Von Ludovica SCOTTO DI PERTA
Veröffentlicht am Fri, 13.02.2026 - 00:00
Airbnb hat im vierten Quartal einen höheren Umsatz, aber einen geringeren Gewinn ausgewiesen, da Investitionen in neue Geschäftsfelder die Kosten in die Höhe trieben. Das Unternehmen für Ferienvermietungen wies am Donnerstag für das am 31. Dezember beendete Quartal einen Gewinn von 341 Millionen US-Dollar oder 56 Cent je Aktie aus. Im Vorjahreszeitraum hatte der Gewinn noch 461 Millionen Dollar oder 73 Cent je Aktie betragen. Analysten hatten laut Factset 67 Cent je Aktie prognostiziert. Der Gewinnrückgang sei auf geplante Investitionen in neue Wachstums- und Politikinitiativen sowie auf eine Belastung von 90 Millionen Dollar im Zusammenhang mit nicht ertragsbezogenen Steuerangelegenheiten zurückzuführen. Die Gesamtkosten und -aufwendungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent. Airbnb investiert in sein neues Produkt "Experiences" und strebt eine Ausweitung seiner Präsenz in weiteren geografischen Märkten an. Für das erste Quartal rechnet Airbnb mit einem Umsatz von 2,59 Milliarden bis 2,63 Milliarden Dollar. Die Wall Street hatte 2,53 Milliarden Dollar prognostiziert. Der Umsatz für das Gesamtjahr werde voraussichtlich um einen mindestens niedrigen zweistelligen Prozentsatz steigen, so Airbnb. Die Wall Street rechnet mit einem Umsatzwachstum von 10 Prozent.
Der schweizerische Aktienmarkt hat am Donnerstag den Handel mit einem leichten Minus beendet. Der SMI reduzierte sich um 0,1 Prozent auf 13.530 Punkte. Vor allem die Berichtssaison gab weiterhin den Takt vor. Für die Aktien von Swisscom ging es nach den Zahlen für 2025 um 1,9 Prozent nach oben, womit sie grösster Gewinner im SMI waren. Die Dividende für 2025 wurde um 18 Prozent auf 26 Franken angehoben. Die Aktien im Luxusgüter-Sektor zeigten ein uneinheitliches Bild. Während die Titel von Richemont nach zwischenzeitlichen Gewinnen wenig verändert schlossen, fielen Swatch um 1,4 Prozent. Auch Hermes hat mit einer besseren Umsatzerholung die Märkte überrascht. "Kering und vor allem die Marke Gucci hatten ja schon gezeigt, dass der Markt bei Luxus-Herstellern doch zu sehr nach unten übertrieben hatte", sagte ein Händler. Dies werde nun von Hermes untermauert und dürfte die Aktien der gesamten Branche weiter nach oben treiben. Im Weihnachstquartal sprang der Umsatz um 9,8 Prozent zum Vorjahr an. Der bestätigte Ausblick wurde daher als konservativ bezeichnet. Dagegen knickten die Aktien von Holcim um 8,5 Prozent ein. Auch die Papiere anderer Baustoff-Hersteller in Europa standen deutlich unter Druck. Das Jahr 2026 ist entscheidend für das EU-Emissionshandelssystem (EU ETS) sowie den Start des Grenzausgleichsmechanismus (CBAM).
Europa
Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag im Verlauf des Nachmittagshandels zur Schwäche geneigt. Der DAX schloss kaum verändert bei 24.853 Zählern, nachdem er im Hoch bei 25.239 Zählern notiert hatte. Der Euro-Stoxx-50 underperformte und gab 0,4 Prozent auf 6.011 Zähler ab. Die Ergebnisse von Siemens für das erste Quartal spiegelten einen starken Start in das Geschäftsjahr wider, so die Analysten von JP Morgan. Der deutsche Mischkonzern habe die Erwartungen bei Auftragseingang, Umsatz und Marge übertroffen. Die Aktie schloss 0,3 Prozent im Plus bei 257 Euro. Kursverluste verbuchten Mercedes-Benz (-1,5%) nach Zahlenausweis zum vierten Quartal. Die Aussicht auf zukünftige Margen ist mau. Positive Signale für Deutsche Telekom (+6,1%) kamen von der US-Tochter. Deutsche Telekom hatte sich verpflichtet, beim Aktienrückkauf von T-Mobile US im Jahr 2026 keine Anteile zu verkaufen. Adyen enttäuschte mit Umsatz und Ausblick, die Aktie brach um 22 Prozent ein. Der niederländische Zahlungsdienstleister hat im vergangenen Jahr die Umsatzerwartung der Analysten verfehlt. Hellofresh stürzten um gut 7 Prozent ab. Der Essenslieferant verbuchte beim Umsatz für 2025 ein Minus von 11,8 Prozent.
