Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Wed, 18.02.2026 - 00:00
Die auf Baustoffe in Nordamerika spezialisierte Amrize will im laufenden Geschäftsjahr sowohl beim Umsatz als auch beim operativem Gewinn zulegen. Anlässlich der Zahlenvorlage zu 2025 gab die Gesellschaft eine Prognose für 2026. So soll der Umsatz um 4 bis 6 Prozent ansteigen auf 12,29 Milliarden bis 12,52 Milliarden US-Dollar, wie das vergangenen Sommer von Holcim abgespaltene Unternehmen am Dienstagabend mitteilte. Der um Sonderkosten bereinigte operative Gewinn EBITDA soll gar um 8 bis 11 Prozent auf 3,25 Milliarden bis 3,34 Milliarden zulegen. 2025 steigerte Amrize den Umsatz von "Building Materials" um 2,2 Prozent auf 8,51 Milliarden Dollar, während derjenige von "Building Envelope" um 2,2 Prozent auf 3,30 Milliarden zurückging. Die Jahresprognose 2026 basiere dabei auf den folgenden Annahmen: 900 Millionen Dollar Investitionsausgaben, 340 Millionen Netto-Zinsaufwand, ein effektiver Steuersatz von 21 bis 23 Prozent sowie Unternehmenskosten von 200 Millionen. Neben einer ordentlichen Dividende sowie einer einmaligen Sonderdividende von jeweils 0,44 Dollar die Aktie sollen die Aktionäre auch von Aktienrückkäufen profitieren. Der Verwaltungsrat habe ein Aktienrückkaufprogramm von bis zur einem Wert von 1,0 Milliarde Dollar mit einer Laufzeit von zwölf Monaten genehmigt, so das Unternehmen. Dieses sei vorbehaltlich der Genehmigung des Jahresabschlusses 2025 durch die Generalversammlung.
Der schweizerische Aktienmarkt hat seine jüngste Rekordjagd am Dienstag fortgesetzt. Er profitierte weiter von seiner defensiven Ausrichtung und geringen Technologielastigkeit. Der SMI gewann 0,7 Prozent auf 13.753 Punkte. Die Pharmaschwergewichte Roche und Novartis verteuerten sich um 2,2 bzw. 1,5 Prozent. Daneben ging es für Swiss Re um 1,4 Prozent nach oben und auch Zurich Insurance waren gesucht, sie stiegen um 1,1 Prozent. SMI-Tagessieger waren gemeinsam Kühne+Nagel und Alcon mit einem Plus von 3,0 Prozent. Der Augenheilkundekonzern hat eine neue Gleitsicht-Kontaktlinse in den USA auf den Markt gebracht, die besonders für ältere Menschen geeignet sein soll. Auf der Verliererseite im SMI fanden sich Holcim (-0,1%) sowie ganz am Ende die Aktie der Holcim-US-Tochter Amrize (-1,9%). Bei letzterer dürften einige Akteure auf Nummer sicher gegangen sein und vor der Geschäftszahlenvorlage nach Handelsende am Dienstag Positionen glattgestellt haben. Derweil hat die Ratingagentur Fitch ihr langfristiges Kreditrating für den Zementkonzern Holcim auf "BBB+" belassen und den Ausblick auf „stabil".
Europa
Nach einem eher verhaltenen Start in den Dienstag stiegen die europäischen Aktienmärkte am Nachmittag deutlicher. Der DAX schloss 0,8 Prozent höher bei 24.998 Punkten, der Euro-Stoxx-50 legte um 0,7 Prozent auf 6.022 Punkte zu. Für die Aktie von Bayer ging es um 7,4 Prozent nach oben, damit notierte sie auf dem höchsten Stand seit Herbst 2023. Die Tochter Monsanto hatte einen Sammelvergleich zur Beilegung der Rechtsstreitigkeiten zu Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat in den USA geschlossen, was ein Kapitel der Ungewissheit beenden dürfte. Qiagen führten mit einem Minus von 3,6 Prozent die Verliererliste im DAX an. Hintergrund war, dass der Life Science Konzern Danaher ein 10 Milliarden Dollar Gebot für das Medizintechnikunternehmen Masimo abgegeben hatte. Danaher wurde neben Thermo Fisher und Agilent aber immer wieder als möglicher Bieter für Qiagen genannt. Mit der aktuelle Entwicklung entwich etwas Übernahmefantasie aus der Qiagen-Aktie. Aktien aus dem Immobiliensektor zeigten sich mit grünen Vorzeichen. Grösster Gewinner waren Aroundtown mit plus 4,8 Prozent. Den Impuls lieferte zum einen der als Shortseller berüchtigte Viceroy Research. Auf ihrer Internetseite teilten die Akteure mit, dass sie in der Aktie "long" seien, während der Markt schlafe. Aber auch seit Tagen leicht gesunkene Renditen bei Anleihen sprachen für Aktien aus dem Immobilienuniversum. Vonovia stiegen um 3,8 Prozent, Deutsche Wohnen um 4,3 Prozent und TAG Immobilien um 3,9 Prozent. Dank eines starken Kupfergeschäfts hat BHP überzeugende Halbjahreszahlen vorgelegt und gewannen in London 1,5 Prozent.
