Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Mon, 19.01.2026 - 00:00
Die Europäische Union bereitet eine Reaktion auf Donald Trumps Zolldrohung im Grönland-Streit vor. Die EU erwägt laut Financial Times, die USA mit Zöllen in Höhe von 93 Milliarden Euro zu belegen oder den Zugang für amerikanische Unternehmen zum EU-Markt einzuschränken. Die Vergeltungsmassnahmen würden ausgearbeitet, um den europäischen Staats- und Regierungschefs bei den entscheidenden Treffen mit dem US-Präsidenten auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos in dieser Woche mehr Einfluss zu verschaffen, wie an den Vorbereitungen beteiligte EU-Vertreter der Zeitung sagten. Trump hatte am Samstag gesagt, neue Zölle von 10 Prozent gegen Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, die Niederlande, Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland sollen ab Februar gelten und im Juni auf 25 Prozent steigen.
Der schweizerische Aktienmarkt hat sich etwas leichter aus dem letzten Handelstag der Woche verabschiedet. Der SMI verlor 0,5 Prozent auf 13.414 Punkte. Am Donnerstag hatte der Index seinen bisher höchsten Stand erreicht. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 13 Kursverlierer und sechs -gewinner gegenüber, unverändert schloss die Swisscom-Aktie. Umgesetzt wurden 25,22 (Vortag: 19,58) Millionen Aktien. Die mit Abstand höchsten Verluste im SMI verzeichnete die Aktie von Richemont. Nachdem am Vortag die guten Quartalszahlen zu Gewinnmitnahmen genutzt und der etwas vorsichtige Ausblick des Luxusgüterkonzerns negativ aufgenommen worden war, verloren die Titel nun weitere 5,4 Prozent. Die Analysten von Berenberg sehen in der Uhrensparte von Richemont eine Schwachstelle. Und die Kollegen von der Bank of America hatten Richemont auf Neutral von Buy zurückgestuft. Sie halten den Sektor an sich für angemessen bewertet. Belastet wurde der SMI auch von Schwergewicht Nestle, dessen Kurs um 1,7 Prozent fiel. Die Pharmaschwergewichte Roche (+1%) und Novartis (+0,9%) widersetzten sich der negativen Tendenz. Logitech fielen um 0,9 Prozent. Die Analysten von Barclays hatten die Aktie auf Equal-Weight von Overweight abgestuft. Sie halten den Sektor für angemessen bewertet.
Europa
er europäische Aktienmarkt hat den Handel am Freitag mit kleinen Verlusten beendet. Die Anleger gingen auf Nummer sicher und nahmen Gewinne mit vor dem Wochenende. Auf eine erste Rally-Woche des Börsenjahres 2026 folgte im DAX damit nun eine zweite Woche mit einer Konsolidierung. Das am Dienstag erreichte Allzeithoch über 25.500 Punkten sahen Anleger nach Einschätzung von CMC offenbar als willkommene Gelegenheit an, nach der 1.600-Punkte-Rally ein paar Gewinne mitzunehmen. Der DAX verlor 0,2 Prozent auf 25.297 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es 0,2 Prozent auf 6.029 nach unten. Der Euro wertete auf 1,1600 Dollar ab. Ursache waren Aussagen von US-Präsident Donald Trump. Dieser hat sich dahingehend geäussert, dass Kevin Hassett in seinem Amt als Vorsitzender des Nationalen Wirtschaftsrats verbleiben könnte. Er gilt neben Kevin Warsh als Top-Kandidat für die Nachfolge von Fed-Chairman Jerome Powell. Hassett gilt als treuer Verfechter der Wirtschaftspolitik von Trump. Trump fordert seit längerem Zinssenkungen durch die US-Notenbank, um das Wachstum anzukurbeln. Allgemein positiv wurde der Zolldeal zwischen den USA und Taiwan gewertet. Wie es von der Societe Generale hiess, scheint Taiwan mit dem von 20 auf 15 Prozent gesenkten Zöllen im Gegensatz zu Südkorea und Japan durch das Abkommen mehr Flexibilität zu geniessen, was wahrscheinlich auf seine dominante und nahezu monopolistische Stellung im Bereich fortschrittlicher Chips zurückzuführen sei. Mit Blick auf den globalen Handel wird mit dem EU-Indien-Freihandelsabkommen für Ende des Monats gerechnet. Bei den Einzeltiteln standen Klöckner mit einem Übernahmeangebot im Blick. "Das Gebot kommt nicht unerwartet, die Prämie ist aber deutlich höher als gedacht", so ein Marktteilnehmer zu dem Gebot von Worthington Steel für Klöckner. Das Gebot sei mit 11 Euro je Aktie eine deutliche Prämie und sollte helfen, die Annahmequote von 65 Prozent zu erreichen.
