Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Thu, 09.04.2026 - 00:00
Arcline Investment Management bringt sein Portfoliounternehmen Arxis an die Börse. Der Rüstungszulieferer will rund 1 Milliarde US-Dollar einsammeln. Der Hersteller von elektronischen und mechanischen Komponenten für die Luftfahrt- und Rüstungsindustrie könnte dabei mit über 11 Milliarden Dollar bewertet werden. Arxis gehört zu mehreren Luftfahrt- und Verteidigungsunternehmen, deren Börsendebüt in diesem Jahr erwartet wird. Investoren versuchen damit, vom gesteigerten Interesse an diesem Sektor angesichts der Konflikte im Nahen Osten und in der Ukraine zu profitieren. So hat beispielsweise auch der von Madison Dearborn Partners unterstützte Drohnenhersteller Aevex Aerospace ein IPO beantragt. Im Januar ging das europäische Rüstungsunternehmen Czechoslovak Group (CSG) in Amsterdam mit einer Erstbewertung von rund 25 Milliarden Euro an die Börse. Arcline will laut einer Mitteilung an die Börse auch nach dem IPO die Kontrolle bei Arxis behalten. Arxis hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 1,6 Milliarden Dollar erzielt. Arxis will über 37,7 Millionen Aktien zu 25 bis 28 Dollar das Stück verkaufen.
Der SMI gewann am Mittwoch 2,5 Prozent auf 13.113 Punkte. Unter den 20 SMI-Werten verbuchten alle Titel Kursgewinne. Die Aufschläge waren breit gestreut. Gesucht waren im Luxusgütersegment Richemont (+7,9%) und Swatch (+5,8%). Der Konflikt im Nahen Osten hatte zu einer Störung der Touristenströme geführt, die einen erheblichen Teil des Umsatzes mit Luxusgütern ausmachen. Europaweit zählten zyklische Titel zu den Favoriten, in der Schweiz legten ABB und Sika um 7,9 und 5,8 Prozent zu - Holcim und Geberit im Bausektor gewannen 6,8 bzw. 4,6 Prozent, und im Finanzbereich zogen UBS und Partners Group um 4 bzw. 2,4 Prozent an. Mit nachlassenden Inflations- und in der Folge Zinssorgen zogen auch zinssensible Technologiewerte wie Logitech (+2,1%) oder VAT (+7,8%) an. Docmorris (+10,3%) folgten Wettbewerber Redcare Pharmacy nach oben. Der Markt honorierte damit die Profitabilitätsziele der Online-Apotheke bei gleichzeitig hohem Umsatzwachstum.
Europa
Die Einigung auf eine zweiwöchige Waffenruhe im Krieg zwischen den USA und dem Iran hat zur Wochenmitte an den europäischen Aktienmärkten für eine Erleichterungsrally gesorgt. Der DAX machte einen Satz um 5,1 Prozent auf 24.081 Punkte nach oben. Für den Euro-Stoxx-50 ging es um 5,0 Prozent auf 5.913 Punkte aufwärts. Gleichzeitig sorgte die zwischen den USA und dem Iran vereinbarte Wiedereröffnung der Strasse von Hormus für einen Einbruch bei den Ölpreisen. Ein Barrel der Sorte Brent reduzierte sich um 13,5 Prozent auf 94,48 Dollar. Profiteure der aktuellen Entwicklungen waren unter anderem die Aktien der Fluggesellschaften und der Reiseveranstalter. So stiegen die Aktien von Lufthansa, IAG und Air France-KLM um bis zu 11,3 Prozent, die Aktien von Tui machten einen Satz um 9,9 Prozent nach oben. Bei den Autoherstellern und ihren Zulieferern legten Forvia und Valeo um bis zu 9,2 Prozent zu, Stellantis erhöhten sich um 6,2 Prozent. VW und Volvo Car kletterten um 5,5 bzw. 7,5 Prozent. Der Auto-Sektor war von den Feindseligkeiten im Nahen Osten stark betroffen. Grund waren Sorgen über höhere Preise für Benzin sowie Strom und Aluminium, welche die Kosten für die Fahrzeug-Herstellung erhöhen. Für Konjunkturwerte wie Siemens, Kion, Saint-Gobain und Heidelberg Materials ging es um bis zu 10,2 Prozent aufwärts. Verlierer waren die Ölwerte mit den einbrechenden Ölpreisen. Hier fielen Eni um 5,6 Prozent und BP büssten 5,8 Prozent ein. Die Shell-Aktie verlor 4,7 Prozent. Die Papiere von Reedereien waren ebenfalls gesucht. Hapag-Lloyd gewannen 6,9 Prozent und Moeller-Maersk rückten um 0,1 Prozent vor. Redcare Pharmacy (Shop Apotheke) rückten um 8,9 Prozent vor.
