Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Tue, 10.02.2026 - 00:00
Der Gucci-Eigentümer Kering hat für das Schlussquartal 2025 eine Beschleunigung des Umsatzwachstums gemeldet. Der Konzern treibt seinen Sanierungsplan voran, um Kunden wieder in seine Boutiquen zu locken. Der in Paris ansässige Konzern verbuchte im vierten Quartal, einer wichtigen Einkaufszeit mit Black Friday und Weihnachten, einen Umsatz von 3,905 Milliarden Euro (4,65 Milliarden US-Dollar). Das Ergebnis entsprach zwar einem Rückgang von 9 Prozent auf berichteter Basis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, stellte aber eine Verbesserung gegenüber dem Vorquartal dar. Damals hatte das Unternehmen einen Umsatzrückgang von 10 Prozent auf 3,415 Milliarden Euro verzeichnet. Die Hauptmarke Gucci verzeichnete im vierten Quartal einen Umsatz von 1,62 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Analystenschätzungen laut Factset-Daten lagen bei 1,61 Milliarden Euro. In den vorangegangenen drei Monaten war der Umsatz der Marke um 18 Prozent gefallen. Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen, zu dessen Markenportfolio auch Yves Saint Laurent, Balenciaga und Bottega Veneta gehören, mit einer Rückkehr zum Wachstum und einer Verbesserung der Margen.
Mit einer leicht positiven Tendenz hat der schweizerische Aktienmarkt zu Wochenbeginn den Handel beendet. Der SMI verbesserte sich um 0,1 Prozent auf 13.518 Punkte. Liquidität floss weiter in zyklische Sektoren wie Industrie, Rohstoffe und Bankenwesen, wie es hiess. Bei den Einzeltiteln waren erneut Papiere aus dem Bausektor gesucht. hier bauten Holcim (+2,5%) und Amrize (+2,7%) die jüngsten Gewinne weiter aus. Auch die Aktien von ABB legten um weitere 2,2 Prozent zu. Die Aktien der UBS gewannen 0,4 Prozent. Hier stützten gute Geschäftszahlen von Unicredit, die auch den europäischen Banken-Sektor anschoben. Dagegen zeigten sich die defensiven Index-Schwergewichte Nestlé (-0,6%), Novartis (+0,2%) und Roche (-0,7%) tendenziell mit Abschlägen.
Europa
Der europäische Aktienmarkt ist mit kräftigen Gewinnen in die neue Woche gestartet. Der DAX gewann am Montag 1,2 Prozent auf 25.015 Punkte und schloss damit auf Tageshoch. Für den Euro-Stoxx-50 ging es um 1 Prozent nach oben. Fest notierten die Aktien von Novo Nordisk (+5,3%), weil Hims & Hers Health ihr Nachahmerprodukt im Bereich Abnehmmedikamente nicht auf den Markt bringen wird. Erholen konnten sich Titel, die zuletzt unter Druck standen, zum Teil auch dank positiver Analystenstimmen. Unter Rüstungsaktien gewannen Rheinmetall 2,8 Prozent, Hensoldt 4,6 Prozent oder Renk 5,7 Prozent. Auch unter den Sorgen vor KI-Disruptionen leidende Software-Aktien wurden teils wieder gekauft - Analysten halten die Abgaben der vergangenen Tage für übertrieben: Im DAX stiegen SAP 2,2 Prozent. Für das Commerzbank-Papier ging es gleich 4,2 Prozent nach oben. Stützend wirkten gut aufgenommene Geschäftszahlen der Unicredit (+6,4%). Die Unicredit hält 29 Prozent der Commerzbank-Titel. Bayer legten 1,1 Prozent zu. Das Unternehmen kann sein Herbizid Stryax in den USA nach behördlicher Genehmigung anbieten. Delivery Hero schlossen 7,4 Prozent niedriger. Nachrichten zu dem Titel gab es nicht. Die Citigroup hat aber in einer jüngeren Studie die Verkaufsempfehlung für das Papier bestätigt. Die Geschäftsentwicklung im vierten Quartal habe sich in den Regionen MENA (Naher Osten & Nordafrika) sowie in Amerika unter den Konsenserwartungen entwickelt.
USA
Die US-Börsen haben zu Wochenbeginn ihre Aufwärtsbewegung vom Freitag fortgesetzt, wenn auch mit einem deutlich gebremsten Tempo. Der Dow-Jones-Index schloss mit einem Plus von 20 Punkten bei 50.136 Punkten. Dagegen legten der S&P-500 um 0,5 Prozent zu und der Nasdaq-Composite gewann 0,9 Prozent. Bei den Tech-Werten kam es zu einer Erholung. So stiegen Nvidia um 2,5 Prozent, Microsoft um 3,1 Prozent, Palantir Technologies um 5,2 Prozent und Alphabet legten um 0,4 Prozent zu. Unter den Einzelwerten sackten die Aktien von Hims & Hers Health um 16 Prozent ab. Das Unternehmen will doch keine Nachahmerversion der Abnehmpille von Novo Nordisk anbieten. Am Wochenende hatte das Unternehmen erklärt, wegen juristischer Drohungen auch von der Gesundheitsbehörde FDA darauf zu verzichten. Der Kurs des Einzelhändlers Kroger stieg um 3,9 Prozent. Das Unternehmen will mit Greg Foran ein ehemaliges Mitglied der Unternehmensführung seines wichtigsten Wettbewerbers Walmart zum neuen CEO machen. Um 1,3 Prozent nach unten ging es mit dem Kurs von Eli Lilly. Der Pharmakonzern übernimmt das auf Gentherapie spezialisierte Biotech-Unternehmen Orna Therapeutics für bis zu 2,4 Milliarden Dollar. Micron fielen um 2,8 Prozent, hatten im Verlauf aber schon deutlicher im Minus gelegen. Die wichtigste Wettbewerberin des Chipkonzerns, die südkoreanische Samsung Electronics, wird einem Bericht zufolge gegen Ende des Monats mit der Massenherstellung ihres neuen High-Bandwidth-Memory-Chips HBM4 beginnen.
Asien
Nach den teils massiven Kursgewinnen zum Start in die Woche geht es am Dienstag an den meisten Börsen in Ostasien noch etwas weiter nach oben. Klarer Favorit ist die Börse in Tokio, wo der Nikkei-225 nach dem klaren Wahlsieg der Regierungspartei LDP am Wochenende erneut stark zulegt. Er steigt nach dem knapp 4-prozentigen Vortagesplus um weitere 2,3 Prozent auf 57.681 Punkte und erreicht damit erneut ein vorher nie gesehenes Niveau. In Seoul legt der Kospi nach dem Kurssprung am Vortag um ein halbes Prozent weiter zu, ebenso der HSI in Hongkong. Auf dem chinesischen Kernland tendiert der Shanghai-Composite dagegen nur behauptet.
Obligationen
Am US-Anleihemarkt gab es dagegen kaum Bewegung. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen notierte zu Wochenbeginn wenig verändert bei 4,20 Prozent. Marktteilnehmer sprachen von einer Seitwärtsbewegung vor den anstehenden US-Daten.
Analyse
Berenberg erhöht R&S auf 36 (35) CHF - Buy
Kursziel Novartis: Goldman Sachs senkt auf 101 (104) CHF - Sell
Kursziel Vontobel: Citigroup senkt auf 65,50 (66,50) CHF - Neutral
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