Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Thu, 05.03.2026 - 00:00
Broadcom hat im letzten Quartal höhere Umsätze verbucht, da die Anzahl der KI-Kunden weiter zunahm. Der KI-Umsatz habe sich im Quartal auf 8,4 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppelt, getrieben von der Nachfrage nach kundenspezifischen KI-Beschleunigern und -Netzwerklösungen, so Chief Executive Hock Tan. Die Nachfrage komme nun sowohl von Hyperscalern als auch von regulären Unternehmen, die ihre eigenen KI-Agenten aufbauen wollten, sagte er Investoren in einer Telefonkonferenz. "Einige von ihnen sind Hyperscaler, einige sind keine Hyperscaler, aber sie alle haben eines gemeinsam, nämlich LLMs zu erstellen, sie zu einem Produkt zu machen und Plattformen zu generieren," sagte Tan. Die Kundenbasis des Halbleiter- und Softwareherstellers erweitere sich deshalb erheblich über den Kernfokus auf Hyperscaler wie Google und Anthropic hinaus, sagte Tan. Die Kunden wünschten sich nun Hilfe beim Aufbau von KI-Agenten, Code-Assistenz-Plattformen und Abo-Plattformen für Verbraucher wie OpenAIs ChatGPT.
Am schweizerischen Aktienmarkt ist es am Mittwoch im Einklang mit den europäischen Pendants zu einer ersten Erholung nach den jüngsten kräftigen Verlusten in Reaktion auf den Ausbruch des Kriegs in Nahost gekommen. Der SMI gewann 0,8 Prozent auf 13.511 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 16 Kursgewinner und 4 -verlierer gegenüber. Umgesetzt wurden 23,62 (Dienstag: 34,85) Millionen Aktien. Tagesverlierer waren Givaudan mit einem Minus von 1,4 Prozent. Hier dürfte der etwas enttäuschende Ausblick des deutschen Wettbewerbers Symrise belastet haben, worauf Symrise um über 4 Prozent nachgaben. Zu den wenigen Verlieren gehörte das Schwergewicht Nestle mit einem Minus von 0,8 Prozent. Die als defensiv geltende Aktie des Nahrungsmittelriesen hatte sich an den vergangenen Tagen aber auch vergleichsweise gut gehalten. Nestle soll derweil laut einem Bloomberg-Bericht Gespräche über einen möglichen Verkauf seiner Mehrheitsbeteiligung an der US-Kaffeehauskette Blue Bottle Coffee führen. SMI-Tagessieger waren Richemont mit einem Aufschlag von 2,3 Prozent. Alcon gewannen 2,0 Prozent.
Europa
Nach kräftigen Einbussen an den beiden Vortagen nach dem Kriegsausbruch im Nahen Osten ist es am Mittwoch an Europas Börsen zu einer ersten Erholung gekommen. Für Entspannung sorgte der gestoppte Anstieg des Ölpreises. Der zuletzt massiv gestiegene Gaspreis gab sogar um 12 Prozent nach. Der DAX legte um 1,8 Prozent auf 24.205 Punkte zu, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 1,7 Prozent nach oben. Der Dollar kam nach seinem kräftigen Anstieg aufgrund seines Rufs als sicherer Hafen etwas zurück, der Euro kostete zu Börsenschluss 1,1637 Dollar. Zu den Favoriten gehörten Technologiewerte, deren Branchenindex um 2,1 Prozent zulegte. Dazu trug ein gut ankommender Ausblick von ASM International bei. Aber auch Finanzwerte zeigten eine starke Erholung während Aktien aus dem Energiesektor nachgaben, nachdem der Anstieg der Energiepreise zunächst ausgelaufen ist. ASM International erzielte im Schlussquartal 2025 einen über den Erwartungen liegenden Nettogewinn, gestützt durch eine stärkere Nachfrage und eine Erholung der Aufträge von chinesischen Kunden. Der niederländische Anbieter von Halbleiterwerkzeugen übertraf mit einem Nettogewinn von 226 Millionen die Analystenprognose von 141 Millionen deutlich. Die Aktie zog um 5 Prozent an. Im Sog gewannen ASML 3,3, STMicro 2,3 und Infineon 5,4 Prozent. Verkauft wurden Aktien von Containerschifffahrtsunternehmen vor dem Hintergrund von Buchungsstopps und Schiffsumleitungen angesichts steigender Sicherheitsrisiken im Nahen Osten. Hapag-Lloyd, Moeller-Maersk oder Kühne+Nagel gaben um bis zu 2 Prozent nach. Die Adidas-Aktie verlor gegen den festen Markt 3,6 Prozent, schloss damit aber klar über dem Tagestief. Der Ausblick des Sportartikelherstellers hatte für Enttäuschung gesorgt.
