Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Wed, 04.03.2026 - 00:00
ASM International hat im Schlussquartal 2025 einen über den Erwartungen liegenden Nettogewinn erzielt. Gestützt wurde das Ergebnis durch eine stärkere Nachfrage und eine Erholung der Aufträge von chinesischen Kunden. Der niederländische Anbieter von Halbleiterwerkzeugen teilte jetzt mit, der Nettogewinn sei von 225,8 Millionen Euro im Vorjahr auf 166,1 Millionen Euro gefallen. Damit übertraf das Unternehmen aber die Analystenprognose von 141,2 Millionen Euro, wie aus den von Visible Alpha bereitgestellten Schätzungen hervorgeht. Der Bruttogewinn - eine viel beachtete Kennzahl für Unternehmen der Halbleiterindustrie - belief sich auf 347,7 Millionen Euro, was einer Marge von 49,8 Prozent entspricht. Analysten hatten laut dem gleichen Konsens einen Bruttogewinn von 338,5 Millionen Euro prognostiziert. Im Vorjahresquartal hatte das Ergebnis bei 407,2 Millionen Euro und die Marge bei 50,3 Prozent gelegen.
Der eskalierende Nahostkrieg hat den schweizerischen Aktienmarkt am Dienstag tief in negatives Terrain gedrückt. Der SMI verlor 3,1 Prozent auf 13.405 Punkte. Von den 20 SMI-Werten verzeichneten 19 Kursverluste. Einziger Gewinner waren Kühne + Nagel. Umgesetzt wurden 34,85 (zuvor: 29,31) Millionen Aktien. Schwächster Wert im SMI waren Zurich Insurance mit minus 6,7 Prozent. Der Versicherer hatte zur Finanzierung der Übernahme des britischen Spezialversicherers Beazley eine Kapitalerhöhung vorgenommen. Die Kurse von Swiss Life und Swiss Re fielen um 4,7 und 4,1 Prozent. Besser als der Markt hielten sich die als defensiv geltenden Swisscom-Aktien mit einem Minus von 0,2 Prozent. Logitech verloren ebenfalls 0,2 Prozent; die Titel waren in jüngster Vergangenheit von KI-Sorgen belastet worden und dürften daher nur noch begrenztes Abwärtspotenzial haben. Kühne + Nagel (+0,4%) trotzten der negativen Tendenz. Der Logistikkonzern dürfte von steigenden Frachtraten profitieren, sollte die Strasse von Hormus länger nicht befahrbar sein, was Reedereien zwingen würde, Umwege zu nehmen.
Europa
Auch am Dienstag haben die europäischen Börsen heftige Verluste hinnehmen müssen. Unverändert bestimmten die Nachrichten rund um den Iran-Krieg die Märkte – zumal kein schnelles Ende in Sicht ist. Der DAX verlor 3,4 Prozent auf 23.791 Punkte - der Index nähert sich damit der psychologisch wichtigen Marke von 23.000 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 gab 3,6 Prozent nach. Der Euro verbilligte sich weiter auf knapp unter 1,1600 Dollar und ist damit einer der klaren Verlierer der Krise, an den Anleihemärkten stiegen die Kurse - die Renditen fielen also. Unternehmensmeldungen spielten in dem Umfeld weiter eine untergeordnete Rolle für die Börsen. Das verhinderte aber nicht, dass Beiersdorf gleich um 20,1 Prozent abstürzten. Als "enttäuschend" stuften die Analysten von Jefferies den Ausblick ein. Der DAX-Konzern rechnet für das laufende Jahr im besten Fall mit einem leichten Umsatzwachstum. Für die Analysten bedeutet dies, dass der Konsens für den Gewinn je Aktie um 5 Prozent gesenkt werden muss. Der Kurs des Auto- und Industriezulieferers Schaeffler brach nach Zahlenausweis um 21,6 Prozent ein. Ähnlich wie bei Beiersdorf verschreckte auch hier der Ausblick. Während der Umsatz 2025 laut Jefferies im Rahmen der Erwartungen lag, bewegte sich das EBIT 5 Prozent darunter - der freie Cashflow sei jedoch deutlich besser als gedacht ausgefallen. Die Prognose für 2026 sei aber schwach und verfehle die Schätzungen.
USA
Nachdem die US-Börsen am Vortag noch kaum auf den neuen Krieg im Iran reagierten hatten, hat der weitere Kreise ziehende Konflikt Wall Street am Dienstag eingeholt. Zunehmend machte sich Nervosität breit, was auch an den steigenden Volatilitätsindizes erkennbar wurde. Der Dow-Jones-Index verlor 0,8 Prozent auf 48.501 Punkte. Der S&P-500 gab 0,9 Prozent auf 6.816 nach, der Nasdaq-Composite fiel um 1 Prozent. An der Nyse wurden 628 (Montag: 1.561) Kursgewinner gesehen, denen 2.143 (1.201) -verlierer gegenüberstanden. Unverändert schlossen 44 (69) Titel. Der Iran hat gedroht, Energieinfrastruktur zu zerstören und Schiffe "zu verbrennen", die die Strasse von Hormus passieren - ein wichtiger Transportweg für Öl. Anleger fürchten, dass steigende Ölpreise die Inflation in die Höhe treiben und die US-Notenbank längere Zeit davon abhalten werden, ihre Geldpolitik zu lockern. Die Preise für die Ölsorten Brent und WTI stiegen um mehr als 4 Prozent an. Wichtige US-Konjunkturdaten wurden am Dienstag nicht veröffentlicht. Unternehmensnachrichten waren ebenfalls rar. Die steigenden Öl- und Gaspreise weckten neben Inflations- auch Konjunktursorgen und somit die Befürchtung einer geringeren Nachfrage. Exxon Mobil verloren 1,5 Prozent. Bei den am Vortag stark gefragten Rüstungsaktien wurden Gewinne mitgenommen. RTX verbilligten sich um 2,7 und Northrop Grumman um 1,1 Prozent. Die Aktien von Fluggesellschaften konnten sich stabilisieren. American Airlines fielen um weitere 0,5 Prozent, United Airlines um 0,6 Prozent, während Delta Air Lines sogar 0,5 Prozent fester schlossen. Die Aktie des Kreuzfahrtveranstalters Carnival gab um 2,1 Prozent nach. Die Bilanzsaison in den USA ist schon fast beendet. Als einer der Nachzügler legte Target Geschäftszahlen für das vierte Quartal vor, die besser ausfielen als angenommen. Die Aktie des Einzelhändlers stieg um 6,7 Prozent.
Asien
Auch zur Wochenmitte sorgen die anhaltenden Angriffe der USA und Israels gegen den Iran für massiven Abgabedruck an den ostasiatischen Börsen. Erneut ist es der Kospi in Seoul, der mit einem Minus von 10,6 Prozent die Verliererliste anführt. Zwischenzeitlich hatte der Abschlag schon 12 Prozent betragen. Auch am Berichtstag wurde der Handel wegen der starken Verluste kurzzeitig unterbrochen. In der vergangenen Woche hatte der Kospi noch ein Rekordhoch markiert - seitdem hat der Index mehr als 16 Prozent eingebüsst.
Obligationen
Die zunehmenden Inflationsgefahren und daraus resultierenden schwindenden Zinssenkungshoffnungen liessen am US-Anleihemarkt die Renditen weiter steigen. Die Rendite zehnjähriger Titel legte um 1 Basispunkt auf 4,06 Prozent zu. Am frühen Montag stand die Zehnjahresrendite noch unter 4 Prozent.
Analyse
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