Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Tue, 03.03.2026 - 00:00
Kühne+Nagel hat für 2025 einen starken Gewinnrückgang gemeldet. Das Jahr sei von einem sich verschlechternden wirtschaftlichen Umfeld geprägt gewesen, hiess es. Das Schweizer Transport- und Logistikunternehmen teilte weiter mit, dass das wiederkehrende Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) - eine bevorzugte Rentabilitätskennziffer - im Gesamtjahr um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken sei. Für dieses Jahr erwarte das Unternehmen ein wiederkehrendes EBIT zwischen 1,2 Milliarden und 1,4 Milliarden Schweizer Franken, nachdem es 2025 1,38 Milliarden Franken ausgewiesen hatte. Da die Frachtbranche mit Überkapazitäten und Rentabilitätsdruck zu kämpfen habe, arbeite das Unternehmen daran, seine Kostenbasis anzupassen und seine Organisations- und Vertriebsstruktur zu straffen, um das Wachstum zu beschleunigen. Gegen Ende des vergangenen Jahres sei ein neues konzernweites Kostensenkungsprogramm aufgelegt worden, das jährliche Einsparungen von mindestens 200 Millionen Franken zum Ziel habe.
Die Eskalation des Iran-Konflikts hat am Montag auch den schweizerischen Aktienmarkt belastet. Der SMI verlor 1,3 Prozent auf 13.834 Punkte, nachdem am Wochenende die USA und Israel Ziele im Iran angegriffen hatten und der Iran daraufhin mit Vergeltungsschlägen gegen Israel und andere Länder der Region reagierte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 18 Kursverlierer und zwei -gewinner gegenüber. Umgesetzt wurden 29,31 (zuvor: 39,58) Millionen Aktien. Zusätzlicher Druck kam von der Währungsseite, denn der als Fluchtwährung in Krisenzeiten gefragte Schweizer Franken wertete auf. Das belastete vor allem die Aktien exportorientierter Unternehmen, deren Produkte sich auf dem Weltmarkt verteuerten. Darunter waren die Aktien des Luxusgüterkonzerns Richemont, die mit einem Minus von 5,7 Prozent grösster Kursverlierer im SMI waren. In der zweiten Reihe ging es für Swatch um 6,5 Prozent nach unten. In einem von geopolitischen Spannungen geprägten Umfeld sinkt häufig auch die Nachfrage nach Luxusgütern. Gegen die negative Tendenz stemmten sich die Aktien des Logistikers Kühne + Nagel, die um 1,5 Prozent zulegten. Das Unternehmen könnte profitieren, wenn die Schifffahrtsroute über die Strasse von Hormus längere Zeit blockiert wäre. Reedereien müssten Umwege nehmen, was die Frachtraten erhöhen würde.
Europa
Der europäische Aktienmarkt hat am Montag mit starken Abgaben auf den US-israelischen Militärschlag auf den Iran reagiert. Der DAX verlor 2,4 Prozent auf 24.672 Punkte und schloss damit kaum erholt von seinem Tagestief bei 24.577. Für den Euro-Stoxx-50 ging es 2,4 Prozent auf 5.992 nach unten. Das Ergebnis der dänischen Reederei Maersk (+7,9%) könnte von den Angriffen im Nahen Osten einen Schub erhalten, wie Mikkel Emil Jensen von der Sydbank glaubt. "Die Kombination aus verschobenen Plänen zur Rückkehr ins Rote Meer, im Persischen Golf festsitzenden Schiffen und der Umleitung von Schiffen weg von der Strasse von Hormus wird zu steigenden Frachtraten führen", so der Analyst. Rund 1 Prozent der weltweiten Containerflotte sei im Persischen Golf gefangen, was zu einer Kapazitätsverknappung führen könnte, fügte Jensen hinzu. Defensive Branchen wie Versorger und Rüstung hielten sich besser als Banken oder Chemie. Vor allem Aktien aus der Reisebranche gerieten unter Druck. Der Touristikkonzern Tui (-9,9%) hat nach den Luftangriffen der USA und Israels auf den Iran Reisen in die Region storniert oder abgesagt. Für das Lufthansa-Papier ging es 5,2 Prozent nach unten. BASF gaben 2,8 Prozent nach. Deutsche Bank büssten 3,5 Prozent ein und Commerzbank 3,9 Prozent. Unicredit büssten an der Mailänder Börse 3,1 Prozent ein.
USA
Nach Verlusten im frühen Geschäft haben die US-Börsen am Montag uneinheitlich geschlossen. Hauptthema am Markt war die Eskalation des Iran-Konflikts. Am Wochenende hatten die USA und Israel begonnen, Ziele im Iran anzugreifen. Der Iran reagierte mit Vergeltungsschlägen auf Israel und andere Länder der Region. Allerdings hatten die Kurse an der Wall Street in Erwartung der Angriffe schon am Freitag nachgegeben, so dass diese offenbar zu einem guten Teil bereits eingepreist waren. Der Dow-Jones-Index verlor 0,2 Prozent auf 48.905 Punkte. Der S&P-500 legte 3 Punkte auf 6.882 zu, und der Nasdaq-Composite stieg um 0,4 Prozent. An der Nyse wurden 1.549 (Freitag: 1.112) Kursgewinner gesehen, denen 1.201 (1.637) -verlierer gegenüberstanden. Unverändert schlossen 69 (82) Titel. Im Gefolge des Ölpreises legten Branchenwerte wie Exxon Mobil oder Chevron um 1,1 und 1,5 Prozent zu, hatten aber im frühen Handel deutlicher im Plus notiert. Dagegen wurden die Aktien von Fluggesellschaften verkauft. Sie wurden einerseits vom gestiegenen Ölpreis belastet, andererseits davon, dass Flüge nach oder über Nahost gestrichen oder umgeleitet wurden. American Airlines verbilligten sich um 4,2 Prozent und United Airlines um 2,9 Prozent. Die Kurse der beiden Gesellschaften wurden zusätzlich gedrückt von Plänen der US-Luftfahrtbehörde, die Zahl der Flüge am Chicagoer Flughafen O'Hare, wo United und American im Wettstreit um die Vorherrschaft liegen, in diesem Sommer zu reduzieren. Rüstungsaktien waren mit der Entwicklung im Nahen Osten gefragt. Lockheed Martin gewannen 3,4, RTX 4,7 und Northrop Grumman 6 Prozent. Für die Palantir-Aktie ging es 5,8 Prozent nach oben. Unter den Einzelwerten fielen die Aktien von Berkshire Hathaway um 4,9 Prozent. Das Unternehmen hatte am Wochenende einen kräftigen Gewinnrückgang im vierten Quartal vermeldet.
Asien
Die anhaltenden Angriffe der USA und Israels gegen den Iran drücken die ostasiatischen Börsen am Dienstag erneut deutlich ins Minus. Für den Nikkei-225 in Tokio geht es um weitere 2,9 Prozent abwärts. Hier wird auch auf Aussagen von Ryozo Himino, Vize-Gouverneur der Bank of Japan (BoJ), verwiesen. Er hat die Haltung der Zentralbank bekräftigt, die Leitzinsen weiter anzuheben. Er blieb allerdings konkrete Hinweise auf den Zeitpunkt des nächsten Schrittes schuldig. Die BoJ hatte den Leitzins zuletzt im Dezember auf 0,75 Prozent angehoben.
Obligationen
Am US-Anleihemarkt stiegen zu Wochenbeginn die Renditen weiter an, im Zehnjahresbereich um 8 Basispunkte auf 4,04 Prozent.
Analyse
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