Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Wed, 25.02.2026 - 00:00
Advanced Micro Devices (AMD) hat einen Deal mit Meta Platforms an Land gezogen. Wie beide Konzerne mitteilten, kauft Meta KI-Rechenleistung im Umfang von 6 Gigawatt von dem Chiphersteller. Die Vereinbarung hat einen Wert von mehr als 100 Milliarden Dollar und könnte dazu führen, dass Meta bis zu 10 Prozent der AMD-Aktien besitzt. Die Vereinbarung ist ein Coup für AMD bei dem Versuch, Nvidia auf dem Markt für Grafikprozessoren (GPUs) - den Mikrochips, die den KI-Boom antreiben - herauszufordern. Im Rahmen der Vereinbarung vom Dienstag wird Meta genug von den neuesten AMD-Chips, der sogenannten MI450-Serie, kaufen, um Rechenzentren mit bis zu 6 Gigawatt Rechenleistung in den nächsten fünf Jahren zu betreiben. Jedes Gigawatt an Rechenleistung bedeute für AMD einen Umsatz in zweistelliger Milliardenhöhe, teilte das Unternehmen mit. Es wird erwartet, dass Meta ab Ende dieses Jahres das erste Gigawatt in Betrieb nimmt. Als Teil der Vereinbarung hat AMD zugestimmt, Meta Optionsscheine zum Kauf von bis zu 160 Millionen AMD-Aktien - oder rund 10 Prozent des Unternehmens - für 0,01 Dollar pro Stück zu gewähren, sofern bestimmte Meilensteine erreicht werden. Die Aktien von AMD gewannen 8,8 Prozent.
Deutliche Kursgewinne haben am Dienstag den Handel am schweizerischen Aktienmarkt geprägt. Der SMI gewann 0,9 Prozent auf 13.997 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 15 Kursgewinner und vier -verlierer gegenüber, unverändert schloss eine Aktie. Umgesetzt wurden 22,3 (Vortag: 20,6) Millionen Aktien. Gefragt waren die drei Schwergewichte Nestle, Novartis und Roche. Ihre Kurse stiegen zwischen 1 und 1,9 Prozent. Die Aktien des als defensiv geltenden Duft- und Aromenherstellers Givaudan verbesserten sich um 2 Prozent. Anleger griffen aber auch bei Konjunkturzyklikern beherzt zu. So gewannen Amrize, Sika, Geberit und Holcim zwischen 1,1 und 2 Prozent. Partners Group, die am Montag im Zuge der KI-Sorgen eingebrochen waren, erholten sich um 0,3 Prozent. Unter den Nebenwerten kletterten PSP Swiss Property nach Vorlage von Geschäftszahlen um 3,5 Prozent. Die Aktie von OC Oerlikon reagierte mit einem Kurssprung von 16,7 Prozent auf die Zahlen des Industriekonzerns.
Europa
Nach einem recht volatilen Verlauf haben die europäischen Aktienmärkte am Dienstag kaum verändert geschlossen. Der DAX schloss wenig verändert bei 24.986 Punkten und damit weiter nahe der psychologischen Marke von 25.000 Punkten. Auch der Euro-Stoxx-50 bewegte sich mit 6.117 Punkten kaum von der Stelle. Der Schweizer Aktienmarkt ist 2026 auch wegen seiner defensiven Ausrichtung bei Anlegern gesucht. Am Berichtstag stieg der SMI im Verlauf zum ersten Mal über die Marke von 14.000 Punkten. Er schloss 0,9 Prozent höher bei 13.997 Punkten. Der Euro notierte wenig bewegt bei 1,1785 Dollar. Am Anleihemarkt zogen die Kurse leicht an und bauten die Gewinne vom Vortag aus. Gold litt unter moderaten Gewinnmitnahmen, nachdem das Edelmetall zu Wochenbeginn von den Unsicherheiten profitieren konnte. Trotz überzeugender Zahlen verloren Fresenius Medical Care (FMC) 7,5 Prozent. Belastend wirkte der Ausblick. Der Dialysedienstleister sieht auch in diesem Jahr noch keine Trendwende auf dem für ihn so wichtigen US-Markt. Der Viertquartalumsatz von FMC liege 0,7 Prozent über Erwartung, das bereinigte EBIT 11,4 Prozent und das Ergebnis je Aktie 35 Prozent, merkte JP Morgan an. Das Unternehmen habe damit den oberen Rand seiner EBIT-Prognosespanne erreichte. Angesichts der höheren Basis deute die Prognose für 2026 auf weitgehend stagnierende Umsätze und EBIT (zu konstanten Wechselkursen) hin. Die Fresenius-Aktie verbilligte sich um 2,6 Prozent. Mit einem Minus von 6,6 Prozent reagierten auch MTU Aero empfindlich auf Geschäftszahlen.
