Von Ludovica SCOTTO DI PERTA
Veröffentlicht am Fri, 06.02.2026 - 00:00
Amazon verbuchte im vierten Quartal einen Umsatz von 213,4 Milliarden US-Dollar und damit einen Tick mehr, als Analysten im Konsens mit 211,4 Milliarden prognostiziert hatten. Die Entwicklung war auf ein solides Weihnachtsgeschäft und ein starkes Wachstum im Geschäft mit Rechenzentren zurückzuführen. Die Erlöse von Amazon Web Services (AWS) stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent auf 35,6 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn pro Aktie betrug 1,95 Dollar verglichen mit der Konsensschätzung der Wall Street von 1,97 Dollar. Der Nettogewinn für den Zeitraum betrug 21,2 Milliarden Dollar und entsprach damit in etwa den Analystenerwartungen von 21,1 Milliarden. Der Handelsriese veranschlagt Umsätze für das laufende Quartal zwischen 173,5 Milliarden und 178,5 Milliarden Dollar. Der Konzern erhöht seine Ausgaben im Bereich der künstlichen Intelligenz. Das Unternehmen gab an, dass es für das Jahr 2026 Investitionsausgaben von 200 Milliarden US-Dollar erwarte - eine Steigerung von 56 Prozent auf Jahressicht, da das Unternehmen die Ausgaben für Projekte im Bereich der künstlichen Intelligenz beschleunigt. Die Aktien fielen im nachbörslichen US-Handel in einer ersten Reaktion um 9,4 Prozent.
In einem schwachen Marktumfeld in Europa hat sich der schweizerische Aktienmarkt am Donnerstag erneut wacker geschlagen. Die am Vortag noch gefragten defensiven Roche (-0,5%) zählten nun mit Gewinnmitnahmen zu den Verlierern. Nach dem Vortagesabsturz ging die Talfahrt bei der UBS (-2,2%) weiter, nachdem Mittelabflüsse der US-Vermögensverwaltung die Geschäftszahlen überschattet hatten. Im Finanzsektor sanken Partners Group um 3,4 Prozent. Nach der Hausse von Clariant am Vortag drückten nun Gewinnmitnahmen den Kurs um 0,1 Prozent. Die Gesellschaft besitzt Anteile an der Stahl Group, die an die deutsche Henkel verkauft wird. Nach einem positiven Analystenkommentar durch die UBS kletterten Implenia um 0,7 Prozent. Swiss Prime Site stiegen nach Geschäftsausweis um 0,8 Prozent.
Europa
Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag im Minus geschlossen. Zunächst lieferten am Morgen eine Reihe von Unternehmen mit Geschäftsberichten Impulse, dann bestätigten am Mittag die Bank of England sowie die Europäische Zentralbank, wie erwartet, den Leitzins. Der DAX verlor 0,5 Prozent auf 24.491 Punkte. Mit einem Abschlag von 6,5 Prozent stellten Rheinmetall den Tagesverlierer im DAX. Der Rüstungskonzern hatte einen sogenannten Pre-Close-Call abgehalten. Wie Berenberg anmerkte, wurde für das laufende Jahr ein Umsatz von 13,6 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Dieser liege rund 12 Prozent unter der Marktschätzung. Der Euro-Stoxx-50 beendete den Tag 0,7 Prozent tiefer bei 5.926 Punkten. An den Anleihemärkten ging es leicht nach oben, am Devisenmarkt notierte der Euro mit rund 1,18 Dollar kaum verändert. Ein Blick auf die zuletzt sehr volatilen Edelmetalle zeigte, dass Silber schon wieder 16 Prozent tiefer umgesetzt wurde. Gold handelte dagegen 2,5 Prozent im Minus. Ansonsten setzte die Berichtssaison Akzente. Aus dem Bankensektor legten BBVA sowie BNP Paribas Geschäftszahlen vor, der Branchenindex notierte deutliche 3,3 Prozent im Minus. BNP Paribas (+1,1%) habe positiv überrascht, der Gewinn im vierten Quartal habe 5 Prozent über dem Konsens gelegen, gestützt durch bessere Erträge und eine bessere Risikovorsorge, so die Jefferies-Analysten. BBVA stürzten dagegen um 8,8 Prozent ab. Die Zahlen für die Türkei und Südamerika hätten die Schätzungen aber verfehlt, merkten Marktakteure an.
USA
Die US-Börsen haben am Donnerstag an die Vortagesabgaben angeknüpft. Denn die Verunsicherung mit Blick auf die Softwarebranche dauert an, der Branchenindex im S&P-500 gab weitere 1,7 Prozent ab. Eine Erholung vom Absturz des Sektors in den vergangenen Tagen war nicht in Sicht. Auslöser war das KI-Unternehmen Anthropic, das ein Zusatzmodell für seinen Chatbot Claude vorgestellt hatte, das auch juristische Aufgaben übernehmen kann. Am Markt sah man dadurch das Geschäftsmodell der Anbieter von Software-as-a-Service gefährdet. Der Dow-Jones-Index büsste 1,2 Prozent auf 48.909 Punkte ein, S&P-500 und der technologielastige Nasdaq-Composite verloren 1,2 bzw. 1,6 Prozent. Die Zahl der Kursgewinner an der Nyse wurde mit 887 (Mittwoch: 1.593) angegeben, die der -verlierer mit 1.881 (1.144). Unverändert schlossen 53 (75) Titel. Nach zuletzt schwachen ADP-Daten sendete der Arbeitsmarkt erneut Zeichen der Schwäche. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren deutlicher als veranschlagt gestiegen und lieferten damit Spielraum für mögliche Zinssenkungen. Zudem sank die Zahl der offenen Stellen im Dezember auf das tiefste Niveau seit 2020 - die Kündigungen stiegen auf ein Sechsmonatshoch. Die eigentlich für Freitag geplante Veröffentlichung des offiziellen Arbeitsmarktberichts für Januar war wegen des Haushaltsstreits auf Mittwoch verschoben worden. Unternehmensseitig hatte die Google-Mutter Alphabet mit den Viertquartalszahlen die Markterwartungen übertroffen. Kritisch sahen Anleger aber die Investitionspläne des Unternehmens. Die Aktie fiel daher um 0,5 Prozent. Qualcomm stürzten um 8,5 Prozent ab. Der Chiphersteller hatte zwar im ersten Geschäftsquartal besser abgeschnitten als erwartet, mit der Umsatzprognose für das laufende Quartal jedoch die Konsenserwartung verfehlt. Nvidia (-1,4%) hatte Vertreter der US-Regierung gewarnt, dass die kürzlich veröffentlichten Vorschriften für Chip-Exporte nach China zu streng seien und zu Lasten der Nachfrage gehen könnten.
Asien
Kein einheitliches Bild präsentiert am Freitagmorgen der Blick auf die asiatischen Aktienmärkte. Leicht grüne Vorzeichen gibt es in Tokio, hier profitieren die Chip- und Maschinenexporteure allerdings von einem schwächeren Yen. Die japanische Währung tendierte zunächst leichter, nachdem ein hochrangiger Vertreter der Bank of Japan signalisierte, dass die Normalisierung der Geldpolitik "zeitnah und angemessen" voranschreiten werde.
Obligationen
Die Notierungen der US-Anleihen zeigten sich fester. Die Zehnjahresrendite verlor mit den schwachen Arbeitsmarktdaten 8 Basispunkte auf 4,20 Prozent.
Analyse
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