USA
Der Dow-Jones-Index gewann am Mittwoch 2,9 Prozent auf 47.910 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite rückten um 2,5 bzw. 2,8 Prozent vor. Unter den Einzelwerten zählten Aktien von Fluggesellschaften zu den Hauptgewinnern. Die Papiere von United Airlines, American Airlines und Delta Air Lines gewannen bis zu 7,8 Prozent. Auch Kreuzfahrtaktien profitierten von der Aussicht auf ein mögliches Kriegsende im Nahen Osten. Norwegian Cruise Line und Carnival kletterten um bis zu 11,2 Prozent. Dagegen standen Ölwerte mit den stark gefallenen Ölpreisen unter Abgabedruck. Occidental Petroleum, Exxon und Chevron sanken um bis zu 5,1 Prozent. Die Aktien von Chip-Herstellern waren ebenfalls gesucht. Für Nvidia ging es um 2,3 Prozent aufwärts, Micron Technology und Sandisk gewannen 7,7 bzw. 9,8 Prozent. Meta Platforms hatte ein neues grosses Sprachmodell vorgestellt, um zu OpenAI, Anthropic und Google DeepMind aufzuschliessen - der Kurs legte um 6,5 Prozent zu. Lyondell Basell Industries stürzten um 7,6 Prozent ab. Aktien von Basischemieunternehmen befanden sich zuletzt wegen des Irankrieges auf einem Höhenflug, doch nun wurden Gewinne eingestrichen. Dow Inc und CF Industries fielen um 5,1 bzw. 5,7 Prozent. RPM International legten um 12,5 Prozent zu, nachdem die Ergebnisse des dritten Geschäftsquartals die Prognosen übertroffen hatten. Levi Strauss zogen um 10,7 Prozent an. Der Jeans-Hersteller verzeichnete im ersten Quartal das stärkste Wachstum seit fast vier Jahren.
Asien
Nach dem kräftigen Schluck aus der Pulle am Vortag mit kräftigen Kursgewinnen geht es am Donnerstag an den Börsen in Ostasien mit den Kursen etwas nach unten. Die Ölpreise steigen denn auch wieder etwas, nachdem sie schon am Vortag etwas deutlicher über den Tagestiefs geschlossen hatten. Brent-Öl kostet aktuell 96,78 Dollar, gut 2 Prozent mehr als am Vortag, als im Tief nur noch gut 90 Dollar fällig gewesen waren. In Tokio kommt der Topix um 0,8 Prozent zurück, in Seoul fällt der Kospi nach seinem fast 7-prozentigen Sprung nach oben um 1,9 Prozent zurück. Hier werden unter anderem bei den beiden Chipschwergewichten Samsung Electronics und SK Hynix Gewinne mitgenommen, die beiden Aktien verlieren je rund 3,5 Prozent. An den chinesischen Börsen und in Sydney betragen die Einbussen zwischen 0,1 und 0,7 Prozent.
Obligationen
Am US-Rentenmarkt sank die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen zur Wochenmitte um 6 Basispunkte auf 4,28%. Die mit dem Ölpreisanstieg verbundenen Inflationssorgen gingen wieder etwas zurück und damit auch die Befürchtungen steigender Leitzinsen zur Eindämmung der Inflation.
Analyse
Kursziel Straumann: Goldman Sachs senkt auf 95 (100) CHF - Neutral
Kursziel Galderma: Goldman Sachs erhöht auf 190 (185) CHF - Buy
Kursziel Ems-Chemie: Berenberg erhöht auf 565 (510) CHF - Sell
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