trends ermittelt werden können. Parallel dazu entwickelt der Konzern eine Reihe neuer KI-Tools, die Forschern die Arbeit erleichtern sollen, darunter «Nature Research Assistant», das sich noch in der Beta-Phase befindet. Für das erste Halbjahr 2026 gab das Unternehmen einen Umsatz von 939,8 Mio. Euro (ein Anstieg um 6,2 Prozent auf bereinigter Basis) und einen Nettogewinn von 101,3 Mio. Euro bekannt. Das Unternehmen hat zudem seine Wachstumsprognosen angehoben.

The New York Times Company: Die grosse Ausnahme

GRÜNDUNG: 1851
HAUPTSITZ: NEW YORK (US)
BESCHÄFTIGTE: 6'000
UMSATZ 2025: USD 2,62 MRD.
STOCK EXCHANGE: → NYT

 

Diese Anlage wird als letzter Börsenschachzug in der Ära Warren Buffett in die Geschichte eingehen: Kurz bevor das «Orakel von Omaha» am 31. Dezember 2025 seinen Rückzug antrat, investierte sein Unternehmen Berkshire Hathaway 350 Mio. Dollar in die «New York Times». Eine überraschende Entscheidung, wenn man bedenkt, dass Warren Buffett 2013 beim Verkauf der «Washington Post» an Jeff Bezos noch darauf verzichtet hatte, sie zu kaufen, und dass er bereits 2019 die meisten Zeitungen als «zum Scheitern verurteilt» bezeichnete. Doch die «New York Times» zählte er schon damals zu den wenigen Ausnahmen. Im Gegensatz zur gesamten Branche befindet sich die Tageszeitung aus dem Big Apple in bester Verfassung. Getragen vom Erfolg ihrer digitalen Abonnements und einem erweiterten Angebot in den Sparten Spiele, Sport, Kochen und Empfehlungen zählte der Konzern im zweiten Quartal 2026 stolze 13,35 Millionen Abonnenten.

Im zweiten Quartal 2026 stiegen die Abonnementerlöse (digital und Print) im Vergleich zum Vorjahr um 11,7 Prozent und die Werbeeinnahmen um 11,3 Prozent. Insgesamt stiegen die Einnahmen des Unternehmens im zweiten Quartal 2026 um 11,2 Prozent auf 762 Mio. Dollar. Diese guten Ergebnisse spiegeln den aussergewöhnlichen Ruf der «New York Times» wider, die als eine, wenn nicht sogar als die weltweite Referenz gilt. Der Konzern treibt zudem seine Entwicklung im Bereich des Videojournalismus voran. Vor allem basiert das Geschäftsmodell nun auf Abonnements statt auf Werbung. Der Leser zahlt nicht mehr nur für Artikel, sondern für ein Pauschalangebot, das auch Zugang zu Spielen, Kochrezepten und Sportinformationen bietet – eine Strategie, die die Kundenbindung fördert. Der Konzern verfügt zudem über einen Preisspielraum, indem er bestimmte Abonnenten schrittweise von Sonderangeboten auf höhere Preisstufen umstellt.

Neben der unverzichtbaren Tageszeitung «The New York Times» sowie deren internationaler Ausgabe «The New York Times International Edition» und den dazugehörigen Websites (NYTimes.com) besitzt das Unternehmen Medienressourcen wie das Podcast-Produktionsstudio «Serial Productions» oder die Website für Sportnachrichten «The Athletic».

Angesichts der Bedrohung durch künstliche Intelligenz hat sich die New York Times Company für den Widerstand entschieden. Seit 2023 führt der Konzern vor Gericht ein Verfahren gegen OpenAI und Microsoft, denen er vorwirft, Millionen seiner Artikel gestohlen zu haben, um damit ChatGPT und Copilot zu trainieren.

Parallel dazu unterzeichnete die Zeitung im Juni 2025 einen mehrjährigen Vertrag mit Amazon, dessen Wert nicht bekannt gegeben wurde. Innerhalb eines Jahres legte die Aktie der «New York Times» bis Mitte August um fast 10 Prozent zu, und eine Mehrheit der Analysten empfiehlt den Kauf der Aktie.

