Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Mon, 02.02.2026 - 00:00
Der Einbruch bei den Metallpreisen vom Freitag setzt sich in Asien fort, da Gold, Silber und Kupfer hohe Verluste verzeichnen. Die Frage sei nun, was als Nächstes passiere, meint Michael Brown von Pepperstone. Ähnlich wie bei der vorangegangenen Rally sei es fair zu sagen, dass der Rücksetzer zu weit und zu schnell gelaufen sei, so der Stratege. Eine Art "dead cat bounce" könnte durchaus bevorstehen, fügt er hinzu. Langfristig sei das bullische Szenario solide: Die Nachfrage seitens der Zentralbanken und des Einzelhandels sei robust, und Anleger, die eine geopolitische Absicherung suchten, würden sich weiterhin grösstenteils eher Edelmetallen als dem US-Dollar oder US-Staatsanleihen zuwenden. Ein entscheidender Faktor werde sein, ob genug Schaum aus dem Markt genommen - und genug spekulative Positionen bereinigt - wurden, damit die Fundamentaldaten wieder das Ruder übernehmen können.
Mit einem kleinen Plus hat sich der schweizerische Aktienmarkt aus dem letzten Handelstag der Woche verabschiedet. Der SMI gewann 0,3 Prozent auf 13.188 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich elf Kursgewinner und neun -verlierer gegenüber. Umgesetzt wurden 21,85 (Vortag: 24,2) Millionen Aktien. Aus dem SMI veröffentlichte am Freitag kein Unternehmen Zahlen. In der zweiten Reihe machte die Swatch-Aktie einen Sprung um 13,4 Prozent nach oben. Das Unternehmen hat nach mehreren Monaten des Umsatzrückgangs in der zweiten Jahreshälfte nun wieder ein Wachstum verzeichnet, das sich vor allem im vierten Quartal 2025 beschleunigt habe. Die positive Entwicklung habe sich im Januar fortgesetzt. Im Sog von Swatch gewannen Richemont 1,2 Prozent. Givaudan erholten sich etwas von dem Ausverkauf, den die Aktie des Duft- und Aromenkonzerns am Vortag in Reaktion auf den Zahlenausweis verbucht hatte. Die Titel legten nun um 2,1 Prozent zu. Die SMI-Schwergewichte Novartis und Roche verbesserten sich um 0,3 und 1,1 Prozent. Roche profitierten damit weiter von den überzeugenden Zahlen, die der Pharmakonzern am Vortag veröffentlicht hatte. Nestle sanken derweil um 0,1 Prozent.
Europa
Fester sind die europäischen Aktienmärkte am Freitag aus dem Handel gegangen. Für den DAX ging es um 0,9 Prozent auf 24.539 Punkte nach oben, der Euro-Stoxx-50 erhöhte sich um ebenfalls 0,9 Prozent auf 5.948 Punkte. Unter den Einzelwerten erhöhten sich Adidas um 3,9 Prozent. Der Sportartikelhersteller habe mit Umsatzwachstum und Rohertragsmarge im vierten Quartal die Markterwartungen übertroffen, so die DZ Bank. Zudem verwiesen die Analysten auf den geplanten Aktienrückkauf im Volumen von bis zu 1 Milliarde Euro. SAP erholten sich etwas von den kräftigen Vortagesabgaben und legten um 3,6 Prozent zu. Die LBBW hält den Kursabsturz für übertrieben. Hintergrund des abnehmenden Cloud-Wachstums sei ein höherer Anteil an grösseren und auch länger laufenden Aufträgen. Deren Anteil am Auftragseingang habe über die vergangenen Quartale stetig zugenommen und im vierten Quartal 2025 mit 71 Prozent einen neuen Höchststand erreicht. Atoss Software stiegen nach den Geschäftszahlen um 3,8 Prozent. Sowohl Umsatz als auch Marge waren etwas besser als von Analysten erwartet ausgefallen. Den Ausblick nannte ein Händler aber vorsichtig, denn Atoss sprach von einer Margen-Erwartung von "mindestens 32 Prozent". Jedoch wurden im abgelaufenen Jahr schon 36 Prozent erzielt. Gute Zahlen kamen aus Europas Bankensektor, wie es im Handel hiess. Dieser legte um 1,7 Prozent zu. Sowohl die spanische Caixabank (+6,8%) als auch die österreichische Raiffeisen Bank International (+0,7%) hätten die Erwartungen erfüllt oder lägen einen Tick darüber.
