Von Ludovica SCOTTO DI PERTA
Veröffentlicht am Wed, 25.03.2026 - 00:00
Die kriselnde Lebensmittelgruppe Orior ist 2025 trotz eines Umsatzrückgangs in die Gewinnzone zurückgekehrt. Sie konnte dank Kosteneinsparungen und der Auflösung von Rückstellungen das Betriebsergebnis und die Marge steigern. Auf eine Dividende müssen die Aktionäre aber weiter verzichten. Das auf Convenience-Food, Fleischveredelung und Bio-Säfte spezialisierte Unternehmen verdoppelte den Betriebsgewinn vor Steuern und Abschreibungen auf Stufe EBITDA fast auf 42,9 Millionen Franken, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch hiess. Die entsprechende Marge lag bei 6,9 Prozent. Der um die Sondereffekte bereinigte Betriebsgewinn lag mit 39,0 Millionen leicht unter Vorjahr, die dazugehörige Marge mit 6,3 Prozent leicht darüber. Unter dem Strich verblieb ein Reingewinn von 9,4 Millionen Franken. Im Jahr davor war nach Sondereffekten und Bereinigungen nach Buchhaltungs- und Bewertungsproblemen ein Verlust von über 35 Millionen Franken resultiert. Mit den Zahlen übertraf Orior die Erwartungen der Analysten.
Am Schweizer Aktienmarkt hat sich die Aufwärtstendenz vom Montag fortgesetzt. Mit einem Plus von 1,0 Prozent auf 12.516 Punkte führte der SMI die Indizes in Europa deutlich mit an, während beispielsweise der DAX sogar leicht nachgab. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 16 Kursgewinner und 3 -verlierer gegenüber, unverändert schlossen Geberit. Umgesetzt wurden 22,61 (Montag: 28,68) Millionen Aktien. Gestützt wurde der Leitindex vom Schwergewicht Nestle. Die Aktie, die am Vortag noch zu den wenigen Verlierern gehört hatte, verteuerte sich um 2,2 Prozent, wobei es erneut keine spezielle kurstreibende Meldung gab, ausser einer leichten Kurszielerhöhung durch Jefferies. Die Analysten stufen die Aktie dennoch weiter nur mit "Halten" ein. SMI-Tagessieger waren Kühne+Nagel mit einem Plus von 2,4 Prozent. Marktteilnehmer verwiesen dazu auf potenziell steigende Frachtraten angesichts der Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten auf die Transportkapazitäten. Laut den Analysten von JP Morgan sind davon 2 bis 3 Prozent des weltweiten Seefrachtaufkommens und rund 15 Prozent der Luftfrachtkapazität betroffen. Am Ende im SMI lagen Givaudan mit einem Abschlag von 1,1 Prozent, nachdem die Deutsche Bank der Aktie ihre Kaufempfehlung entzogen hatte.
Europa
Nach der Erholung zum Wochenstart haben die europäischen Börsen am Dienstag ihre Gewinne verteidigt, obwohl die Ölpreise wieder deutlich anzogen. Der DAX verlor 0,1 Prozent auf 22.637 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 schaffte ein Miniplus von 0,1 Prozent auf 5.581 Zähler. Übernahmefantasie machte sich in der Kosmetikbranche breit. In Madrid haussierte die Aktie von Puig Brands um 13 Prozent, nachdem das US-Unternehmen Estee Lauder Gespräche mit Puig bestätigt hatte, ohne aber Details zu nennen. Die Gespräche kommen nach Einschätzung von JP Morgan überraschend, und es könnte potenzielles Interesse von anderen Branchenakteuren aufkommen. In Paris legten L'Oreal um 1,0 Prozent zu, die Aktie des Nivea-Herstellers Beiersdorf verteuerte sich um 1,5 Prozent. Mit Abgaben von 4,1 Prozent führten SAP die Verliererliste im DAX an. Belastend wirkte eine Abstufung durch JP Morgan. Allerdings lagen Softwareaktien auf breiter Front schwach im Markt. Marktteilnehmer verwiesen darauf, dass das KI-Unternehmen Anthropic neue Anwendungen ankündigte und dass auch Amazon Berichten zufolge an neuen KI-Werkzeugen arbeite. Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz könnten für Disruptionen der Geschäftsmodelle von Softwareunternehmen führen, so eine seit geraumer Zeit am Markt umgehende gängige Befürchtung. Im Sektor verbuchten Scout24 Abgaben von 1,9 Prozent, im TecDAX sackten Atoss Software um über 5 und Nemetschek um 4,2 Prozent ab. In Paris verbilligten sich Dassault Systemes um 2,4 Prozent, in London Sage Group um 1,7 Prozent.
USA
Nach der von US-Präsident Donald Trump ausgelösten Hoffnungsrally haben die Indizes an der Wall Street am Dienstag einen Teil der Gewinne wieder abgegeben. Schon am Vortag hatten die Kurse deutlich unter den Tageshochs geschlossen, nachdem US-Präsident Trump zunächst Hoffnung auf ein absehbares Kriegsende im Nahen Osten verbreitet hatte, indem er von Gesprächen mit Iran sprach, worauf aber aus Teheran ein Dementi folgte. An dieser diffusen Nachrichtenlage änderte sich am Dienstag wenig. Der Dow-Jones-Index gab um 0,2 Prozent nach 46.124 Punkte, der breite S&P-500 kam um 0,4 Prozent zurück, die technologielastigen Nasdaq-Indizes gaben um bis zu 0,8 Prozent nach, belastet von sehr schwach im Markt liegenden Softwareaktien. Nach einer ersten Zählung gab es an der Nyse 1.451 (Montag: 2.323) Kursgewinner und 1.303 (445) -verlierer. Unverändert gingen 53 (37) Titel aus dem Handel. Am Aktienmarkt standen Softwareaktien stärker unter Verkaufsdruck. Nachdem deren Kurse bereits seit geraumer Zeit immer wieder von Bedenken gedrückt werden, dass Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz für Disruptionen der Geschäfte von Softwareunternehmen sorgen könnten, kam am Berichtstag verschärfend hinzu, dass das KI-Unternehmen Anthropic neue Anwendungen ankündigte und dass auch Amazon an neuen KI-Werkzeugen arbeiten soll. Salesforce, Datadog, Servicenow, Intuit oder Workday büssten darauf bis zu 6,7 Prozent ein. Die Aktie des technologieorientierten Beratungsunternehmen Gartner sackte um 6,9 Prozent ab. Amazon schlossen 1,4 Prozent im Minus. Jefferies Financial Group verbesserten sich um 2,5 Prozent. Die japanische Bank Sumitomo Mitsui Financial Group arbeitet an einer möglichen Übernahme der Investment Bank, wie die Financial Times berichtet.
Asien
Neue Hoffnungen auf ein Ende des Iran-Krieges sorgen zur Wochenmitte an den asiatischen Aktienmärkten für Kursgewinne. Gleichwohl herrscht bei den Marktteilnehmern eine erhöhte Skepsis, denn die Nachrichtenlage bleibt weiter recht undurchsichtig.
Obligationen
Die Renditen der US-Staatsanleihen machten am Dienstag den Rückgang vom Vortag wieder wett. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen legte um 6 Basispunkte auf 4,40 Prozent zu, weil die höheren Ölpreise und Störungen in den Lieferketten die Inflationserwartungen wieder anheizten, was tendenziell für steigende Zinsen durch die Notenbanken spricht.
Analyse
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