USA
Der Dow-Jones-Index verbesserte sich am Dienstag um 0,1 Prozent auf 49.533 Punkte, der breite S&P-500 bewegte sich ebenso minimal nach oben und die technologielastigen Nasdaq-Indizes schlossen behauptet. Im Halbleitersegment gaben AMD um 2,0 Prozent nach, wohingegen Broadcom und Nvidia nach anfänglichen deutlichen Verlusten fest schlossen. Intel fielen dagegen um 1,3 Prozent. Für Warner Bros Discovery ging es um 2,8 Prozent nordwärts. Die Gesellschaft befeuerte den eigentlich beendeten Bieterwettstreit um sich selbst wieder, indem sie Paramount Skydance eine Sieben-Tage-Frist für ein verbessertes und endgültiges Angebot einräumte, obwohl sie sich mit Netflix bereits einig schien. Netflix schlossen 0,2 Prozent höher, Paramount stiegen um 4,9 Prozent. Danaher verloren 2,9 Prozent mit dem Kauf des Medizintechnikunternehmen Masimo für knapp 10 Milliarden Dollar. Masimo schossen um über 34 Prozent nach oben. Der Energiekonzern Portland General Electric übernimmt Windkraft-, Erdgas- und Verteilungsanlagen der Berkshire-Hathaway-Tochter Pacificorp für 1,9 Milliarden Dollar, worauf der Kurs um 2,7 Prozent nachgab. Berkshire gewannen 1,2 Prozent. ZIM Integrated Shipping Services haussierten um 25 Prozent. Hier trieb die Nachricht, dass die deutsche Reederei Hapag-Lloyd das israelische Unternehmen schluckt. Der Kurs des Medizingeräteherstellers Medtronic verlor nach einem schwachem Ausblick 3,1 Prozent. Norwegian Cruise Line zogen um 12,1 Prozent an. Der aktivistische Investor Elliott Investment Management hat einen Anteil von über 10 Prozent an der Kreuzfahrtreederei aufgebaut, wie das Wall Street Journal berichtet. Tripadvisor legten um rund 10 Prozent zu. Der Investor Starboard Value hat laut einem Bericht des Wall Street Journal eine Beteiligung von mehr als 9 Prozent an dem Online-Reiseunternehmen aufgebaut und drängt auf eine Umstrukturierung des Vorstands.
Asien
Positive Vorzeichen dominieren zur Wochenmitte an den Börsen in Ostasien und Australien, wobei einige Märkte der Region jedoch immer noch wegen der Feiertage zum chinesischen Mondneujahr geschlossen sind. Unter anderem ruht der Handel in Festlandchina, Hongkong und Seoul. In Tokio legt der Nikkei-225-Index um 1,3 Prozent auf 57.281 Punkte zu. Aktien japanischer Versicherer profitieren von geplanten Änderungen bei Abschreibungen auf Staatsanleihen. Dai-ichi Life gewinnen rund 3 Prozent und Sony Financial 3,3 Prozent. Der Aktienmarkt in Sydney hat etwas fester geschlossen. Der S&P/ASX-200 gewann 0,5 Prozent. Gestützt wird der Index unter anderem von den schwergewichteten Aktien der National Australia Bank (+4%). Die Bank hat ihren Gewinn im ersten Quartal dank eines stärkeren Kredit- und Einlagenvolumens um 16 Prozent gesteigert.
Obligationen
Am US-Anleihemarkt verharrte die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen bei 4,05 Prozent. Während ein enttäuschend ausgefallener Empire State Manufacturing Index etwas Zinssenkungsfantasie schürte, bremste zugleich eine Umfrage der Bank of America, wonach eine Mehrheit der Befragten steigende Renditen erwartet.
Analyse
Rating Avolta: UBS erhöht auf Buy (Neutral) - Ziel 65 (48) CHF
Kursziel Swisscom: Julius Bär erhöht auf 670 (580) CHF - Hold
Kursziel Georg Fischer: Berenberg senkt auf 69 (75) CHF - Buy
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