Von Ludovica SCOTTO DI PERTA
Veröffentlicht am Fri, 09.01.2026 - 00:00
Glencore und Rio Tinto verhandeln wieder über einen möglichen Zusammenschluss, durch den der weltgrösste Bergbaukonzern entstehen könnte. Glencore bestätigte einen Artikel der Financial Times, die berichtet hatte, dass Glencore sich in vorläufigen Verhandlungen mit Rio Tinto über die Zusammenlegung einiger oder aller Geschäftsbereiche der beiden Unternehmen befinde. Wie die in der Schweiz ansässige Glencore mitteilte, könnte die Fusion über einen Aktientausch vollzogen werden. Es werde erwartet, dass Rio Tinto mit Sitz in Grossbritannien und Australien, Glencore im Rahmen eines gerichtlich genehmigten Vergleichsplans übernehmen werde, teilte Glencore mit. Glencore hat Daten von Factset zufolge eine Marktkapitalisierung von etwa 67,44 Milliarden US-Dollar. Rio Tinto ist an der Börse etwa 145,32 Milliarden Dollar wert. Im Jahr 2014 hatte Rio Tinto ein Fusionsangebot von Glencore abgelehnt.
In einem überwiegend schwächelnden internationalen Börsenumfeld hat sich der schweizerische Aktienmarkt am Donnerstag vergleichsweise gut gehalten. Der SMI gewann 0,2 Prozent auf 13.351 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich zwölf Kursgewinner und acht -verlierer gegenüber. Umgesetzt wurden 19,53 (Vortag: 24,06) Millionen Aktien. Logitech fielen mit einem Minus von 5,1 Prozent auf. Im Handel hiess es, BNP Paribas habe die Aktie auf "Neutral" von "Outperform" abgestuft. Daneben hatten die Analysten der UBS ihr Kursziel gesenkt, dabei die Kaufempfehlung für die Aktie aber bekräftigt. Die UBS hält die Trends bei Computerspielen zwar für intakt, sieht aber das Risiko eines schwächeren Wachstums des PC-Segments im laufenden Jahr. Verkauft wurden auch Konjunkturzykliker wie ABB (-3,1%) oder Kühne + Nagel (-2,5%). Unter den SMI-Schwergewichten verloren Nestle weitere 0,2 Prozent. Die Titel des Nahrungsmittelkonzerns stehen seit Tagen unter Druck, nachdem Nestle potenziell mit Bakterien belastete Babynahrung zurückgerufen hat. Novartis gewannen 0,1 Prozent und Roche 0,4 Prozent. Die am Vortag abverkauften Versicherungsaktien zeigten sich erholt. Swiss Life, Swiss Re und Zurich gewannen bis zu 0,9 Prozent. Bei der UBS (+1,4%) gewann Händlern zufolge wieder die Hoffnung auf weniger strenge Kapitalanforderungen die Oberhand.
Europa
Die europäischen Aktienmärkte haben nach einem Start im Plus am Donnerstag wenig verändert den Handel beendet. Der DAX trat mit 25.127 Punkten nahezu auf der Stelle, nachdem er am Vormittag mit 25.218 Punkten erneut auf ein Rekordhoch geklettert war. Der Euro-Stoxx-50 verlor 0,3 Prozent auf 5.904 Punkte. Geopolitische Spannungen im Zusammenhang mit Venezuela und Grönland belasteten das Sentiment für Aktien leicht, zudem lieferte die langsam startende Berichtssaison erste Erkenntnisse über das Schlussquartal 2025. Nachdem die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe am Nachmittag keine neuen Erkenntnisse lieferten wird nun auf den US-Arbeitsmarktbericht für Dezember am Freitag gewartet. Kräftige Kursverluste gab es bei den Aktien der Arbeitsmarktdienstleister nach einer negativen Einschätzung von Jefferies zur Branche. Für Randstad halbierten die Analysten fast ihr Kursziel, die Aktien fielen um 2,6 Prozent. Jefferies hat die Titel zudem von "Buy" auf "Underperform" abgestuft. Für Hays ging es 5,5 Prozent und für Adecco um 3,7 Prozent abwärts. Beide Titel wurden von "Hold" auf "Underperform" gesenkt. Die Analysten sehen noch kein Erreichen der Talsohle in der Branche und rechnen mit anhaltendem zyklischem Gegenwind. Sowohl die Unternehmensgewinne als auch die Aktienbewertungen dürften fallen. Besonders bei Randstadt halten sie die Konsenschätzungen für zu optimistisch. Erneut beflügelte die Nachricht über einen möglichen Interessenten die Aktie von Puma. Im Handel wurde auf einen Reuters-Bericht verwiesen, dass die chinesische Anta Sports die Beteiligung des Grossaktionärs Pinault kaufen wolle. "Unklar ist, ob Pinault sich auf dem aktuellen Niveau trennen will", so ein Händler. Puma schlossen 8,6 Prozent höher, Adidas folgten mit plus 2,8 Prozent.
