Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Mon, 26.01.2026 - 00:00
Der erste Handelstag der Aktien der Czechoslovak Group (CSG) in Amsterdam verlief äusserst erfolgreich. Die Aktie des tschechischen Herstellers gepanzerter Fahrzeuge und Munition schloss 31 Prozent im Plus. Auch Rheinmetall, Renk und Hensoldt gewannen zwischen 2,2 und 4,7 Prozent. Die Analysten von MWB hatten sich überdies positiv zur Renk geäussert und den Titel hochgestuft. Darin spiegele sich die Zuversicht der Anleger für weitere Aufrüstung in Europa wider, heisst es. Der Börsengang der Czechoslovak Group (CSG) steht exemplarisch für den Boom im europäischen Rüstungsmarkt. Das Wachstum der Branche ist stark geopolitisch getrieben, vor allem durch den Ukraine-Krieg und die globale Aufrüstung. Die tschechische Gesellschaft gewinne an Bedeutung und werde zunehmend als potenzieller Konkurrent etablierter Namen wie Rheinmetall wahrgenommen, heisst es am Markt.
Der schweizerische Aktienmarkt hat den letzten Handelstag der Woche mit einem Minus beendet. Der SMI verlor 0,6 Prozent auf 13.147 Punkte. Die Verluste zogen sich durch alle Sektoren. Die am Donnerstag gut gelaufenen Titel von Holcim und Kühne + Nagel verbilligten sich nun um 2,4 und 2 Prozent. Im Fall von Holcim drückte die Abstufung der Aktie durch Goldman Sachs auf Neutral den Kurs. Nestlé verloren1 Prozent. Die Titel des Nahrungsmittelherstellers werden schon seit mehr als zwei Wochen von einer Rückrufaktion belastet. Dabei geht es um Babynahrung, die potenziell mit dem Toxin Cereulid verunreinigt sein könnte. Novartis (+0,5%) und Roche (+0,1%) hielten sich besser als der Markt. In der zweiten Reihe gewannen BB Biotech 0,3 Prozent. Die Beteiligungsgesellschaft hatte vorläufige Zahlen für das vierte Quartal und das Jahr 2025 vorgelegt. Die vollständigen Zahlen sollen aber erst am 20. Februar veröffentlicht werden. Mikron sackten dagegen nach Bekanntgabe vorläufiger Umsatzzahlen um 12,9 Prozent ab. Während das Geschäftssegment Automation ein nach Unternehmensangaben solides Wachstum zeigte, verzeichnete das Segment Machining Solutions Rückgänge in einem "wirtschaftlich herausfordernden Umfeld“.
Europa
Die europäischen Börsen sind am Freitag meist wenig verändert aus dem Handel gegangen. Der DAX schloss 0,2 Prozent höher bei 24.901 Punkten, der Euro-Stoxx-50 sank um 0,1 Prozent auf 5.948 Zähler. Die schwächer als erwartet ausgefallenen bereinigten Ergebnisse von BASF für das vierte Quartal dürften zu Senkungen des Konsens führen, urteilte JP Morgan. Das bereinigte EBITDA liege 14 Prozent unter der Schätzung von JP Morgan und 10 Prozent unter Konsens und sei im Jahresvergleich um 25 Prozent gefallen. Der Kurs verfiel um 0,9 Prozent. Als überraschend stark werteten Händler in ersten Einschätzungen die Geschäftszahlen von Netzwerkausrüster Ericsson im vierten Quartal. "Man hat die Margenstärke und die Konjunktur unterschätzt", kommentierte ein Händler. Unter dem Strich habe dies zu deutlich höheren Gewinnkennziffern geführt. Auch den Anstieg des organischen Absatzes um 4 Prozent im Quartal habe man aufgrund der konjunkturellen Investititionszurückhaltung nicht erwartet. Dazu kämen noch eine Dividendenerhöhung und ein grosser Aktienrückkauf als "Sahnehäubchen". Der Umsatz des vierten Quartals lag um 2,7 Prozent über der Prognose von JP Morgan. Der Kurs schoss in Stockholm um 10 Prozent nach oben. Siemens Energy stiegen um 3,1 Prozent nach einer doppelten Hochstufung durch die UBS auf "Kaufen". Die UBS begründet ihre positive Sicht mit weiterem Wachstum bei Gasturbinenaufträgen 2026. Die Aumovio-Aktie (+4,2%) werde weiterhin im Vergleich zu den diversifizierten EU-Zulieferern mit einem Abschlag gehandelt, urteilte Jefferies im Rahmen einer Hochstufung. Wacker Neuson brachen um fast 22 Prozent ein. Händler verwiesen auf den Abbruch der Übernahmegespräche mit der südkoreanischen Doosan.
