Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Mon, 16.02.2026 - 00:00
Das KI-Tool Claude von Anthropic ist beim Einsatz des US-Militärs zur Festnahme des ehemaligen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro eingesetzt worden. Dies unterstreicht nach Angaben von mit der Angelegenheit vertrauten Personen, wie KI-Modelle im Pentagon zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die Nutzungsrichtlinien von Anthropic untersagen eigentlich den Einsatz von Claude etwa zur Entwicklung von Waffen oder zur Durchführung von Überwachungsmassnahmen. Der ehemalige Manager von Microsoft und General Motors, Chris Liddell, der den Automobilhersteller beim Börsengang begleitete, ist dem Board of Directors von Anthropic beigetreten. Damit kommt ein Mitglied in den Board des KI-Konzerns mit Erfahrung in einem Grossunternehmen, das bei einem Börsengang begleitet wurde. Und das just zu dem Moment, in dem auch Anthropic ein potenzielles IPO ins Auge fasst. Als Finanzvorstand bei General Motors leitete Liddell im Jahr 2010 den erfolgreichen 23-Milliarden-Dollar-Börsengang des Unternehmens.
Mit einem Plus hat der schweizerische Aktienmarkt den letzten Handelstag der Woche beendet. Der SMI erhöhte sich um 0,5 Prozent auf 13.601 Punkte. Tagesgewinner im SMI waren Lonza mit einem Plus von 4,3 Prozent. Der Konzern gab die Nominierung von Sami Atiya als unabhängiges Mitglied des Verwaltungsrats bekannt. Vorbehaltlich seiner Wahl auf der Hauptversammlung im Mai 2026 wird er auch Mitglied des Ausschusses für Strategie und Innovation. Zuletzt war Atiya zehn Jahre lang Mitglied des Konzernleitungsausschusses von ABB, mit Verantwortlichkeiten in den Bereichen Robotik, Bewegung und diskrete Automatisierung. Novartis legten um 1,0 Prozent zu. Novartis hat mit seinem Medikament Vanrafia einen klinischen Studienerfolg erzielt. Vanrafia verlangsamte den Rückgang der Nierenfunktion bei Erwachsenen mit der fortschreitenden Autoimmun-Nierenerkrankung IgA-Nephropathie (IgAN), so der Pharmakonzern. Die Aktien der anderen beiden Index-Schwergewichte Nestlé und Roche legten um 0,6 bzw. 0,3 Prozent zu. UBS verloren 0,3 Prozent. Nachgebende Renditen an den Anleihemärkten drückten auf den Banken-Sektor, der die Verliererliste in Europa mit grossem Abstand anführte. Die Sika-Aktie stieg um 0,2 Prozent. Der Bauchemiekonzern übernimmt den türkischen Klebstoffhersteller Akkim vollständig mit einem Jahresumsatz von rund 220 Millionen Franken. Finanzielle Details wurden nicht genannt.
Europa
Der europäische Aktienmarkt hat am Freitag den Handel uneinheitlich beendet. Der DAX gewann 0,3 Prozent auf 24.915, blieb damit unter der wichtigen Marke von 25.000. Der Euro-Stoxx-50 verlor hingegen 0,4 Prozent. Tagesgewinner unter den Branchen waren Rüstungs- und Luftfahrtwerte, der Sektorindex kletterte um 3,2 Prozent. Gut kamen vor allem die Jahreszahlen und der erhöhte Ausblick von Safran an, die um 8,3 Prozent zulegten. Bei dem französischen Luftfahrt- und Rüstungshersteller lief das vergangene Jahr so rund, dass der Ausblick bis 2028 erhöhte wurde. "Die Gewinnerwartung bis dahin um nochmals 16 Prozent gegenüber der alten Prognose zu erhöhen, ist schon beeindruckend", sagte ein Händler. Im DAX gewannen Rheinmetall 1,9 Prozent. MTU profitierten am meisten von der guten Laune im Sektor und stiegen 4,6 Prozent. Um 12,4 Prozent verteuerten sich die Aktien des angeschlagenen Computerspiele-Anbieters Ubisoft. Die Quartalsdaten fielen nach den drastischen Restrukturierungsmassnahmen nicht ganz so schlimm wie befürchtet aus. Für L'Oreal ging es dagegen um 4,9 Prozent nach unten. Als kritisch wurde an der Börse das organische Umsatzwachstum von 6,0 Prozent gewertet. Bei den Analysten von JP Morgan hiess es dazu, dass dies unter dem Konsens von 6,1 Prozent sowie der eigenen Schätzung von plus 7,0 Prozent liege.
