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US-Regierung droht Fed-Chef Powell mit strafrechtlicher Anklage

Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Mon, 12.01.2026 - 00:00

Thema des Tages

Der Konflikt zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank Fed spitzt sich weiter zu. Nun haben Staatsanwälte gegen Jerome Powell wegen seiner Aussage im vergangenen Sommer über das Renovierungsprojekt des Zentralbankgebäudes Ermittlungen aufgenommen, sagten Regierungsbeamte, die Kenntnis von der Angelegenheit haben. Er habe am Freitag einen Ermittlungsbescheid ("Grand Jury Subpoena") zugestellt bekommen, wo mit einer strafrechtlichen Anklage im Zusammenhang mit seiner Aussage vor dem Bankenausschuss des Senats gedroht werde, sagte der Fed-Chef in einer Erklärung und fügte an, dass die Untersuchung ein Vorwand im Rahmen der andauernden Kampagne von Präsident Trump sei, die Fed zu Zinssenkungen zu drängen und die Unabhängigkeit der Zentralbank zu beenden. Der Gegenstand der Untersuchungen ist die Renovierung der Notenbank, die Trump bereits im Vorfeld wegen ausufernder Kosten kritisiert hatte. Die sich weiter zuspitzende Lage im Iran und zunehmende Sorgen über die Unabhängigkeit der US-Notenbank haben den Goldpreis am Montag auf ein weiteres Rekordhoch getrieben.

Schweizer Aktien

Etwas fester hat der schweizerische Aktienmarkt den letzten Handelstag der Woche beendet. Der SMI gewann 0,5 Prozent auf 13.422 Punkte. Gesucht waren Konjunkturzykliker, allen voran die Aktien von Amrize, die um 3,1 Prozent zulegten. Kühne + Nagel gewannen 1,7 Prozent und Sika 1,5 Prozent. Unter den Indexschwergewichten machten Nestlé 1,4 Prozent gut. Die Aktien des Nahrungsmittelkonzerns waren in den vergangenen Tagen abverkauft worden, nachdem Nestle Babynahrung zurückgerufen hatte, die möglicherweise mit Bakterien belastet ist. Die Kurse der Pharmariesen Novartis (+0,3%) und Roche (+0,4%) zeigten sich etwas fester. Logitech, die am Donnerstag einen heftigen Kursrückgang verzeichnet hatten, erholten sich um 1,3 Prozent. Unterstützung kam hier auch vom taiwanischen Chiphersteller TSMC, der starke Zahlen für das vierte Quartal vorgelegt hatte. Die Aktien der Versicherer im SMI standen unter Druck. Swiss Life, Swiss Re und Zurich verloren bis zu 2 Prozent.

Internationale Märkte

Europa
An den europäischen Aktienmärkten ging es zum Wochenschluss nach oben. Der DAX war mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 25.262 Punkte der Underperformer in Europa. Dennoch markierte der Index bei 25.281 Punkten ein Rekordhoch. Der Euro-Stoxx-50 stieg dagegen um 1,6 Prozent auf 5.997 Punkte - auch getrieben vom Technologiesektor. Der Index markierte ebenfalls ein Allzeithoch. Rio Tinto (-3%) und Glencore(+9,6%) verhandeln über eine Fusion, aus der das weltweit grösste Bergbau-Unternehmen mit einem Marktwert von mehr als 200 Milliarden US-Dollar hervorgehen könnte. Rohöl der Sorte Brent stieg über 63,50 US-Dollar, der Sub-Index der Ölwerte legte um 2,5 Prozent zu Bei den Einzelwerten zogen BP und Shell um bis zu 3 Prozent an. Mit Aufschlägen von 3,5 Prozent führten Technologiewerte in Europa die Gewinnerliste an. Stützend wirkten die jüngsten Umsatzzahlen von TSMC. Diese sind im Dezember laut Equita mit einem Zuwachs von 20 Prozent weit über der Schätzung von 13 Prozent geblieben. Nach Einschätzung der Analysten dürfte vor allem der Bereich High-Performing-Computing (HPC), der Chips für KI-Anwendungen produziert, für die Zuwächse verantwortlich sein. Zudem hat Teamviewer (+4,4%) vorläufige Geschäftszahlen veröffentlicht. Die Meldung wirke stabilisierend, da keine weitere operative Verschlechterung sichtbar werde und sich erstmals ein konstruktives Signal zeige, so Analysten.