USA
Am Freitag verlor der Dow-Jones-Index 0,6 Prozent und der S&P-500-Index zeigte sich unverändert. Der Nasdaq-Composite sah ein leichtes Plus von 0,3 Prozent. Die Berichtssaison in den USA lief unterdessen weiter auf Hochtouren. Nach dem "Intel-Schock" richten die Anleger aber ihren Blick jetzt bereits auf diese Woche und werden dann noch genauer prüfen, ob die Tech-Giganten ihre hohen Bewertungen rechtfertigen können. Denn vier der sogenannten "Magnificent Seven" der Tech-Giganten, nämlich Microsoft, Meta Platforms, Tesla und Apple, werden diese Woche ihre Quartalsergebnisse veröffentlichen. Am Aktienmarkt ging es für Intel kräftig nach unten. Der Konzern hatte mit einem Verlust im vierten Quartal und einem schwachen Ausblick auf das laufende erste Quartal enttäuscht. Die Aktie sackte um 17 Prozent ab, hatte aber seit dem Einstieg der US-Regierung vor einigen Monaten kräftig zugelegt. Der Aluminiumkonzern Alcoa übertraf mit seinen Viertquartalszahlen die Erwartungen des Markts. Höhere Aluminiumpreise hätten die erhöhten Zölle für Importe aus Kanada kompensiert, erklärte das Unternehmen. Die Aktie fiel gleichwohl um 1,4 Prozent. Die Eisenbahngesellschaft CSX hatte im Quartal schlechter abgeschnitten als erwartet, zeigte sich aber zuversichtlich, ihr Ergebnis dieses Jahr verbessern zu können. Das wurde mit einem Kursplus von 2,4 Prozent belohnt. Capital One Financial (-7,6%) wurde für eine Übernahme abgestraft. Die Kreditkartengesellschaft kauft für 5,15 Milliarden Dollar in bar und Aktien das Fintech-Unternehmen Brex. Amazon.com stieg um 2,1 Prozent, nachdem der Tech-Gigant nach einem Medienbericht ab nächster Woche rund 14.000 Stellen in mehreren Sparten abbauen will.
Asien
An den asiatischen Aktienmärkten geht es am Montag überwiegend nach unten. In Japan gibt der Nikkei-225 um 1,8 Prozent nach. Der Hang-Seng-Index in Hongkong fällt um 0,2 Prozent. Ein potenzieller Börsengang von Alibabas T-Head könnte erheblichen Wert für das Chip-Geschäft des Technologie-Konzerns freisetzen, so die Analysten von Nomura nach Medienberichten über die Pläne für eine Börsennotierung. In Hongkong fallen Alibaba um 1,9 Prozent. Baidu reduzieren sich um 4,2 Prozent. Der Kospi in Seoul verliert 0,7% während sich der Shanghai-Composite unverändert zeigt.
Obligationen
Am US-Rentenmarkt verlor die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen 4 Basispunkte und lag bei 4,235 Prozent. Die Nachfrage nach US-Staatsanleihen ist gestiegen und hat die Renditen der US-Staatsanleihen gedrückt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed am Mittwoch die Zinsen beibehält, wird auf dem FedWatch-Tool der CME am Freitag mit 97 Prozent eingepreist.
Analyse
Kursziel Swiss Re: Bank of America senkt auf 145 (160) CHF - Neutral
Kursziel Schindler: Research Partners erhöht auf 290 (279,50) CHF - Halten
Kursziel Barry Callebaut: Berenberg erhöht auf 1500 (1418) CHF - Hold
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