USA
Nach einem volatilen Verlauf hat die Wall Street den letzten Handelstag der Woche wenig verändert beendet. Der Dow-Jones-Index erhöhte sich um 0,1 Prozent auf 49.501 Punkte. Der S&P-500 schloss kaum verändert und der Nasdaq-Composite fiel um 0,2 Prozent. Die Verbraucherpreise stiegen im Januar in der Gesamtrate sowohl auf Monatssicht als auch im Vergleich zum Vorjahr etwas weniger stark als angenommen, in der Kernrate trafen sie allerdings die Konsensschätzungen. Vor dem langen Wochenende hielten sich die Anleger aber zudem zurück, denn in den USA bleiben die Börsen am Montag wegen eines Feiertags geschlossen. Unter den Einzelwerten an der Börse sprangen Applied Materials um 8,1 Prozent nach oben, nachdem der Konzern dank der hohen KI-Nachfrage überzeugende Geschäftszahlen vorgelegt hat. Arista Networks verbesserten sich um 4,8 Prozent. Das Unternehmen hat mit Quartalszahlen und Ausblick die Erwartungen übertroffen. Auch die Quartalszahlen von Airbnb sind überraschend gut ausgefallen, was der Aktie zu einem Plus von 4,7 Prozent verhalf. Für Expedia ging es dagegen um 6,5 Prozent abwärts, obwohl das Unternehmen ebenfalls besser abgeschnitten hat als erwartet. Analysten sorgten sich jedoch, dass KI Online-Reisebüros vollständig ersetzen könnte. Pinterest (-17%) hat einen zollbedingten Rückgang der Ausgaben von grösseren Werbekunden aus dem Einzelhandel gemeldet, der das Wachstum belastet.
Asien
Zum Start in die neue Handelswoche dominiert an den Börsen in Ostasien und Australien Zurückhaltung. Die festlandchinesischen Börsen bleiben wegen der Feiertage zum chinesischen Neujahrsfest die ganze Woche geschlossen. lm südkoreanischen Seoul ruht der Handel von Montag bis einschliesslich Mittwoch. Überdies ist der Montag auch in den USA ein Feiertag. An den übrigen Börsen ist das Geschäft zu Wochenbeginn ruhig. In Hongkong gewann der Hang-Seng-Index in einer verkürzten Sitzung vor der Feiertagspause bei dünnen Umsätzen 0,5 Prozent. Die dortige Börse bleibt von Dienstag bis einschliesslich Donnerstag geschlossen. In Tokio notiert der Nikkei-225-Index 0,1 Prozent höher. Bremsend wirken schwache japanische Konjunkturdaten. Im australischen Sydney klettert der S&P/ASX-200 um 0,2 Prozent. ANZ Group verlieren im Zuge von Gewinnmitnahmen 3,3 Prozent. Fortescue geben 4,1 Prozent ab. Hier dürften die zuletzt gesunkenen Eisenerzpreise belasten.
Obligationen
Am US-Rentenmarkt fielen die Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen um 6,0 Basispunkte auf 4,04 Prozent. Die Abschwächung der Inflation stützt die Erwartung von Zinssenkungen durch die Fed. Die jüngsten Arbeitsmarktindikatoren deuten allerdings auf eine starke Wirtschaft hin, was eine vorsichtige Geldpolitik erfordert, hiess es.
Analyse
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