Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Mon, 02.03.2026 - 00:00
Die Eskalation im Nahen Osten hat den Goldpreis zum Wochenstart kräftig nach oben getrieben. Derzeit notiert die Feinunze Gold bei rund 5.350 US-Dollar und damit deutlich über dem Stand vom Freitag. Das Edelmetall knüpft an eine bereits starke Vorwoche an und arbeitet sich wieder in Richtung des Rekordhochs bei 5.595 Dollar, das Ende Januar markiert wurde. JP Morgan und Bank of America bekräftigten ihre Zielmarken in Richtung 6.000 Dollar, wobei JP Morgan bis Jahresende 6.300 Dollar prognostiziert, gestützt auf anhaltende Käufe der Zentralbanken. Die physischen Goldströme über Dubais Handelsdrehscheibe sind stark beeinträchtigt, da Fluggesellschaften Flüge in der gesamten Golfregion storniert haben. Die Störung der Dubai-Logistik könnte die physische Versorgung europäischer Raffinerien kurzfristig verknappen, heisst es auch von Expertenseite.
Mit freundlicher Tendenz hatte der schweizerische Aktienmarkt den Handel am Freitag beendet. Der SMI gewann 0,7 Prozent auf 14.014 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 14 Kursgewinner und sechs -verlierer gegenüber. Umgesetzt wurden 39,22 (zuvor: 22,29) Millionen Aktien. Regen Zulauf verzeichneten auch die defensiven Schwergewichte Nestle (+1,5%), Novartis (+1,9%) und Roche (+0,9%). Novartis profitierten von der Empfehlung des Ausschusses für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneiagentur, das Mittel Remibrutinib zur Behandlung von chronischer spontaner Urtikaria, einer entzündlichen Hauterkrankung, zuzulassen. Die ebenfalls als defensiv geltenden Swisscom und Givaudan rückten um 1,9 und 1,2 Prozent vor. Nach der Vorlage von Geschäftszahlen verbilligten sich Holcim um 1,4 Prozent. Zahlen und Ausblick wurden als solide und im Rahmen der Erwartungen liegend eingestuft. Die Analysten von Jefferies merkten jedoch an, dass die Aktie kurzfristig durch die Debatte über eine mögliche Änderung des EU-Emissionshandelssystems gebremst werden könnten, die schon am Vortag den Kurs der Aktie belastet hatte. Eine Aufweichung des Systems würde die Bemühungen der Baustoffhersteller zur CO2-Reduktion konterkarieren.
Europa
Mit leichten Abgaben hatten die europäischen Aktienmärkte den letzten Handelstag der Woche beendet. Der DAX erholte sich im späten Handel wieder etwas und schloss 5 Punkte niedriger bei 25.284 Punkten, das Allzeithoch bei 25.508 Punkten liegt damit in greifbarer Nähe. Der Euro-Stoxx-50, der bereits am Vortag ein Rekordniveau erreicht hatte, gab um 0,4 Prozent auf 6.138 Punkte nach. Der Inflationsdruck in Deutschland hat im Februar etwas deutlicher als erwartet nachgelassen. So stieg der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent und lag nur noch um 2,0 (Januar: 2,1) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen monatlichen Preisanstieg um 0,5 Prozent und eine unveränderte Jahresteuerungsrate von 2,1 Prozent erwartet. Die Aktien von IAG sanken um 7,8 Prozent. Die britisch-spanische Fluglinie hat mit dem Umsatz die Erwartungen knapp verfehlt. Siemens Energy trotz Dividendenabschlag weit vorne Zu den Tagesgewinnern im DAX gehörten Siemens Energy mit einem Plus von 1,0 Prozent. Die Aktie holte damit den Dividendenabschlag von 0,70 Euro pro Aktie mehr als wieder auf.
USA
Anzeichen einer möglichen Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran haben die US-Börsen am Freitag ins Minus gedrückt. Der Dow-Jones-Index verlor 1,1 Prozent auf 48.978 Punkte. Der S&P-500 gab um 0,4 Prozent nach, und der Nasdaq-Composite fiel um 0,9 Prozent. An der Nyse wurden 1.031 (Donnerstag: 1.686) Kursgewinner gesehen, denen 1.752 (1.053 ) -verlierer gegenüberstanden. Unverändert schlossen 33 (99) Titel. Die Ölpreise legten in Erwartung einer Angebotsverknappung im Fall eines Militärschlags deutlich zu. Der "sichere Hafen" Gold holte die zwischenzeitlichen Verluste wieder auf und drehte ins Plus. Die andauernden Nachwirkungen der Nvidia-Geschäftszahlen traten dagegen etwas in den Hintergrund. Obwohl der Chiphersteller klar besser als erwartet ausgefallene Quartalszahlen vorgelegt hatte, hielten sich hartnäckig Bedenken bezüglich der schnell zunehmenden Konkurrenz, der Nachhaltigkeit der stark steigenden Kundennachfrage und der Unsicherheit darüber, wann es nachhaltige Renditen geben wird. Die Nvidia-Aktie verlor weitere 4,2 Prozent, nachdem es am Vortag bereits um 5,5 Prozent abwärts gegangen war. Die Paramount-Aktie sprang um 21 Prozent nach oben. Der Konzern geht als Sieger aus dem Bieterwettstreit um Warner Bros. Discovery hervor. Netflix erklärte, der Streamingdienst werde das jüngste Angebot für den Hollywood-Studiobetreiber nicht mitgehen. Netflix reagierte damit auf die Entscheidung der Warner-Führung, das Angebot von Paramount von 31 Dollar pro Aktie für das gesamte Unternehmen als dem Netflix-Angebot für die Film- und Fernsehstudios von Warner und den Streamingdienst HBO Max überlegen einzustufen. Die Warner-Aktie verlor 2,3 Prozent, die Netflix-Titel legten dagegen um fast 14 Prozent zu. Die Aktien von Dell verteuerten sich um 22 Prozent. Das Technologieunternehmen meldete für das vierte Quartal einen Umsatzsprung von 39 Prozent, angetrieben durch das Geschäft mit KI-Servern. Dieses Wachstum dürfte sich fortsetzen, da das Unternehmen mitteilte, dass es im vergangenen Quartal Aufträge für KI-optimierte Server im Wert von 64 Milliarden US-Dollar abgeschlossen habe.
Asien
Die Angriffe der USA und Israel gegen den Iran sorgen zu Wochenbeginn für teils kräftige Abgaben an den ostasiatischen Aktienmärkten. Im Gegenzug legen die Ölpreise stark zu und die Anleger schichten verstärkt in "sichere Häfen" um. Die deutlichsten Abgaben verzeichnen die Börsen in Hongkong und Tokio, wo es für den Hang-Seng-Index und den Nikkei-225 um jeweils 1,6 Prozent abwärts geht. In Hongkong belasten zusätzlich Abgaben bei den Technologie-Werten.
Obligationen
Weiter Zulauf verzeichnete der "sichere Hafen" der US-Anleihen. Für die Rendite zehnjähriger Papiere ging es um 6 Basispunkte auf 3,96 Prozent nach unten. Damit wurde die Marke von 4,00 Prozent unterschritten - es war der tiefste Stand seit rund drei Monaten.
Analyse
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