Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Tue, 10.03.2026 - 00:00
Der Premiumschokoladen-Hersteller Lindt & Sprüngli hat im letzten Jahr dank saftigen Preisaufschlägen mehr Gewinn erzielt. Den Aktionären will er die Teilhabe mit einer stark erhöhten Dividende vergelten. Der Produzent von Lindorkugeln, Dubai-Schokolade und Pralinés verzeichnete im Geschäftsjahr 2025 einen Betriebsgewinn (Ebit) von 971,0 Millionen Franken. Das entspricht einer Steigerung um 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Die operative Gewinnmarge stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 16,4 Prozent. Lindt begründete den Anstieg des operativen Ergebnisses mit Preiserhöhungen sowie mit Effizienzsteigerungen und strikter Kostenkontrolle. Belastet worden sei das operative Ergebnis zwar durch deutlich höhere Kakaokosten, diese habe die Gruppe aber weitgehend kompensieren können, schrieb das Unternehmen. Unter dem Strich blieb auch ein höherer Reingewinn. Dieser betrug 726,7 Millionen Franken - 8,1 Prozent mehr als im Jahr davor. Vom Geschäftsgang sollen die Aktionäre nun in Form einer kräftig erhöhten Dividende profitieren. Die Inhaber von Lindt-Namenaktien - ein Stück davon gehört mit einem Kurswert von über 122'000 Franken zu den teuersten Aktien der Welt - erhalten eine um 300 Franken höhere Dividende von 1800 Franken pro Aktie. Beim Partizipationsschein geht die Dividende um 30 auf 180 Franken hoch. Zudem plant das Unternehmen ein neues Aktienrückkaufprogramm im Umfang von bis zu 1 Milliarde Franken.
Der schweizerische Aktienmarkt ist am Montag den europäischen Pendants nach unten gefolgt. Der SMI verlor 0,7 Prozent auf 13.000 Punkte. Flughafen Zürich gab 2 Prozent ab, die Aktie des Flughafeneinzelhändlers Avolta sank um 3,1 Prozent. Roche verzeichente einen Rückschlag bei einer Studie mit einer experimentellen Brustkrebstherapie. Die Nachricht, dass das Brustkrebsmedikament Giredestrant das primäre Ziel einer Spätphasenstudie nicht erreicht habe, sei überraschend gekommen, nachdem zwei frühere Studien für dasselbe Medikament positive Ergebnisse gezeigt hätten, urteilte Analyst Stefan Schneider von Vontobel. Der Kurs fiel um 2,6 Prozent. Wettbewerbertitel Novartis kletterte dagegen um 1,7 Prozent. Zurich Insurance (-0,04%) übernimmt das irische Schaden- und Unfallgeschäft von Generali für rund 337 Millionen Euro. Lonza (-1,1%) und Genetix verlängerten indes die langfristige Produktionsvereinbarung für Zynteglo. Unter den Nebenwerten zogen Temenos um 3,1 Prozent an. Bank of America hatte sich positiv zur Aktie geäussert und diese auf "Kaufen" erhöht.
Europa
Deutlich erholt von den Tagestiefs, aber mit roten Vorzeichen haben Europas Aktienmärkte zu Wochenbeginn den Handel beendet. Der DAX verlor am Ende 0,8 Prozent auf 23.409 Punkte. Für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,6 Prozent auf 5.685 Punkte abwärts. Die Aktien von Luftfahrtgesellschaften wurden im Handel als Hauptverlierer des eskalierenden Krieges im Nahen Osten gesehen. Diese würden gleich von zwei Seiten in die Zange genommen: einerseits durch die erheblichen Einschränkungen des Flugverkehrs und andererseits durch den historisch rapiden Ölpreisanstieg. Lufthansa verloren 6,4 Prozent, Air France-KLM 3,9 Prozent oder IAG 1,6 Prozent. Für die Reiseaktie Tui ging es um 4,4 Prozent nach unten. Im DAX zeigten sich Gea mit einem Minus von 2,1 Prozent nach der Vorlage endgültiger Geschäftszahlen. Die Geschäftszahlen enthielten nichts Überraschendes, das gelte auch für den Ausblick, hiess es. Die Aktionäre sollen für 2025 eine um 15 Cent höhere Dividende von 1,30 Euro je Aktie bekommen. In einem sehr schwierigen Umfeld für die Börsen fiel das Debüt von Gabler eher durchwachsen aus. Die Aktie des U-Boot-Zulieferers schloss bei 43,80 Euro - ein Minus von 0,5 Prozent zum Emissionspreis von 44 Euro. Im Tageshoch hatte die Aktie allerdings schon bei 49,20 Euro gelegen.
USA
Am Montag stieg der Dow-Jones-Index 0,5 Prozent auf 47.741 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite legten um 0,8 bzw. 1,4 Prozent zu. Ölwerte Chevron (-0,3%), Exxon Mobil (-0,5%) drehten mit den gesunkenen Ölpreisen ins Minus, nachdem die Ölpreisrally zuvor noch gestützt hatte. Dagegen erholten sich die Aktien von US-Fluggesellschaften hinsichtlich der Entspannung bei Ölpreisen: Die Titel von United Airlines, Delta Air Lines, American Airlines und Southwest zogen um bis zu 3,6 Prozent an. Die Aktien von Hims & Hers haussierten um 40,9 Prozent. Novo Nordisk kooperiert mit dem Telemedizinunternehmen beim Vertrieb ihrer Abnehmmedikamente und beendet damit einen Rechtsstreit zwischen den beiden Unternehmen. Live Nation Entertainment kletterten um 6,2 Prozent nach Schlagzeilen über die Beilegung eines wichtigen Rechtsstreits. Vertiv gewannen 9,5 Prozent. Der Ausrüster von Datenzentren steigt in den marktbreiten S&P-500 auf. Dies galt auch für Titel des Laserspezialisten Lumentum (+14,7%), des Satellitenanbieters Echostar (+3,5%) sowie für den Anbieter photonikbasierter Lösungen Coherent (+7,1%).
Asien
Fallende Ölpreise verhelfen am Dienstag den Aktienmärkten in Ostasien und Australien zu einer Erholung. An der Börse in Seoul legt der Kospi um 4,6 Prozent zu; er hatte am Montag 6 Prozent eingebüsst. In Tokio steigt der Topix um 2,1 Prozent. An den chinesischen Börsen fallen die Gewinne geringer aus, sie hatten sich am Vortag allerdings auch deutlich besser gehalten. In Shanghai gewinnt der Composite-Index 0,4 Prozent. Der Hang-Seng-Index notiert in Hongkong 1,7 Prozent höher. Gesucht sind Aktien aus Branchen, die besonders unter steigenden Ölpreisen leiden, darunter Fluggesellschaften. Cathay Pacific verteuern sich in Hongkong um 4,4 Prozent und Japan Airlines in Tokio um 2,1 Prozent. Korean Air Lines springen in Seoul um 8,3 Prozent nach oben.
Obligationen
Am US-Rentenmarkt sank die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen am Montag um 3 Basispunkte auf 4,10%. Ölpreisbedingte Inflationssorgen und Konjunkturängste hielten in etwa die Waage.
Analyse
Rating Swatch: HSBC erhöht auf Hold (Reduce) - Ziel 170 (120) CHF
Kursziel PSP Swiss Property: Barclays erhöht auf 151 (135) CHF - Equal Weight
Kursziel Richemont: HSBC senkt auf 190 (220) CHF - Buy
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