Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Mon, 23.02.2026 - 00:00
Die Aktien von Moncler sind kräftig gestiegen, nachdem der italienische Konzern starke Ergebnisse für die wichtige Wintersaison vorgelegt hat. Diese ist sowohl für das Unternehmen als auch für die Branche eine entscheidende Einkaufszeit. Die Aktie legte am Freitag um 17 Prozent zu. Der Hersteller von hochwertiger Oberbekleidung und Bekleidung, der vor allem für seine Daunenjacken bekannt ist, teilte mit, dass sich der beschleunigende Trend des letzten Vorjahresquartals bis ins Jahr 2026 fortgesetzt habe. In den drei Monaten bis Dezember verbuchte das Unternehmen einen Umsatz von 1,29 Milliarden Euro. Dies entspricht einem währungsbereinigten Anstieg von 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis, das die Prognosen der Analysten übertraf, wurde durch Zuwächse bei der gleichnamigen Marke des Unternehmens und der Modemarke Stone Island angetrieben, die zuletzt eine schwierige Phase durchgemacht hatte.
Nach einem ereignisreichen Tag zum Abschluss der Börsenwoche hat sich die Schweizer Börse am Freitag mit einem kleinen Schlussspurt ins Wochenende verabschiedet. Der SMI baute sein jüngst erreichtes Rekordhoch auf Schlusskursbasis um 0,4 Prozent aus auf 13.860 Punkte. In der Wochenbilanz brachte es der Leitindex damit auf ein Plus von fast 2 Prozent. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 15 Kursgewinner und fünf -verlierer gegenüber. Umgesetzt wurden 32,41 (Donnerstag: 26,03) Millionen Aktien. Unter den Einzelwerten ging es für die Nestle-Aktie nach dem knapp 4-prozentigen Plus am Vortag in Reaktion auf gut ausgefallene Geschäftszahlen nun wieder um 0,6 Prozent nach unten. Das Indexschwergewicht war damit das Schlusslicht und bremste den SMI. Neben Nestle fanden sich auch andere schwer gewichtete Titel bei den wenigen Verlierern, die ebenfalls als eher wenig zyklisch gelten, so die Pharmaaktien Roche und Novartis. Auch Swisscom schlossen im Minus. Auf der anderen Seite konnten sich die am Vortag sehr schwach im Markt liegenden Partners Group um 1,9 Prozent erholen. Der Vermögensverwalter hatte auf die Kursschwäche reagiert und mitgeteilt, dass sein Software-Engagement nur halb so hoch sei wie der Branchendurchschnitt.
Europa
Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag dank eines Endspurts freundlich geschlossen. Der entscheidende Schub kam am Nachmittag aus den USA. Die globalen Zölle von US-Präsident Donald Trump sind zu einem Grossteil illegal, wie der Oberste US-Gerichtshof urteilte. Zuvor hatten Sorgen vor einer militärischen Eskalation im Nahen Osten mit den Spannungen zwischen den USA und dem Iran den DAX noch im Zaum gehalten - gerade vor dem Wochenende. Mit der Hoffnung auf zollfreie Exporte in die USA standen Adidas mit einem Aufschlag von 2,2 Prozent mit an der DAX-Spitze - der Konsumsektor stellte mit einem Plus von 2,7 Prozent den Branchengewinner im Stoxx. Der Subindex der exportlastigen Automobilwerte zog nur um 0,4 Prozent an. Bei Bayer (-4,2%) wurde weiter schnelle Einigungsfantasie zum Unkrautvernichter Glyphosat in den USA ausgepreist. Die Ratingagentur Fitch senkte den Ausblick für Bayer von "stabil" auf "negativ" - das langfristige Emittentenausfallrating "BBB" wurde aber bestätigt. Die Änderung des Ausblicks spiegelt die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem vorgeschlagenem Vergleich in Höhe von 7,25 Milliarden Dollar zur Beilegung aktueller und zukünftiger glyphosatbezogener Klagen wider, erläuterten die Bonitätswächter. Der französische Lebensmittelkonzern Danone meldete für das vierte Quartal einen flächenbereinigten Umsatzanstieg über Markterwartung. Eine Reihe von Rückrufen bei Säuglingsnahrung überschatteten jedoch die ansonsten guten Geschäftszahlen - der Kurs verlor 0,7 Prozent. Die Verbesserung des Margenziels von Air Liquide (+4,8%) bestätige das Vertrauen der Anleger in den französischen Industriegasekonzern, meinte Analyst Massimo Bonisoli von Equita. Air Liquide strebt 2026 ein Wachstum des wiederkehrenden Ergebnisses und der operativen Marge an. Aston Martin (-1,4%) hatte eine Warnung für das Ergebnis 2025 ausgesprochen.
USA
An den US-Börsen ist es am Freitag mit den Kursen nach oben gegangen, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA sein schon länger erwartetes Urteil zu den globalen Zöllen von US-Präsident Donald Trump gefällt hatte. Demnach sind die Zölle unrechtmässig, weil das von Trump bemühte Notstandsgesetz den Präsidenten nicht dazu ermächtige, Zölle zu verhängen. Vor Bekanntwerden des Richterspruchs hatten die Indizes noch leicht nachgegeben, nachdem das US-Wirtschaftswachstum im vierten Quartal 2025 noch schwächer ausgefallen war, als Ökonomen ohnehin schon erwartet hatten. Dazu fiel auch der Preisanstieg der persönlichen Ausgaben im Dezember einen Tick höher als erwartet aus, was einen zusätzlichen Dämpfer für die zuletzt bereits nach hinten verschobenen Zinssenkungshoffnungen bedeutet. Das Zollurteil stellte die Daten, wie auch rückläufige US-Einkaufsmanagerindizes im Februar, und auch die anhaltenden Sorgen vor einer militärischen Eskalation im Nahen Osten dann aber in den Hintergrund. Zum Ende des Handelstages lag der eng gefasste Dow-Jones-Index 0,5 Prozent höher bei 49.626 Punkten. Der S&P-500 kam um 0,7 Prozent voran und die techniklastigen Nasdaq-Indizes um 0,9 Prozent. Am Aktienmarkt fanden sich die zuletzt festen Energieaktien am Ranglistenende, ihr Branchenindex büsste 0,7 Prozent ein. Tagessieger war der Subindex der Kommunikationsdienstleister mit einem Plus von 2,6 Prozent. Gesucht waren daneben Aktien aus dem Transportsektor. Nvidia legten um 1,0 Prozent zu. Das KI-Chip-Flaggschiff will laut Medienberichten nur noch 30 Milliarden Dollar in die neueste Finanzierungsrunde des ChatGPT-Entwicklers OpenAI investieren. Zuvor habe Nvidia bis zu 100 Milliarden Dollar investieren wollen, so die Financial Times.
Asien
Die asiatischen Aktienmärkte zeigen sich am Montag tendenziell mit Aufschlägen, auch wenn das US-Zollthema für Verunsicherung sorgt. In Festlandschina wird weiterhin wegen des chinesischen Neujahrsfests nicht gehandelt, in Japan ruht der Handel wegen des Geburtstags des Kaisers.
Obligationen
Am US-Rentenmarkt tat sich zum Wochenschluss wenig, die Zehnjahresrendite verblieb bei 4,08 Prozent.
Analyse
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