Von Ludovica SCOTTO DI PERTA
Veröffentlicht am Fri, 16.01.2026 - 00:00
Die Mitsubishi Corp. erwirbt Schiefergas-Assets von Aethon in Texas und Louisiana für 5,2 Milliarden US-Dollar. Die jetzt vereinbarte Akquisition ist die bislang grösste in der Geschichte des japanischen Handelshauses. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, wird das Erdgas von Aethon derzeit auf dem Markt im Süden der USA verkauft. Mitsubishi prüfe jedoch, einen Teil der Produktion als Flüssigerdgas (LNG) nach Asien - einschliesslich Japan - und nach Europa zu exportieren. Die Transaktion passt zu Bestrebungen von US-Präsident Donald Trump, die industrielle Basis der USA zu stärken und die Energieexporte zu erhöhen. Mitsubishi erklärte, die Investition werde das eigene Erdgasgeschäft stärken. Zudem solle damit der Aufbau einer Wertschöpfungskette in den USA beschleunigt werden, die von der Upstream-Gasentwicklung über die Stromerzeugung und den Bau von Rechenzentren bis hin zur Chemieproduktion und anderen verwandten Bereichen reicht. Nach Angaben des japanischen Konzerns produzieren die Schiefergas-Assets von Aethon täglich etwa 2,1 Milliarden Kubikfuss Erdgas, was einer Jahresmenge von rund 15 Millionen Tonnen LNG entspricht. Mitsubishi erwirbt die Aethon-Anteile von dem Pensionsfonds Ontario Teachers' Pension Plan, dem Investor RedBird Capital Partners und Aethon Energy Management.
Gut behauptet hat der schweizerische Aktienmarkt den Handel am Donnerstag beendet. Der SMI gewann 0,1 Prozent auf 13.476 Punkte. Die Aktien der Partners Group (+7,7%) führten die Gewinner im SMI mit weitem Abstand an. Der Vermögensverwalter hatte am Mittwoch nach Börsenschluss einen kräftigen Anstieg des Verwalteten Vermögens gemeldet und sich auch für 2026 optimistisch gezeigt. Überraschend gut waren die Zahlen von Richemont zum dritten Geschäftsquartal des Luxusgüterkonzerns ausgefallen. Die Aktie fiel gleichwohl um 2,4 Prozent, was Marktteilnehmer mit Gewinnmitnahmen erklärten. Zudem äusserte Richemont die Sorge, dass steigende Materialkosten die Margen drücken könnten. Als solide wurden die Zahlen zum vierten Quartal von Geberit (-4,1%) bezeichnet. Doch schien der Ausblick die Anleger nicht zu überzeugen. Kühne + Nagel gaben um 0,9 Prozent nach. Beobachter verwiesen auf die dänische Reederei Moeller-Maersk. In den USA waren die Geschäftszahlen von Goldman Sachs, Morgan Stanley und Blackrock positiv aufgenommen worden, was auch den Kurs der Schweizer Bank UBS (+0,9%) stützte. Technologiewerte profitierten von guten Zahlen des taiwanischen Chipherstellers TSMC. Unter anderem verbesserten sich Ams-Osram um 5,4 Prozent. Auch Konjunkturzykliker waren gesucht, nachdem in den USA ermutigende Wirtschaftsdaten veröffentlicht worden waren. ABB und Amrize stiegen um 2,6 und 0,9 Prozent. Sika erholten sich mit plus 2,2 Prozent.
