Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Mon, 09.02.2026 - 00:00
Roche hat neue Ergebnisse aus einer zulassungsrelevanten Studie zu dem experimentellen Medikament Fenebrutinib am Fachkongress Actrims in Kalifornien vorgelegt. So verlangsamte der Wirkstoff bei Patienten mit primär progressiver Multipler Sklerose (PPMS) das Fortschreiten der Behinderung mindestens ebenso wirksam wie die bisher einzige zugelassene Roche-Therapie Ocrevus. Fenebrutinib senkte das Risiko einer Verschlechterung der Behinderung um 12 Prozent gegenüber Ocrevus, wie Roche am Samstagabend mitteilte. Erste Unterschiede zeigten sich bereits nach 24 Wochen, wie aus den Daten der FENtrepid-Studie hervorgeht. Besonders deutlich war der Vorteil bei der Funktion der oberen Extremitäten, wo sich das Risiko einer Verschlechterung um 26 Prozent verringerte.
Nachdem der schweizerische Aktienmarkt zwei Tage lang den europäischen Börsen mit Rekordständen vorausgeeilt war, hinkte er am Freitag hinterher. Der SMI gewann 0,3 Prozent auf 13.512 Punkte. Unter den zyklischen Titeln erfreuten sich im Bausektor Holcim (+2,9%) und Amrize (+4,6%) Zuspruchs unter Anlegern - ABB legten um 0,7 Prozent zu. UBS weiteten die Verluste um weitere 0,1 Prozent nach negativen Analystenkommentaren aus. Siemens Mobility und Stadler haben von den Dänischen Staatsbahnen einen Auftrag von rund 3 Milliarden Euro erhalten - Stadler zogen um 2,6 Prozent an. Die Vorbereitung für einen der womöglich grössten Börsengänge in Europa seit Jahren nahmen Fahrt auf. Nach Informationen von Bloomberg haben die Eigner des Fahrstuhl- und Rollentreppenspezialisten TK Elevator Banken für die wichtigsten Rollen bei einem IPO des Unternehmens in Frankfurt ausgewählt. Die Wettbewerbertitel von Schindler verloren 0,7 Prozent. Geschäftsausweise legten unter anderem Vontobel (+3,7%), EMS-Chemie (-1,2%) und LEM (+16%) vor.
Europa
Nach einer bewegungsreichen Woche hat der europäische Aktienmarkt am Freitag mit Aufschlag geschlossen. Der DAX schloss 0,9 Prozent auf 24.721 Punkte fester, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 1,2 Prozent auf 5.998 Punkte nach oben. Eine faustdicke Überraschung lieferte Stellantis, die Aktien brachen um rund 25 Prozent ein. Der Jeep-Hersteller gab bekannt, dass er im Rahmen einer Abkehr von Elektrofahrzeugen nun Belastungen in Höhe von rund 22,2 Milliarden Euro verbuchen wird. Für Bechtle ging es um 9,5 Prozent nach unten. Aus dem Handel hiess es, dass die Geschäftszahlen an sich so ein hohes Minus nicht rechtfertigten. Nach einem positiven Analystenkommentar ging es für Renk um 5,4 Prozent nach oben. Rheinmetall erholten sich von den Abgaben vom Vortag und legten um 2,1 Prozent zu. Die Aktie von Siemens Healthineers (-2,8%) wurde zum Wochenausklang "ex Dividende" in Höhe von einem Euro gehandelt. Novo Nordisk legten um 5,3 Prozent zu, nachdem das Unternehmen rechtliche und regulatorische Schritte gegen Hims & Hers angekündigt hatte. Die Ergebnisse der Societe Generale für das vierte Quartal dürften nicht ausreichen, um eine weitere Outperformance der Aktie zu rechtfertigen, urteilten die Analysten Thomas Hallett und Andrew Stimpson von Keefe, Bruyette & Woods. Die Aktie fiel um 2,2 Prozent. Orsted kamen auf ein Plus von 3,5 Prozent. Die Dänen hatten ihre Jahresprognosen bestätigt und zeigten sich weiter zuversichtlich. Siemens Energy gewannen 4,2 Prozent und waren Tagesgewinner im DAX.
USA
Nach einer dreitägigen Talfahrt ist die Wall Street mit einer Rally und Rekordständen am Freitag durchgestartet. Der Dow-Jones-Index zog um 2,5 Prozent auf 50.116 Punkte an und markierte Allzeithochs. S&P-500 und Nasdaq-Composite kletterten um 2,0 bzw. 2,2 Prozent. Philip Morris drehten 0,4 Prozent ins Plus. Der Tabakkonzern hatte im vierten Quartal 2025 einen höheren Gewinn verzeichnet und prognostizierte für die kommenden Jahre weiteres Wachstum. News Corp (-6,4%) übertraf mit ihren Umsätzen die Erwartungen. Der Nettogewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen sank aber um 21 Prozent, im Vorjahreszeitraum waren Gewinne aus einem Verkauf von Vermögenswerten enthalten. Die Titel des US-Telemedizinanbieters Hims & Hers Health fielen um 2 Prozent. Novo Nordisk und die US-Gesundheitsbehörde FDA wollen gegen das Unternehmen vorgehen, weil diese Nachahmerprodukte im Bereich Abnehmmedikamente vermarktet - ohne offenbar dafür eine Zulassung zu besitzen. Eli Lilly zogen um 3,6 Prozent an - der Pharmakonzern ist im Bereich Gewichtsreduktion sehr aktiv und dürfte profitieren, sollte Hims & Hers Health ausgebremst werden.
Asien
In Südkorea feiert der Kospi Gewinne von 3,7 Prozent, da hier die Gewinner unter den Chip-Firmen sitzen. Sie profitieren von den Ausgaben der US-Unternehmen ebenso wie Taiwan mit 2,3 Prozent Plus. Die Halbleiterschwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix verteuern sich mit der wieder stärker gespielten KI-Fantasie um jeweils rund 5 Prozent. Hier stützt zusätzlich ein Bericht, wonach Samsung in Kürze mit der Massenproduktion ihrer HBM4-Speicherchips der nächsten Generation beginnen werde. An der Spitze mit 4,4 Prozent Plus steht der Nikkei-Index. Dank des Erdrutschsieges von Premierministerin Takaichi herrschen nun klare Verhältnisse bei Politik und Wirtschaft. In Hongkong zieht der HSI um 1,7 Prozent an, in Schanghai liegt das Börsenbarometer 1,2 Prozent im Plus. Bereits beendet ist der Handel im australischen Sydney. Der S&P/ASX-200 machte einen Sprung um rund 2 Prozent nach oben. Unter den Einzelwerten in Tokio schiesst der Kurs der Halbleiteraktie Advantest um 13,7 Prozent nach oben. Die Aktie des Technologieriesen Softbank verteuert sich um 7,7 Prozent.
Obligationen
Am US-Rentenmarkt sank die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen angesichts der starken Konsumdaten um 1 Basispunkte auf 4,20%. Die zuletzt schwachen Arbeitsmarktdaten blieben in Erinnerung. Laut Mary Daly, Präsidentin der Fed-Filiale in San Francisco, muss die Zentralbank angesichts einer Kombination aus erhöhter Inflation und einem frustrierenden Arbeitsmarkt beide Seiten ihres doppelten Mandats sorgfältig beobachten.
Analyse
Vontobel senkt UBS auf Hold (Buy) - Ziel 35 (33,50) CHF
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