USA
Mit deutlichen Abgaben, vor allem im Technologie-Sektor, hat die Wall Street am Donnerstag den Handel beendet. Der Dow-Jones-Index reduzierte sich um 1,3 Prozent auf 49.452 Punkte. Der S&P-500 schloss 1,6 Prozent tiefer und der Nasdaq-Composite verlor 2,0 Prozent. Cisco fielen um 12,3 Prozent. Die Bruttomargen haben sich im zweiten Quartal um 1,2 Prozentpunkte auf 67,5 Prozent verringert. Dieser Trend dürfte sich nach Einschätzung des Unternehmens fortsetzen. Dies schürte bei Investoren erhöhte Sorgen vor steigenden Preisen für Speicherchips. Im Gefolge von Cisco ging es für die Aktien von Dell Technologies, Hewlett Packard Enterprise und Arista Networks um bis zu 9,1 Prozent abwärts. Überraschend gut sind die Geschäftszahlen von Applovin (-19,7%) ausgefallen, doch sorgten sich die Anleger, dass KI dem Geschäftsmodell von Applovin den Boden entziehen könnte, hiess es. Auch hier dürften Gewinne mitgenommen worden sein. Micron verbesserten sich um 0,9 Prozent. Die Titel profitierten weiter von den Aussagen des Finanzchefs Mark Murphy, der Bedenken wegen des harten Wettbewerbs im Segment High-Bandwidth-Chips zerstreut habe, so Händler.
Positiv wurden die Zahlen von McDonald's aufgenommen. Die Aktie gewann 2,7 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie und der Umsatz lagen über den Erwartungen der Analysten. Der Goldpreis gab deutlich nach. Die Feinunze verlor 3,3 Prozent auf 4.914 Dollar und rutschte damit wieder unter die Marke von 5.0009 Dollar. Das Edelmetall wurde von der schwindenden Aussicht auf Zinssenkungen in den USA belastet, hiess es. Höhere Marktzinsen mindern die Attraktivität des zinslos gehaltenen Goldes.
Asien
Nach kräftigen Verlusten der Wall Street am Donnerstag zeigen sich die meisten Börsen in Asien am Freitag nach einer bislang sehr erfolgreichen Woche schwächer. In Tokio fällt der Nikkei-225 um 1,2 Prozent auf 56.967 Punkte. In Schanghai geht es um 0,8 Prozent nach unten, in Hongkong mit 2,1 Prozent deutlich stärker. In Sydney beträgt das Minus 1,4 Prozent. Dort ist der Handel bereits beendet. Die stark technologielastige Börse im südkoreanischen Seoul kann sich der Abwärtstendenz dagegen entziehen. Dort geht die Rekordjagd der vergangenen Tage weiter, der Kospi gewinnt 0,9 Prozent. Das Schwergewicht Samsung Electronics stützt mit einem Plus von über 3 Prozent. Die Halbleiteraktie SK Hynix zieht um 1,1 Prozent an.
Obligationen
Am US-Rentenmarkt sank die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen um 7 Basispunkte auf 4,10%. Teilnehmer verwiesen hier auf verstärkte Umschichtungen aus dem Aktienmarkt im Vorfeld der Verbraucherpreisdaten am Freitag. Zudem traf eine Auktion 30-jähriger Anleihen auf eine rege Nachfrage, was Rendite der Langläufer drückte.
Analyse
Kursziel Novartis: JPMorgan erhöht auf 135 (125) CHF - Overweight
Kursziel AMS Osram: Barclays erhöht auf 11 (10) CHF - Equal Weight
Kursziel SGS: UBS erhöht auf 92 (90) CHF - Neutral
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