Thomson Reuters: Die zeitlose Agentur

GRÜNDUNG: 2008
SITZ: TORONTO (CA)
BESCHÄFTIGTE: 27'100
UMSATZ 2025: USD 7,476 MRD.
STOCK EXCHANGE: → TRI

Mehr als 27'000 Mitarbeitende, darunter 2'600 Journalistinnen und Journalisten, und ein Umsatz von 7,5 Mrd. Dollar: Der Thomson-Reuters-Konzern ist heute einer der weltweiten Giganten der Informationsbranche. Er gilt wie Bloomberg als eine Institution für Finanznachrichten.

Dieser Ruf als unverzichtbarer Partner für Wirtschaftsakteure reicht bis zu den Anfängen des Unternehmens in den 1850er-Jahren zurück. Zu dieser Zeit kam Paul Julius Reuter, ein Einwanderer deutscher Herkunft, nach Grossbritannien. Sein Ziel: Börsenkurse und Nachrichten so schnell wie möglich zwischen London und Paris zu übermitteln. Dabei profitierte die junge Agentur, die zu Beginn noch eine Flotte von 200 Brieftauben einsetzte, von einem technologischen Durchbruch: dem Telegrafen. Im November 1851 wurde das erste Unterseekabel zwischen England und dem Kontinent – von Calais nach Dover – für die Öffentlichkeit freigegeben. Reuters übermittelte damals als erste Agentur auf diesem Weg die jeweils aktuellen Börsenkurse zwischen London und Paris. Der Erfolg war überwältigend, und die Agentur gewann den Ruf, exklusive Informationen schnell zu verbreiten.

Immer wieder prägten Scoops die Geschichte von Reuters. So war die Agentur beispielsweise die erste in Europa, die 1865 die Ermordung des US-Präsidenten Abraham Lincoln verbreitete. Auch wenn der Erfolg von Reuters untrennbar mit der Entwicklung transkontinentaler Telegrafenverbindungen verbunden ist, hat sie sich im Laufe des 20. Jahrhunderts stets an das Aufkommen neuer Technologien angepasst. In den 1960er-Jahren war sie eine der ersten Agenturen, die Finanznachrichten per Computer übermittelten, und Ende der 1990er-Jahre etablierte sich das Unternehmen als Marktführer im Bereich der Online-Nachrichten. 2008 fusionierte Reuters dann mit dem kanadischen Softwareanbieter Thomson Corporation.

Heute steht der Konzern, mit der Fusion in Thomson Reuters umbenannt, vor einem weiteren Umbruch: der künstlichen Intelligenz. Wie viele der Softwarehersteller ist das Unternehmen dadurch an den Märkten unter Druck geraten. Im Jahresvergleich hat die Thomson-Reuters-Aktie 40 Prozent ihres Werts eingebüsst, doch die Mehrheit der Analysten empfiehlt den Kauf der Aktie, da die firmeneigenen Inhalte und Daten des Konzerns im KI-Zeitalter weiterhin einen hohen Wert behalten dürften. Das Unternehmen könnte sogar davon profitieren, denn seit der Fusion mit Thomson – damals bereits einer der Marktführer im Bereich der professionellen und Unternehmenssoftware – treibt der Konzern die Entwicklung in diesem Bereich durch die Entwicklung KI-gestützter Produkte voran. Im zweiten Quartal belief sich der Umsatz auf 1,95 Mrd. Dollar, was einem Anstieg von 9 Prozent gegenüber 1,8 Mrd. Dollar im zweiten Quartal 2025 entspricht.

TX Group: Der Marktführer in der Schweiz

GRÜNDUNG: 1893
SITZ: ZÜRICH (CH)
BESCHÄFTIGTE: 3'000
UMSATZ 2025: CHF 873,1 MIO.
STOCK EXCHANGE: → TXGN

Sie ist eine Schweizer Institution: Die TX Group (bis 2020 unter dem Namen Tamedia bekannt) wurde 1893 mit der Gründung des «Tages-Anzeigers» ins Leben gerufen und hat sich als grösster privater Medienkonzern der Schweiz etabliert. Das Portfolio umfasst zahlreiche renommierte Zeitungen, darunter «Finanz und Wirtschaft», «Basler Zeitung», «Tribune de Genève», «24 heures», «Bilanz» sowie die «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche». Doch der Rückgang der Printverkäufe und der Einbruch der Werbeeinnahmen setzen dem Geschäftsmodell des Unternehmens seit mehreren Jahren zu. Im Jahr 2025 verzeichnete die TX Group einen Umsatzrückgang von 7,3 Prozent gegenüber 2024. Bereits im Vorjahr war der Umsatz um 4,2 Prozent gesunken.