USA
Nach überraschend schwachen US-Arbeitsmarktdaten hat sich an der Wall Street am Freitag eine freundliche Tendenz durchgesetzt. Der Dow-Jones-Index stieg um 0,5 Prozent auf 49.504 Punkte. Für den S&P-500 ging es um 0,6 Prozent nach oben auf ein neues Rekordhoch, und der Nasdaq-Composite gewann 0,8 Prozent. Eine für den Freitag erwartete Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zur Nutzung von Notstandsbefugnissen durch US-Präsident Donald Trump zur Verhängung weitreichender Zölle blieb zunächst aus. Bei den Einzelwerten machten Intel einen Kurssprung von 10,8 Prozent. Auslöser seien positive Äusserungen des US-Präsidenten gewesen, erklärten Marktteilnehmer. Die Aktien von General Motors fielen um 2,7 Prozent. Der US-Konzern rechnet im vierten Quartal mit Aufwendungen in Höhe von 6 Milliarden Dollar aufgrund einer Überprüfung seiner Produktionskapazitäten für Elektrofahrzeuge nach dem Auslaufen der Steuergutschrift für diese Fahrzeuge und nachlassender Nachfrage. Aktien aus dem Bereich Künstliche Intelligenz (KI) waren gesucht nach besser als erwartet ausgefallenen Umsatzzahlen von TSMC. Der weltweit grösste Auftragschiphersteller meldete einen Umsatzanstieg von 32 Prozent für 2025 und übertraf die Markterwartungen. Die Aktien des TSMC-Zulieferers Applied Materials stiegen um 6,9 Prozent, Lam Research - ebenfalls TSMC-Kunde - gewannen 8,6 Prozent. Die Aktien des TSMC-Kunden Broadcom stiegen um 3,8 Prozent. Revolution Medicines verteuerten sich um 10,6 Prozent. Hintergrund war ein Bericht der Financial Times, wonach Merck & Co darüber verhandelt, den Krebsmedikamentenhersteller zu kaufen. Die Aktien von Merck & Co sanken um 0,4 Prozent.

Asien
Einen freundlichen Start in die neue Woche erleben die Aktienmärkte in Ostasien am Montag. In Tokio ruht der Handel wegen eines nationalen Feiertags. In Seoul legt der Kospi um 0,8 Prozent zu. In Shanghai geht es um 0,7 Prozent nach oben, in Hongkong um 0,9 Prozent. Der Aktienhandel in Sydney ist bereits beendet, dort stand am Ende des Handels ein Plus von 0,5 Prozent. Zu den Favoriten gehören wie bereits in der jüngsten Vergangenheit Technologieaktien mit der intakten KI-Fantasie und der hohen Nachfrage nach Chips. Zuletzt untermauerten dies am Freitag starke Zahlen von TSMC. Im Chipsektor verbessern sich TSMC in Taipeh um 1,2 Prozent, in Seoul legen SK Hynix um 0,5 Prozent zu.

Obligationen
Am US-Rentenmarkt sank die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen zum Wochenschluss um 1 Basispunkt auf 4,17 %. Die Arbeitsmarktdaten veranlassen die Anleger, verstärkt auf eine Zinspause der Fed zu wetten, wobei die Wahrscheinlichkeit dafür laut dem FedWatch-Tool der CME von 88 auf 95 Prozent gestiegen ist.

Analyse
UBS erhöht Galderma auf 200 (190) CHF - Buy
Berenberg erhöht Holcim auf 70 (60) CHF - Hold

Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.

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