USA
Die US-Börsen sind am Freitag deutlicher unter Druck geraten. Grund dafür waren die im Dezember überraschend stark gestiegenen Erzeugerpreise, die Inflationssorgen schürten und Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen einen Dämpfer versetzten. Der Dow-Jones-Index fiel um 0,4 Prozent auf 48.892 Punkte. Der S&P-500 verlor 0,4 Prozent, der Nasdaq-Composite gab um 0,9 Prozent nach. Die Zahl der Kursgewinner an der Nyse wurde mit 1.161 (Donnerstag: 1.576) angegeben, die der -verlierer mit 1.602 (1.159). Unverändert schlossen 58 (107) Titel. Im Blick stand ferner eine Personalie an der Fed-Spitze. Denn US-Präsident Donald Trump hat Kevin Warsh als Nachfolger von US-Notenbankgouverneur Jerome Powell nominiert. Auf Warsh hatten die Märkte als aussichtsreichsten Kandidaten gesetzt. Trump hatte ihn bereits in seiner ersten Amtszeit für den Vorsitz in Betracht gezogen, sich damals aber für den jetzigen Amtsinhaber Jerome Powell entschieden. "In jüngerer Zeit hat Warsh für die Notwendigkeit niedrigerer Zinssätze plädiert, aber früher in seiner Karriere hat er sich als Inflationsfalke einen Namen gemacht", merkte SEB-Volkswirt Johan Javeus dazu an. Am Aktienmarkt stiegen Verizon Communications um 11,8 Prozent. Nach positivem Geschäftsausweis stiegen Chevron um 3,4 Prozent, Exxon Mobil gewannen 0,8 Prozent. Die Zahlen seien solide, aber manche Anleger hätten auf mehr gehofft, hiess es. American Express (-1,8%) verfehlte die Gewinnschätzungen des Marktes, auch Visa (-3%) verloren nach Geschäftsausweis. Sandisk sprangen um 6,8 Prozent nach oben, der Anbieter von Speichermedien pulverisierte die Gewinnerwartungen des Marktes.
Asien
Nach teils kräftigen Kurszuwächsen zum Jahresstart geht es an den asiatischen zum Auftakt in den Februar teils deutlich nach unten. Einen regelrechten Kursrutsch gibt es in Südkorea: Der Kospi verlor teilweise mehr als 5 Prozent, was zu einer kurzzeitigen Handelsunterbrechung führte. Teilweise wird der Abverkauf auch mit Gewinnmitnahmen erklärt. Dabei sind die Signale aus der Konjunktur gar nicht schlecht: In China verbesserte sich zumindest der Einkaufsmanagerindex von RatingDog deutlicher über die Wachstumsschwelle auf 50,3 von 50,1 Punkten. Grund für das bessere Umfeld seien vor allem die Aufträge aus dem Ausland gewesen, so Yao Yu, Gründer von RatingDog.
Obligationen
Die Renditen von US-Staatsanleihen zeigten sich zweigeteilt. Während sie am kurzen Ende des Marktes leicht nachgaben, stiegen sie am langen Ende etwas. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erhöhte sich um 2,5 Basispunkte auf 4,25 Prozent.
Analyse
UBS senkt Logitech-Ziel auf 88 (94) CHF – Buy
Bank of America senkt Givaudan-Ziel auf 4.000 (4.800) CHF – Buy
Bank of America erhöht Eni-Ziel auf 16,50 (16) EUR – Neutral
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