Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Wed, 21.01.2026 - 00:00
Netflix hat im vierten Quartal 2025 zwar dank höherer Werbeeinnahmen und Preise mehr verdient als erwartet. Auch Umsatz fiel höher aus als angenommen. Allerdings enttäuschte der Konzern mit seinem Ausblick für das laufende Quartal die Erwartungen. Im nachbörslichen US-Handel verliert die Netflix-Aktie 4,9 Prozent. Der Nettogewinn stieg auf 2,42 (Vorjahr: 1,87) Milliarden US-Dollar und das bereinigte Ergebnis je Aktie betrug 0,56 (4,27) Dollar. Analysten hatten im Factset-Konsens mit 0,55 Dollar gerechnet. Der Vorjahreswert erscheint deswegen höher, weil der Streamingdienst im November einen Aktiensplit im Verhältnis 10:1 der ausgegebenen Stammaktien durchgeführt hatte. Unter Berücksichtigung des Aktiensplits lag das Ergebnis je Aktie im Vorjahr bei 0,43 Dollar. Der Umsatz kletterte auf 12,05 (10,25) Milliarden Dollar. Damit wurde Prognose der Analysten von 11,97 Milliarden Dollar übertroffen. Netflix hat die quartalsweise Veröffentlichung der Abonnentenzahlen eingestellt. Netflix verzeichnete im vierten Quartal nach eigenen Angaben einen Zuschauerzuwachs durch die letzte Staffel der Erfolgsserie "Stranger Things", den animierten Musical-Film "Kpop Demon Hunters" und zweier NFL-Footballspiele.
Die jüngsten Entwicklungen im Streit um Grönland haben auch den schweizerischen Aktienmarkt am Dienstag belastet. Der SMI verlor 0,8 Prozent auf 13.170 Punkte. Von den 20 SMI-Werten verzeichneten 19 Kursverluste. Einziger Kursgewinner im SMI war die Alcon-Aktie, die allerdings am Montag die Liste der Verlierer angeführt hatte und nun in einer Gegenbewegung um 2,2 Prozent zulegte. Umgesetzt wurden 17,91 (Vortag: 16,09) Millionen Aktien. Anleger zogen Geld aus US-Assets ab, darunter auch aus dem Dollar, und suchten stattdessen Sicherheit in Edelmetallen - Gold und Silber erreichten Rekordpreise - und im Schweizer Franken. Dessen Aufwertung belastete besonders die Kurse exportabhängiger heimischer Unternehmen. Den mit Abstand höchsten Kursverlust im SMI verbuchte die Logitech-Aktie mit minus 4,3 Prozent. Die Analysten von Morgan Stanley hatten sie auf Underweight von Equal-Weight abgestuft. Ansonsten erfasste die Verkaufswelle jedoch den breiten Markt und erfasste defensive Aktien ebenso wie Konjunkturzykliker. Die Indexschwergewichte Nestle und Novartis gaben 1,0 und 1,1 Prozent nach. Roche verringerten ihr Minus im späten Handel auf 0,2 Prozent. Unter den konjunktursensitiven Titeln fielen im Bausektor Geberit, Holcim und Sika um bis zu 1,6 Prozent.
Europa
An den europäischen Aktienmärkten ist es am Dienstag weiter abwärts gegangen. Der DAX fiel um 1 Prozent auf 24.703 Punkte, und mit dem Euro-Stoxx-50 ging es um 0,6 Prozent auf 5.892 Punkte nach unten. Die Nachrichtenlage von Unternehmensseite war extrem dünn. So führt Henkel (-2,6%) Gespräche über einen Erwerb des niederländischen Chemieunternehmens Stahl Holdings, das sich auf Beschichtungen und Oberflächenbehandlungen für Materialien wie Leder, Kunststoffe und Textilien spezialisiert hat. Mit Blick auf den Umsatz wäre es ein kleinerer und strategisch sinnvoller Zukauf, wenn er denn stattfinde, heisst es im Handel. Hypoport verloren nach Zahlenausweis fast 17 Prozent. Vor allem das um 1 Prozent geschrumpfte Volumen der Plattform Europace im vierten Quartal stösst Anlegern sauer auf. "Die Perspektiven für Immobilienwerte werden ja nicht besser angesichts der steigenden langfristigen Renditen", sagte ein Händler. Daher könnte der Markt das vierte Quartal als Wendepunkt beim Wachstum interpretieren und überproportional negativ reagieren. Das Gesamtjahr verlief indes gut. Anaylstenkommentare belasteten Aktien wie Carl Zeiss Meditec, FMC und Douglas. Docmorris gaben nach Zahlenausweis 8,6 Prozent ab, im Sog fielen Redcare um 3,3 Prozent.
USA
Die Eskalation im Streit um Grönland hat am Dienstag die Wall Street durchgerüttelt und alle drei grossen Börsenindizes abrutschen lassen. Weil am Montag der US-Handel wegen eines Feiertags ruhte, konnten die Anleger erst jetzt auf die Eskalation des Streits um Grönland reagieren. Am Wochenende drohte der US-Präsident Donald Trump all jenen europäischen Ländern Strafzölle an, die sich seinem Streben nach Grönland widersetzen und sich stattdessen an die Seite Dänemarks stellen. Betroffen davon sind Deutschland, Dänemark, Schweden, Frankreich, die Niederlande und Finnland sowie Grossbritannien und Norwegen. Der Cboe Volatility Index (VIX), der als Angstbarometer der Wall Street gilt, schnellte zeitweise auf 20.69 hoch, so hoch wie seit dem 25. November nicht mehr. Der Dow-Jones-Index verlor 1,8 Prozent auf 48.489 Punkte, der S&P-500 gab um 2,1 Prozent auf 6.797 Punkte nach und der Nasdaq-Composite rutschte um 2,4 Prozent auf 22.954 Zähler ab. Dabei wurden an der Nyse 611 (Freitag: 1.180) Kursgewinner und 2.168 (1.565)- verlierer gesehen. Die Bilanzsaison spielte unterdessen eine untergeordnete Rolle angesichts der politischen Grosswetterlage. Unter anderem hatte 3M über den Verlauf des vierten Quartals berichtet. Die Aktie konnte sich der negativen Stimmung nicht entziehen und fiel um 6,9 Prozent. Die Aktie des KI-Chipherstellers Nvidia büsste 4,4 Prozent ein. Neben der der allgemeinen Marktunruhe wegen Grönland drückten auch die Zweifel, ob der Boom um Künstlichen Intelligenz anhält.
Asien
Wenig Bewegung gibt es zur Wochenmitte an den asiatischen Aktienmärkten. Die Blicke sind vor allem auf die Entwicklungen um Grönland gerichtet. US-Präsident Donald Trump will sich auf dem WEF in Davos mit europäischen Politikern treffen. Der Markt hofft auf eine einvernehmliche Lösung. Daneben steht weiter Japan im Fokus, wo es am Vortag mit der Sorge um übermässig aggressive fiskalische Massnahmen zu Turbulenzen am Anleihemarkt mit einem starken Ausverkauf von japanischen Staatsanleihen gekommen war. Im Zuge dessen war die Rendite zehnjähriger Papiere auf den höchsten Stand seit 27 Jahren geklettert. Die Finanzministerin des Landes ist jedoch zuversichtlich, dass die Situation nicht ausser Kontrolle geraten wird.
Obligationen
Die Kurse von US-Staatsanleihen haben am Dienstag nachgegeben und die Rendite zehnjähriger Anleihen legte um 6 Basispunkte auf 4,29 Prozent zu.
Analyse
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