Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Tue, 17.02.2026 - 00:00
Der aktivistische Investor Elliott Investment Management hat eine Beteiligung von mehr als 10 Prozent an Norwegian Cruise Line aufgebaut. Wie mit der Angelegenheit vertraute Personen weiter sagten, will Elliott auf Veränderungen dringen, um den Kreuzfahrtbetreiber wieder auf Kurs zu bringen. Norwegian ist gemessen an der Passagierzahl der viertgrösste Kreuzfahrtbetreiber der Welt und kommt auf einen Marktwert von rund 10 Milliarden US-Dollar. Zu den Marken des Konzerns gehören die Premium-Linie Oceania Cruises sowie die Luxusmarke Regent Seven Seas Cruises. Das in Miami ansässige Unternehmen ist jedoch hinter Konkurrenten wie Royal Caribbean und Carnival zurückgeblieben. Die Aktien von Norwegian gehörten in den vergangenen fünf Jahren zu den Werten mit der schlechtesten Wertentwicklung im S&P 500. Der Aktienkurs verharrt auf einem Niveau wie zu Zeiten der Pandemie, obwohl sich die Verbrauchernachfrage seither erholt hat. Elliott sei der Ansicht, dass Norwegian mit einem Kurswechsel zu seinen Rivalen aufschliessen könnte.
Der schweizerische Aktienmarkt hat am Montag ein weiteres Allzeithoch markiert. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Schweiz war im vierten Quartal 2025 um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Der Dienstleistungssektor wuchs nur verhalten, der Industriesektor stagnierte. Im Gesamtjahr 2025 wuchs die Schweizer Wirtschaft demnach um 1,4 Prozent nach 1,2 Prozent im Vorjahr. Der SMI gewann 0,4 Prozent auf 13.656 Punkte. Etwas gesucht waren europaweit Finanzwerte - UBS legten um 0,9 Prozent zu, Zurich Insurance um 1,0 Prozent. Der Versicherungskonzern bekommt mehr Zeit für die Vorlage eines offiziellen Angebots für den britischen Cyber-Versicherer Beazley. Beide Unternehmen hatten sich auf eine Verlängerung der Frist bis zum 4. März geeinigt. Zurich wird zudem in der laufenden Woche Geschäftszahlen veröffentlichen. Roche (+0,4%) hatte eine positive Phase-III-Studie zu ihrem Blutkrebsmittel Gazyva/Gazyvaro gemeldet. Nestlé (+0,7%) legten vor dem am Donnerstag erwarteten Geschäftsausweis zu. Neben dem Zahlenausweis setzten Anleger auf Neuigkeiten zur Strategie. Swisscom verloren nach einem negativen Analystenkommentar durch Bank of America 0,3 Prozent.Aktien international.
Europa
Der europäische Aktienmarkt hat am Montag mit Abgaben geschlossen. An den Börsen Chinas, Südkoreas und der USA wurde feiertagsbedingt nicht gehandelt. Der DAX verlor 0,5 Prozent auf 24.801 Punkte - belastet von einem Absturz bei Siemens. Der Euro-Stoxx-50 schloss bei 5.979 und damit nur 0,1 Prozent tiefer. Siemens waren mit minus 6,4 Prozent Tagesverlierer im DAX. Die Aktien wurden mit dem grössten Aufschlag gegenüber Vergleichsunternehmen seit einem Jahrzehnt gehandelt und lägen "deutlich über einem Niveau, das sich rechtfertigen lässt", urteilte Analyst Joachim Klement von Panmure Liberum. Obwohl der Ausbau von Rechenzentren in Europa und die Nachfrage aus der Industrieautomatisierung die Aktie stützten, litten zwei der drei Sparten des Unternehmens unter einer gedämpften Auftragslage. Auch der Gewinnausblick des Unternehmens deute darauf hin, dass die Aktie überbewertet sei. Auch im Handel hiess es, die Aktie sei bewertungstechnisch zu teuer. Für Siemens Energy ging es dagegen 1,1 Prozent nach oben. Auch hier meldeten sich Analysten zu Wort. Das starke erste Quartal hat für die RBC-Analysten den Anlagefall auf breiter Basis gestärkt. Der entscheidende Aspekt dabei sei das gestiegene Vertrauen in die Langlebigkeit des Gasturbinenbooms, gepaart mit Aufwärtspotenzial beim freien Cashflow und ersten positiven Anzeichen bei Gamesa. SAP verloren 2 Prozent - die Aktie gilt als möglicher KI-Verlierer.
USA
Feiertagsbedingt ruhte der Handel an der Wall Street am Montag.
Asien
Auch am Dienstag geht es an den Börsen in Ostasien und Australien meist ruhig zu. Viele Handelsplätze sind wegen des chinesischen Neujahrsfests geschlossen, darunter die Börsen in Festlandchina, Hongkong und Seoul. Überdies fehlen Impulse der US-Börsen, denn an der Wall Street ruhte der Handel am Montag wegen eines Feiertags. Auf der Stimmung lastet unverändert die Sorge, dass Künstliche Intelligenz (KI) zu Verwerfungen führen und die bisherigen Geschäftsmodelle vieler Unternehmen gefährden könnte. Zu den wenigen Börsen, die geöffnet sind, gehört der Aktienmarkt in Tokio. Dort gibt der Nikkei-225-Index um 0,8 Prozent auf 56.360 Punkte nach, erneut belastet von dem am Montag veröffentlichten schwachen Wirtschaftswachstum. Dass die Analysten von Goldman Sachs japanische Aktien auf "Overweight" hochgestuft haben, vermag die Stimmung nicht aufzuhellen. Verkauft werden in Tokio vor allem Aktien von Technologieunternehmen wie Softbank Group (-5,4%). In Sydney stieg der S&P/ASX-200 um 0,3 Prozent. Gut kam bei den Anlegern an, dass die australische Zentralbank im Protokoll ihrer jüngsten Sitzung, das am Dienstag veröffentlicht wurde, einen weniger aggressiven Zinserhöhungskurs signalisiert hat als von vielen Marktteilnehmern befürchtet, wie Adam Boyton von der Bank ANZ anmerkte. Gestützt wurde der australische Leitindex von den Aktien des Bergbaukonzerns BHP, der überraschend starke Zahlen zum ersten Geschäftshalbjahr vorgelegt hat. Der Kurs stieg um gut 5 Prozent.
Obligationen
Die Rendite 10‑jähriger Bundesobligationen der Schweizer Eidgenossenschaft lag am 16.02.2026 bei rund 0,29% und damit im historisch sehr tiefen Bereich. Der kurzfristige Referenzzinssatz SARON verharrte leicht negativ (rund −0,04%), was die insgesamt sehr lockeren Finanzierungsbedingungen widerspiegelt. International sorgten kühlere US‑Inflationsdaten für fallende US‑Renditen, was die Nachfrage nach Staatsanleihen weltweit – inklusive Schweiz – stützte. Am 16.02.2026 lag der Kurs bei rund 1 EUR = 0,913 CHF und 1 USD = 0,769 CHF, was einen weiterhin relativ starken Franken signalisiert.
Analyse
Kursziel Alcon: Research Partners senkt auf 80,70 (83) CHF - Kaufen
Kursziel Schindler: Deutsche Bank senkt auf 280 (297) CHF - Hold
Kursziel Swisscom: LBBW erhöht auf 660 (550) CHF - Halten
Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.