Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Tue, 05.05.2026 - 00:00
Das Chip-Start-up Cerebras Systems will bei seinem geplanten Börsendebüt 28 Millionen Aktien zum Preis von 115 bis 125 US-Dollar je Aktie anbieten. Am oberen Ende dieser Preisspanne könnte das Unternehmen damit 3,5 Milliarden Dollar einsammeln. Den Konsortialbanken, angeführt von Morgan Stanley, Citigroup, Barclays und UBS, wird zudem eine 30-tägige Option zum Kauf weiterer 4,2 Millionen Aktien eingeräumt. Cerebras ist auf Prozessoren spezialisiert, die für den Betrieb fortschrittlicher KI-Modelle massgeschneidert sind. Nachdem das Unternehmen seine Börsenpläne im vergangenen Oktober zunächst gestrichen hatte, reichte es im vergangenen Monat die offiziellen Unterlagen erneut ein. Derzeit verzeichnet das Start-up eine rege Nachfrage, da KI-Labore zunehmend vom Training zum produktiven Betrieb ihrer Modelle übergehen. Die Chips von Cerebras sind laut Experten besser für sogenannte Inferenz-Workloads geeignet als die herkömmlichen Grafikprozessoren (GPUs), auf die sich die Branche bisher beim Training konzentriert hat.
Nach dem langen Wochenende hat der schweizerische Aktienmarkt den Handel am Montag mit einem deutlichen Minus beendet. Am Freitag blieb die Börse aufgrund des 1. Mai geschlossen. Der SMI verlor 1 Prozent auf 13.003 Punkte, nachdem er im Tagestief schon bei 12.980 Punkten gelegen hatte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 17 Kursverlierer und 2 -gewinner gegenüber, unverändert schloss 1 Aktie. Umgesetzt wurden 20,25 (zuvor: 26,51) Millionen Aktien. Die Aktie des Logistikers Kühne + Nagel büsste 5,9 Prozent ein und war damit das Schlusslicht im SMI. Amazon will sein Logistiknetzwerk für mehr Geschäftskunden öffnen. Der Konzern hat zu Wochenbeginn den Start von Amazon Supply Chain Services angekündigt. Dies ist eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmen, von Konsumgüterherstellern bis hin zu Bekleidungshändlern, um Amazon für Dienstleistungen wie Fulfillment, See- und Luftfracht sowie Lkw-Transporte zu beauftragen. Belastet wurde der Markt auch von den deutlicheren Abgaben bei den Index-Schwergewichten Roche, Novartis und Nestle, die bis zu 1,8 Prozent verloren.
Europa
Die europäischen Aktienmärkte sind mit Verlusten in die neue Woche gestartet. Hauptthema war einmal mehr die Geopolitik. Der DAX fiel um 1,2 Prozent auf 23.991 Punkte zurück, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 2 Prozent auf 5.764 Punkte nach unten. Dass der DAX besser abschnitt als die europäischen Pendants hing auch an Dividendenausschüttungen. Sie werden in den Berechnungen der Indizes unterschiedlich behandelt. An den Anleihemärkten ging es mit den Renditen nach oben. Der Euro gab etwas nach auf 1,1695 Dollar. Die Aktie der Deutschen Post brach um 7,3 Prozent ein. Amazon wird anderen Unternehmen künftig Zugang zu Lieferketten und eigenen Logistikstrukturen gewähren. Das neue Angebot unter dem Namen Amazon Supply Chain Services soll das gesamte Portfolio an Fracht-, Vertriebs-, Fulfillment- und Paketversandkapazitäten für Unternehmen aller Art und Grösse anbieten, und nicht nur für Amazon-Verkäufer. Damit würde Amazon in direkten Wettbewerb mit Dienstleistern wie UPS oder DHL treten. In der Schweiz verloren Kühne + Nagel 5,9 Prozent. Autotitel standen unter Druck nach der Ankündigung von US-Präsident Trump, nun 25 statt 15 Prozent auf Importe von Autos aus der EU erheben zu wollen. Er verwies auf ein im vergangenen Jahr unterzeichnetes Handelsabkommen, das innerhalb der EU weiter noch nicht gesetzlich verankert sei. Der Markt reagierte dennoch nicht übermässig, weil erfahrungsgemäss damit das letzte Wort noch nicht gesprochen sein dürfte. Auch hat der Oberste Gerichtshof die Zollpolitik der US-Regierung für rechtswidrig erklärt. Im DAX fielen VW, Mercedes-Benz und BMW um bis zu 3,4 Prozent. Unicredit hat für die geplante Aufstockung ihrer Commerzbank-Anteile die Zustimmung ihrer Aktionäre erhalten. Die Italiener hatten Mitte März angekündigt, ein Übernahmeangebot für die Commerzbank in Form von Aktien zu unterbreiten, um ihren Anteil zunächst auf über 30 Prozent aufzustocken. Unicredit-Chef Andrea Orcel strebt aber letzten Endes eine Übernahme der Commerzbank an. Die wiederum pocht auf ihre Eigenständigkeit. Unicredit gaben 2,4 Prozent nach, Commerzbank fielen um 3,4 Prozent zurück.