USA
Die negative Tendenz an der Wall Street hat sich auch am Donnerstag fortgesetzt. Damit weitet sich die Verschnaufpause nach der jüngsten Rekordjagd aus. Der Dow-Jones-Index und der S&P-500 hatten zwar zur Wochenmitte erneut Allzeithochs markiert, doch im Anschluss hatten die Indizes den Rückwärtsgang eingelegt. Am Donnerstag ging es für den Dow-Jones-Index um 0,6 Prozent auf 49.266 Punkte nach oben, gestützt von deutlichen Kursgewinnen bei Home Depot, Sherwin-Williams und Nike, doch der S&P-500 schloss kaum verändert. Der Nasdaq-Composite büsste 0,4 Prozent ein. An der Nyse wurden 1.916 (Mittwoch: 997) Kursgewinner gesehen. Ihnen standen 839 (1.751) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 61 (88) Titel. Das Defizit in der US-Handelsbilanz ist im Oktober nur halb so gross wie erwartet gewesen. Es betrug nach vorläufigen Berechnungen 29,35 Milliarden Dollar nach revidiert 48,14 (vorläufig: 52,83) Milliarden im Vormonat. Volkswirte hatten mit einem Passivsaldo von 58,40 Milliarden Dollar gerechnet. Die Produktivität ex Agrar traf mit einem Plus von 4,9 Prozent im dritten Quartal exakt die Prognose. Applied Digital kletterten um 8,1 Prozent. Der bereinigte Gewinn des Anbieters von KI-Infrastruktur übertraf im zweiten Geschäftsquartal die Erwartungen, der Umsatz hat sich etwa verdreifacht. Constellation Brands stiegen um 5,4 Prozent. Der Getränke-Hersteller meldete einen niedrigeren Quartalsumsatz und -gewinn, da die Kunden, vor allem hispanische Verbraucher, weiterhin weniger Bier kaufen. Die Ergebnisse übertrafen jedoch die Markterwartungen. Abbvie hat Berichte über Verhandlungen zur Übernahme des Krebsmedikamenten-Spezialisten Revolution Medicines zurückgewiesen. Während sich Abbvie 4 Prozent tiefer zeigten, stiegen Revolution Medicines um 4,6 Prozent.
Asien
Angeführt von der Börse in Tokio geht es am Freitag an den Aktienmärkten in Ostasien überwiegend nach oben. Nachdem der Nikkei-225-Index an den Vortagen unter Gewinnmitnahmen und Handelssanktionen Chinas im Zuge der Spannungen zwischen beiden Staaten wegen der Machtansprüche Chinas über Taiwan gelitten hat, kann er sich nun um 1,4 Prozent erholen auf 51.816 Punkte. Unterstützend wirkt dabei der etwas schwächere Yen, wodurch sich japanische Exporte auf Dollarbasis verbilligen.
Obligationen
Auch die Renditen am US-Anleihemarkt erholten sich wieder, nachdem die Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe auf einen soliden Arbeitsmarkt hingedeutet hatten, wie Händler sagten. Auch das überraschend geschrumpfte Handelsbilanzdefizit habe das Interesse an Anleihen gedämpft. Die Rendite zehnjähriger Titel verbesserte sich um 5 Basispunkte auf 4,19 Prozen
Analyse
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