USA
Nach bislang nur moderaten Verlusten seit Ausbruch des Krieges in Nahost, ging es mit den Notierungen an Wall Street am Mittwoch deutlicher nach oben. Der Dow-Jones-Index gewann 0,5 Prozent auf 48.739 Punkte. Der S&P-500 legte 0,8 Prozent auf 6.870 zu, der Nasdaq-Composite rückte um 1,3 Prozent vor. An der Nyse wurden 1.756 (Dienstag: 636) Kursgewinner gesehen, denen 985 (2.135) -verlierer gegenüberstanden. Unverändert schlossen 87 (59) Titel. Das Cybersecurity-Unternehmen Crowdstrike wartete mit guten Quartalsergebnissen und einem Ausblick knapp über der Erwartung auf. Laut dem Unternehmen steigt das Kundeninteresse, weil KI-Anwendungen komplexere Cyber-Bedrohungen mit sich brächten. Crowdstrike verteuerten sich um 4,2 Prozent nach. Box zogen um 10,2 Prozent an. Das Cloud-Speicherunternehmen hat die Gewinn- und Umsatzerwartungen der Wall Street für das vierte Quartal übertroffen, ebenso die Erwartungen an den Ausblick. Moderna verteuerten sich um 16 Prozent, nachdem der Impfstoffhersteller einen Patentstreit gegen Zahlung von 950 Millionen Dollar beigelegt und damit Rechtsstreitigkeiten über seinen Covid-19-Impfstoff beendet hatte. Am Aktienmarkt war eine deutlich höhere Vergleichszahlung nicht ausgeschlossen worden. Coreweave verbesserten sich um 7,8 Prozent. Das Cloud-Computing-Unternehmen hat eine strategische Partnerschaft mit dem KI-Suchmaschinenexperten Perplexity AI vereinbart. Ross Stores schlossen 8 Prozent fester. Die Discount-Kette für Kleidung und Haushaltswaren kam mit übertroffenen Gewinnerwartungen und einer soliden Prognose gut an. Nach einem enttäuschenden Ausblick auf das laufende Jahr ging es für Abercrombie & Fitch 3,6 Prozent nach unten.
Asien
Nach drei Tagen mit teils heftigen Abgaben aufgrund der Angriffe auf den Iran kommt es am Donnerstag an den ostasiatischen Börsen zu einer deutlichen Erholung. Besonders stark fällt das Plus dabei in Seoul aus, wo es für den Kospi um 11,1 Prozent nach oben geht. Der Index hatte an den vergangenen beiden Handelstagen knapp 20 Prozent eingebüsst. Der Nikkei-225 in Tokio steigt um 2,5 Prozent. Der Shanghai-Composite erhöht sich um 1,0 Prozent, der Hang-Seng-Index klettert ebenfalls um 1,0 Prozent.
Obligationen
Am US-Anleihemarkt ging es mit den Renditen weiter nach oben. Die Zehnjahresrendite stieg am Mittwoch um 4 Ticks auf 4,10 Prozent. Gold war nach dem kräftigen Rücksetzer wieder etwas gesucht.
Analyse
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