Europa
Die europäischen Aktienmärkte haben den Handel am Donnerstag im Plus beendet. Der DAX schloss 0,3 Prozent höher bei 25.352 Punkten, für den Euro-Stoxx-50 ging es auch dank steigender Technologieaktien um deutliche 0,6 Prozent auf 6.041 Punkte nach oben. Der Sektor der Ölwerte in Europa reduzierte sich um 0,1 Prozent. Das stützte auf der anderen Seite die Fluggesellschaften: Lufthansa gewannen 2,7 Prozent oder Ryanair 2,8 Prozent. Nach starken Geschäftszahlen und überzeugendem Ausblick von TSMC stieg der Technologie-Index europaweit um 2,7 Prozent. ASML gewannen 6 Prozent, ASM International 11,2 und BE Semiconductor 7,5 Prozent. Am deutschen Aktienmarkt legten Werte wie Suss Microtec (+10,7%) , Aixtron (+ 5,7 %) oder PVA (+ 8,43 %) zu. Jefferies sprach von einem schwachen Zwischenbericht von Repsol (-6,3%) zum vierten Quartal. Für die Aktie von Dräger ging es nach Vorlage der überzeugenden 2025er-Geschäftszahlen 9,3 Prozent nach oben. Positiv wurde an der Börse die Nachricht aufgenommen, dass SGL Carbon (+20%) den Reaktorentwickler X-Energy mit mittelkörnigem Graphit beliefert
USA
Nach den Abschlägen des Vortages hat sich die Wall Street am Donnerstag etwas erholt - vor allem die zuletzt unter Druck geratene Nasdaq. Der Dow-Jones-Index stieg um 0,6 Prozent auf 49.442 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite zogen um 0,3 bzw. 0,2 Prozent an. Der Technologiesektor und damit auch die technologielastige Nasdaq wurden durch Rekordumsätze der Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC) im vierten Quartal gestützt. Die Titel von Nvidia, deren Chips von TSMC gefertigt werden, gewannen 2,2 Prozent - Broadcom und AMD kletterten um 0,9 bzw. 1,9 Prozent. Die Aktien der TSMC-Zulieferer Applied Materials und Lam Research zogen um 5,7 und 4,2 Prozent an. Der Finanzsektor stand erneut im Fokus: Morgan Stanley hat im vierten Quartal von einem starken Investmentbanking und höheren Einnahmen der Vermögensverwaltung profitiert. Die US-Bank steigerte den Gewinn deutlich und übertraf die Markterwartungen - der Kurs legte um 5,8 Prozent zu. Goldman Sachs rückten um 4,6 Prozent vor. Das Finanzinstitut hat im vierten Quartal den Gewinn kräftig verbessert - wenngleich auch mit Unterstützung von positiven Einmalposten. Der weltgrösste Vermögensverwalter Blackrock (+6,1%) hat in der vierten Periode auf bereinigter Basis die Markterwartungen geschlagen - die verwalteten Vermögen kletterten um 22 Prozent. Im Ölsektor gaben Chevron um 0,6 Prozent und Exxon Mobil um 0,8 Prozent nach - belastet von fallenden Rohölpreisen.
Asien
An den asiatischen Aktienmärkten setzt sich am Freitag keine einheitliche Tendenz durch. Gefragt sind nach dem starken Ausblick von Taiwan Semiconductors Manufacturing (TSMC) weiter Techologiewerte. Davon profitiert der Kospi in Seoul, er steigt um 0,6 Prozent und markiert Allzeithochs. Die Börsen in Tokio und in Schanghai können sich dagegen nur behaupten. In Hongkong gibt der Hangseng 0,2 Prozent ab. Der Leitindex in Sydney zieht dagegen um ein halbes Prozent an, gestützt vor allem von Gewinnen im Bankensektor. Taiwan Semiconductors gewinnen 2,7 Prozent auf 1.735 Taiwan-Dollar. Der Konzern hatte am Donnerstag nach Börsenschluss einen unerwartet starken Ausblick veröffentlicht. Das Angebot an modernen Chips von TSMC könnte für einige Zeit knapp bleiben, urteilen die Analysten der Citigroup. Sie haben das Kursziel von 2.450 auf 2.600 Taiwan-Dollar angehoben.
Obligationen
Am US-Rentenmarkt stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen am Donnerstag um 3 Basispunkte auf 4,17 %. Zum einen dürfte die wieder steigende Risikobereitschaft der Anleger das Interesse an "sicheren Häfen" wie Anleihen gedämpft haben. Im Handel war aber auch von entweichender Zinssenkungsfantasie die Rede.
Analyse
Kursziel Lindt&Sprüngli: Goldman Sachs erhöht auf 111'200 (110'700) CHF - Sell
Kursziel Sika: Kepler Cheuvreux senkt auf 255 (260) CHF - Buy
Kursziel Partners Group: Goldman Sachs erhöht auf 1220 (1190) CHF - Neutral
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