Von Ludovica SCOTTO DI PERTA
Veröffentlicht am Thu, 26.03.2026 - 00:00
Der US-Pharmakonzern Merck & Co hat eine Vereinbarung über den Kauf des Krebs-Biotech-Unternehmens Terns Pharmaceuticals für fast 6 Milliarden US-Dollar in bar getroffen, um sich dessen vielversprechende Leukämie-Behandlung zu sichern. Sollte sich das experimentelle Medikament als sicher und wirksam erweisen, würde es Merck einen Schub geben. Das Unternehmen bereitet sich derzeit darauf vor, dass sein umsatzstärkstes Medikament, Keytruda, den Patentschutz verliert. Gemäss den Bedingungen wird Merck 53 Dollar pro Aktie für Terns zahlen, wie das Unternehmen mitteilte. Der Deal hat einen Wert von 5,7 Milliarden Dollar, einschliesslich der Barmittel, über die Terns verfügt. Terns mit Sitz in Foster City, Kalifornien, entwickelt Tabletten zur Behandlung von Krebs sowie gegen Adipositas und metabolische Lebererkrankungen.
Am Schweizer Aktienmarkt ist es auch am Mittwoch nach oben gegangen. Der SMI gewann 1,6 Prozent auf 12.718 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 19 Kursgewinner und mit Swisscom eine unveränderte Aktie gegenüber. Umgesetzt wurden 25,48 (zuvor: 22,63) Millionen Aktien. Im SMI zogen sich die Aufschläge quer durch alle Branchen. An der Spitze fanden sich Finanzwerte wie Partners Group (+3,2%) und UBS (+3,0%), gefolgt von ABB (+2,4%). Die Bank of America senkte zwar ihr Kursziel für UBS auf 46 von 48 Franken, damit liegt es aber immer noch rund 50 Prozent über dem aktuellen Kurs. Die Analysten glauben, dass die Grossbank von einem Kompromiss bei den Plänen der Schweiz zur Überarbeitung ihrer Bankenregulierung profitieren wird. Nestle, am Vortag noch einer der Treiber im Leitindex, wurden von einer Kurszielsenkung durch die Deutsche Bank gebremst und schlossen nur 0,4 Prozent höher. Docmorris legten mit der Meldung über einen Umbau des Verwaltungsrats nach Forderungen eines Grossaktionärs um 8,9 Prozent zu.
Europa
Die Börsianer in Europa haben am Mittwoch auf eine diplomatische Lösung des Irankrieges gesetzt und Aktien gekauft. Der DAX gewann 1,4 Prozent auf 22.957 Punkte, im Tageshoch hatte er bei 23.079 gestanden. Für den Euro-Stoxx-50 ging es um 1,2 Prozent nach oben. Für eine Entwarnung ist es nach Einschätzung des Vermögensverwalters QC Partners aber noch zu früh. "Die Schwankungen werden erst einmal hoch bleiben. Und auch neue Kursverluste sind mit jeder Nachricht aus den USA bzw. dem Iran jederzeit möglich", warnte Stratege Thomas Altmann. Am Aktienmarkt lagen die als defensiv geltenden Pharmaaktien an der Spitze mit einem Subindexplus von 2,0 Prozent. Dahinter rangierten zyklische Industrie- und Rohstoffaktien mit plus 1,7 bzw 1,6 Prozent. Lanxess schossen nach einer Hochstufung auf "Overweight" durch JP Morgan um 17,4 Prozent nach oben. Nach Ansicht der Analysten ist Lanxess am besten für das kurzfristige Aufwärtspotenzial aufgrund des Nahostkonflikts gerüstet. Derweil teilte der Spezialchemiekonzern mit, die Preise für seine Produkte aus dem Geschäftsbereich Anorganische Pigmente um bis zu 20 Prozent zu erhöhen wegen deutlich gestiegener Kosten infolge andauernder geopolitischer Spannungen, insbesondere für Energie, kritische Rohstoffe und Logistik. Puma stiegen um 4,1 Prozent. Grund dafür waren starke Geschäftszahlen des chinesischen Sportartikelhändlers Anta Sports, der zum grössten Aktionär des deutschen Konzerns aufsteigen soll. Anta hatte sich im Januar auf den Kauf einer Beteiligung von 29 Prozent an Puma geeinigt. Jenoptik kletterten nach endgültigen Geschäftszahlen um 14,6 Prozent nach oben. Diese enthielten keine Überraschungen, gut kam aber die höhere Dividende an.
USA
Diplomatische Bemühungen um einen Waffenstillstand im Nahen Osten haben am Mittwoch an den US-Börsen für vorsichtigen Optimismus gesorgt. Die USA haben dem Iran laut Regierungsvertretern einen 15-Punkteplan zur Beendigung des Krieges übermittelt, in dem der Iran unter anderem aufgefordert wird, Atomanlagen abzubauen, die Arbeit an ballistischen Raketen einzustellen, die Unterstützung für regionale Milizen einzuschränken und die Strasse von Hormus vollständig wieder zu öffnen. In diesem Umfeld schloss Dow-Jones-Index 0,7 Prozent höher bei 46.429 Punkten. Der breite S&P-500 verbesserte sich um 0,5 Prozent, die Nasdaq-Indizes kamen um bis zu 0,8 Prozent voran. "Kriege müssen selten enden, bevor die Märkte ihren Tiefpunkt erreichen. Investoren neigen dazu, aktiv zu werden, sobald die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Eskalation zu sinken beginnt", kommentierte Analystin Charu Chanana von Saxo Bank. Am Aktienmarkt schossen Arm Holdings um 16,4 Prozent nach oben. Treiber waren ehrgeizige Umsatzziele mit einem eigenen KI-Datenzentrumschip. Das zog auch die Kurse anderer Chiphersteller nach oben. AMD legten um über 7 Prozent zu, Intel ebenso. Für Nvidia ging es um 2,0 Prozent aufwärts. Terns Pharmaceuticals wurden 5,7 Prozent höher gehandelt, nachdem der Pharmariese Merck angekündigt hatte, das Onkologieunternehmen übernehmen zu wollen - entsprechend einem ungefähren Eigenkapitalwert von 6,7 Milliarden Dollar. Mecrk stiegen um 2,6 Prozent. Robinhood Markets sprangen um 5,0 Prozent nach oben. Das Brokerhauses hat ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang von bis zu 1,5 Milliarden Dollar aufgesetzt.
Asien
Nach den jüngsten Aufschlägen geht es an den asiatischen Aktienmärkten am Donnerstag wieder nach unten. Das deutlichste Minus verzeichnet der Kospi in Seoul, für den es um 2,7 Prozent nach unten geht. Hier belasten zudem die Abgaben bei den Index-Schwergewichten Samsung Electronics und SK Hynix. Der Topix in Tokio reduziert sich um 0,8 Prozent. An den chinesischen Börsen verliert der Shanghai-Composite 0,6 Prozent und der Hang-Seng-Index büsst 1,4 Prozent ein.
Obligationen
Die Renditen der US-Staatsanleihen gaben zur Wochenmitte mit den sinkenden Ölpreisen kräftig nach, weil sich mit fallenden Ölpreisen Inflations- und Zinserhöhungssorgen verringern. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank um 7 Basispunkte auf 4,32 Prozent. Stärker als erwartet gestiegene US-Importpreise im Februar gingen in der aktuellen Gemengelage unter.
Analyse
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