USA
An der Wall Street hatte sich im Verlauf des Freitagshandels unter den Anlegern die Vorsicht durchgesetzt und die Börse mit leichten Verlusten ins Wochenende geschickt. Die Indizes gaben im Handelsverlauf ihre anfänglichen Gewinne ab, auch weil die Anleger vor dem langen Wochenende kein Risiko eingehen wollten. Am Montag bleiben die US-wegen des Feiertags Martin Luther King Day geschlossen. Der Dow-Jones-Index verlor 0,2 Prozent auf 49.359 Punkte, S&P-500 gab um 0,1 Prozent nach und Nasdaq-Composite sah ebenfalls ein Minus von 0,1 Prozent. Dabei wurden an der Nyse 1.180 (Donnerstag: 1.843) Kursgewinner und 1.565 (921) - verlierer gesehen. Unverändert schlossen 68 (57) Titel. Etwas Unterstützung kam von ermutigenden Daten zur Industrieproduktion, die im Dezember stärker gestiegen ist als erwartet. Als Stimmungsdämpfer wirkte vor allem die geopolitische Lage. Gesucht waren teilweise erneut Aktien mit Bezug zu TSMC oder zum Thema KI, nachdem der taiwanische Chipauftragsfertiger mit starken Geschäftszahlen und einem optimistischen Ausblick die Furcht vor einer KI-Blase vorerst zerstreut hat. Unter anderem stieg die Aktie von Nvidia, für die TSMC Chips fertigt, im Handelsverkauf zunächst leicht an, gab aber zur Schlussglocke ihre Gewinne wieder ab und zeigte sich mit einem Minus von 0,5 Prozent. Advanced Micro Devices (AMD) legten unterdessen um 1,7 Prozent zu und Broadcom um 2,5 Prozent. Micron verteuerten sich um 7,8 Prozent, nachdem TSMC-Co-CEO Mark Liu Aktien des Speicherchipherstellers gekauft hatte. In den Blick würden nun die anstehenden Quartalsergebnisse der Branchenunternehmen rücken, merkte Swissquote an. Für die Anleger stünden nach wie vor Bedenken wegen zirkulärer Geschäftsmodelle, Verschuldung und verzögerter Renditen von Investitionen im Vordergrund.
Asien
Mit einer uneinheitlichen Tendenz zeigen sich die asiatischen Aktienmärkte zu Beginn der neuen Woche. Im Fokus stehen chinesische Wirtschaftsdaten. So hat sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal um 4,5 Prozent erhöht, blieb damit aber knapp unter der Prognose einer Zunahme um 4,6 Prozent. Damit erreichte Peking allerdings sein offizielles Wachstumsziel und knüpfte an das reale BIP-Wachstum von 5 Prozent aus dem Jahr 2024 an. Während es für den Shanghai-Composite um 0,3 Prozent aufwärts geht, verliert der Hang-Seng-Index in Hongkong 0,9 Prozent.
Obligationen
Auf dem US-Anleihemarkt sind die Kurse von Staatsanleihen im Laufe der Sitzung am Freitag stark gefallen. Infolgedessen stieg die Rendite der zehnjährigen Benchmark-Anleihe, die sich entgegengesetzt zu ihrem Kurs entwickelt, um 7,1 Basispunkte auf ein Viermonatshoch von 4,231 Prozent.
Analyse
Bank of America erhöht Swatch-Ziel auf 150 (135) CHF – Underperform
Bank of America erhöht LVMH-Ziel auf 750 (675) EUR – Buy
Bank of America erhöht ASML-Ziel auf 1.373 (1.205) EUR – Buy
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