USA
Mit Abgaben hat die Wall Street den ersten Handelstag der Woche beendet. Vor allem die undurchsichtige Nachrichtenlage rund um den Nahost-Konflikt sorgte für Verunsicherung. Dazu kam das wieder auflebende Zollthema, nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hat, die Zölle auf Auto-Importe aus der EU zu erhöhen, obwohl der Oberste US-Gerichtshof diese als nicht rechtmässig bezeichnet hat. Der Dow-Jones-Index verlor 1,1 Prozent auf 48.942 Punkte. Der S&P-500 reduzierte sich um 0,4 Prozent und der Nasdaq-Composite büsste 0,2 Prozent ein. Nach ersten Angaben gab es an der Nyse 801 (Freitag: 1.335) Kursgewinner und 1.967 (1.381) -verlierer. Unverändert schlossen 55 (114) Titel. Unternehmensseitig sorgte Gamestop für das Thema des Tages. Der Videospielehändler hat ein 56-Milliarden-Dollar-Angebot für Ebay angekündigt. Etwa die Hälfte des Angebots soll in bar erfolgen mit 125 Dollar je Ebay-Aktie, der Rest in Gamestop-Aktien. Gamestop gab zudem bekannt, bereits rund 5 Prozent an Ebay erworben zu haben und auch eine Kreditzusage über 20 Milliarden Dollar von TD Securities zu haben. Ebay teilte mit, das Angebot sorgfältig zu prüfen und zu bewerten Für die Ebay-Aktie ging es um 5,1 Prozent nach oben auf 109,33 Dollar. Gamestop knickten dagegen um 10,2 Prozent ein. Amazon (+1,4%) will sein Logistiknetzwerk für mehr Geschäftskunden öffnen. Der Konzern hat am Montag den Start von Amazon Supply Chain Services angekündigt. Dies ist eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmen, von Konsumgüterherstellern bis hin zu Bekleidungshändlern, um Amazon für Dienstleistungen wie Fulfillment, See- und Luftfracht sowie Lkw-Transporte zu beauftragen. In der Folge standen die Aktien von UPS und Fedex mit Abgaben von 10,5 bzw. 9,1 Prozent unter Druck.
Asien
Die Geopolitik sorgt am Dienstag an den ostasiatischen Börsen für Zurückhaltung. Angesichts der wieder zunehmenden Feindseligkeiten im Nahostkonflikt mit gegenseitigen Angriffen auf Schiffe in der Strasse von Hormus, trennen sich die Akteure eher von Aktien. Dazu kommt eine leichtere Vorgabe der Wall Street. In Hongkong geht es für den HSI nach dem deutlichen Plus vom Vortag um 1,2 Prozent nach unten.
Obligationen
Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen sprang über die Marke von 5 Prozent, da sich die Anleger Sorgen über die Verschuldung der US-Regierung machen.
Analyse
Citi erhöht Holcim auf 83 (80) CHF – Buy
Citi senkt Eaysjet auf 500 (540) p – Buy
Montega erhöht PVA Tepla auf 42 (30) EUR – Buy
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