Ausserhalb des journalistischen Bereichs gelang es dem Unternehmen in den letzten Jahren, sich zu diversifizieren – unter anderem durch die Werbeagentur Goldbach, die sich nun auf Aussenwerbung sowie den Vertrieb von Werbung im Fernsehen, im Radio und im Internet konzentriert, aber auch durch seine Beteiligung an der Jobbörse JobCloud sowie durch Mehrheitsbeteiligungen an Doodle und Zattoo.

Die TX Group bleibt zudem Hauptaktionärin der SMG Swiss Marketplace Group – Eigentümerin der Plattformen ImmoScout24, AutoScout24, Homegate, Ricardo und tutti.ch –, an der sie heute 31,14 Prozent des Kapitals hält. Die Gruppe wurde am 19. September 2025 an die Börse (SIX Swiss Exchange) gebracht.

Das Ergebnis: Während der Umsatz der TX Group tendenziell rückläufig ist, hat sich die operative Rentabilität verbessert. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern ist auf 38,8 Mio. Franken gestiegen und hat sich damit mehr als verdoppelt (+103,8 Prozent). Die entsprechende Marge verbesserte sich innerhalb nur eines Jahres von 2,0 Prozent auf 4,4 Prozent.

Ausgezahlt hat sich eine «strikte Kostenkontrolle», so der Konzern, die insbesondere durch die Schliessung des Druckstandorts in Bussigny im März 2025 und die Einstellung der Printausgabe von «20 Minuten» Ende 2025 gekennzeichnet war. Im Jahresvergleich hat die Aktie des Konzerns 30 Prozent ihres Werts verloren. Nur wenige Analysten beobachten den Titel. Sie schwanken zwischen «Halten» und «Kaufen».

USA Today Co.: Die US-Tageszeitung

GRÜNDUNG: 1906
HAUPTSITZ: NEW YORK (US)
BESCHÄFTIGTE: 9'500
UMSATZ 2025: USD 2,3 MRD.
STOCK EXCHANGE: → TDAY

Als grösster Zeitungsverlag der Vereinigten Staaten verfügt das Unternehmen USA Today Co. (bis November 2025 Gannett) über zahlreiche renommierte Titel, darunter die überregionale Tageszeitung «USA Today» sowie regionale Tageszeitungen wie die «Detroit Free Press», «The Indianapolis Star» oder «The Cincinnati Enquirer». Insgesamt gab das Unternehmen im Jahr 2025 fast 300 Printzeitungen heraus. Das Problem: Die Verkaufszahlen dieses Formats gehen zurück. «USA Today», mit 89’200 Exemplaren die viertgrösste Tageszeitung in den USA, verzeichnete beispielsweise im Jahr 2025 einen Rückgang der Auflage um 13,8 Prozent gegenüber 2024. Die anderen Titel der Gruppe folgen dem gleichen Trend, so etwa «The Arizona Republic» (-19 Prozent) und der «Milwaukee Journal Sentinel» (-14,8 Prozent).

Um sich zu behaupten, kann USA Today Co. auf die Nutzer der Websites ihrer Titel zählen, die 2025 durchschnittlich mehr als 180 Millionen Unique Visitors pro Monat verzeichneten. Doch obwohl der digitale Bereich mittlerweile 46 Prozent des Umsatzes des Unternehmens ausmacht, gingen die Einnahmen in diesem Segment im vergangenen Jahr um 4,3 Prozent zurück. Das Ergebnis: 2025 erzielte die USA Today Co. einen Umsatz von 2,30 Mrd. Dollar, gegenüber 2,51 Mrd. im Jahr zuvor (-8 Prozent) und 2,66 Mrd. im Jahr 2023. 

Angesichts dieses langsamen Rückgangs muss das Unternehmen zusätzliche Einnahmequellen erschliessen. Im Dezember 2025 unterzeichnete man daher eine mehrjährige Vereinbarung mit dem Meta-Konzern. Das Unternehmen von Mark Zuckerberg kann nun die journalistischen Inhalte der USA Today Co. nutzen, um die Antworten von Meta AI auf aktuelle Fragen seiner Nutzer zu erstellen. Das hat die Anleger überzeugt: Im Jahresvergleich verzeichnete die USA-Today-Aktie Mitte August einen Anstieg von 69 Prozent. Auch wenn sich nicht alle Analysten über das weitere Vorgehen einig sind, so empfiehlt doch eine Mehrheit den Kauf der Aktie.

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