USA
Nach dem Kursabsturz zu Wochenbeginn hat sich die Wall Street am Dienstag erholt. Doch die Unsicherheiten rund um die US-Zollpolitik und auch die Angst vor möglichen Verwerfungen durch Künstliche Intelligenz (KI) bestehen weiter. Der Dow-Jones-Index gewann 0,8 Prozent auf 49.175 Punkte. Der S&P-500 schloss 0,8 Prozent höher, und der Nasdaq-Composite stieg um 1,0 Prozent. An der Nyse wurden 1.810 (Montag: 726) Kursgewinner gesehen und 928 (2.034) -verlierer. Unverändert schlossen 63 (70) Titel. Fedex stiegen um 0,7 Prozent. Der Logistikkonzern hat die US-Regierung verklagt und fordert eine vollständige Erstattung der gezahlten Handelszölle zuzüglich Zinsen, die aus den im vergangenen Jahr von US-Präsident Trump erlassenen Dekreten resultieren. Wie viel das Unternehmen an Zöllen gezahlt hat, teilte es nicht mit. Home Depot gewannen 2 Prozent. Die Zahlen der US-Baumarktkette für das vierte Quartal waren besser als erwartet ausgefallen. Allerdings konnte der Ausblick auf das Gesamtjahr nicht vollständig überzeugen. Die Papiere von Eli Lilly verloren 1,5 Prozent. Mitbewerber Novo Nordisk will die US-Listenpreise für seine beliebten Medikamente zur Gewichtsreduktion und gegen Diabetes, Wegovy und Ozempic, ab dem nächsten Jahr um bis zur Hälfte senken. Warner Bros. Discovery (+0,8%) hat ein neues Angebot von Paramount (-1,6%) zur Übernahme des gesamten Unternehmens erhalten. Details zum Inhalt des Angebots wurden jedoch nicht genannt. Die Offerte werde nun geprüft, so Warner. Das Board sei damit beauftragt festzustellen, ob es der unterzeichneten Vereinbarung von Netflix (+2,7%) zum Erwerb seiner Film- und Fernsehstudios sowie des Streaming-Dienstes HBO Max überlegen ist.
Asien
Die asiatischen Börsen sind am Mittwoch im Rallymodus. Befeuert von der Stärke von Technologiewerten marschieren die Indizes in Japan und Südkorea auf Rekordhochs. In Australien bremst selbst die hohe Inflation, die Zinserhöhungsspekulationen auslöst, die Kauflaune nicht, auch hier erreicht der Index Rekordhöhen. In Tokio schiesst der Nikkei-225 um 2,6 Prozent auf 58.800 Punkte nach oben. Zu den grössten Gewinnern im japanischen Leitindex gehört mit Nomura Research Institute auch die Aktie eines KI-Anwenders, die zuletzt wegen disruptiver KI-Sorgen gelitten hatte. Der Kurs legt um 6,2 Prozent zu. Die Halbleitertitel Advantest und Renesas springen um 7,3 bzw. 4,0 Prozent.
Obligationen
Am US-Anleihemarkt sanken die Kurse am Dienstag leicht, was Marktteilnehmer mit dem nachlassenden Sicherheitsbedürfnis der Anleger erklärten. Im Gegenzug stiegen die Renditen, im Zehnjahresbereich um knapp 1 Basispunkt auf 4,03 Prozent.
Analyse
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