Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Thu, 16.04.2026 - 00:00
Die Bank of America hat im dritten Quartal von deutlich höheren Erträgen in ihren Handelsgeschäften, im Investmentbanking und im Asset Management profitiert. Die Bank steigerte ihren Gewinn stärker als erwartet. Der Nettogewinn stieg um 17 Prozent auf 8,6 Milliarden US-Dollar. Das Ergebnis je Aktie betrug 1,11 Dollar. Analysten hatten im Factset-Konsens mit 1,01 Dollar gerechnet. Die Erträge legten um 7 Prozent auf 30,3 Milliarden Dollar zu. Im Handelsgeschäft kletterten sie um 13 Prozent auf 6,4 Milliarden Dollar, wobei hier der Aktienhandel mit 30 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar ein überdurchschnittliches Wachstum aufwies. Im Geschäft mit festverzinslichen Produkten stiegen die Erträge um 2 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar. Im Investmentbanking legten die Gebühreneinnahmen um 21 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar zu. Das Asset Management verzeichnete ein Plus von 15 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar.
Nachdem in der Schweiz der Leitindex SMI gestern lange noch ein kleines Plus verteidigen konnte, ging es mit der Eröffnung der Märkte in den USA klar in den negativen Bereich. Insbesondere die defensiven Schwergewichte belasteten. Nestlé verloren 1.2 Prozent und auch Novartis (-1,6%) rutschten am Nachmittag klar ins Minus. Der SMI verlor 0,3 Prozent auf 13.229 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich zwölf Kursgewinner und acht -verlierer gegenüber. Umgesetzt wurden 19,88 (zuvor: 20,48) Millionen Aktien. An der Spitze des SMI lagen Partners Group, die nachrichtenlos um 3,7 Prozent zulegten. Technologiewerte profitierten von der wiedererwachten KI-Begeisterung. Im SMI rückten Logitech um 2,1 Prozent vor. In der zweiten Reihe gewannen unter anderem AMS Osram 1,6 und VAT 2,7 Prozent. Die Aktien der Luxusgüterhersteller wurden von enttäuschenden Zahlen der französischen Wettbewerber Kering und Hermes belastet. Richemont verloren 1,9 Prozent und Swatch 3,9 Prozent. Nach ihrem Kurssprung vom Dienstag legten die Aktien von Sika um weitere 0,3 Prozent zu. Mehrere Analysten hatten nach den guten Zahlen des Baustoffherstellers ihre Kursziele erhöht.
Europa
Europas Börsen haben sich am Mittwoch uneinheitlich entwickelt. Die Anleger setzen weiter auf eine baldige diplomatische Lösung im Irankrieg. Für den DAX ging es um 0,1 Prozent auf 24.067 Punkte nach oben. Der Euro-Stoxx-50 fiel hingegen um 0,7 Prozent auf 5.940 Punkte zurück, hier belastete vor allem der Einbruch von Luxusgüteraktien nach wenig überzeugenden Geschäftszahlen. Bessere Daten zur europäischen Industrieproduktion für Februar setzten keine Akzente, genauso wenig wie neue Preisdaten aus den USA. Der Euro zog leicht an auf 1,1800 Dollar. Neuerliche Drohungen von Trump gegen die US-Notenbank beeindruckten die Märkte nicht. Dieser hatte erklärt, er sei bereit, Fed-Chef Jerome Powell zu entlassen, sollte dieser nach Ablauf seiner Amtszeit am 15. Mai nicht zurücktreten. Trumps Kandidat für den Vorsitz der Fed, Kevin Warsh, muss noch bestätigt werden, was die Möglichkeit offen lässt, dass Powell vorübergehend im Amt bleibt. Für massiven Druck auf die Luxusgüter-Hersteller sorgten diverse Zahlen. So fielen Kering nach Zahlenvorlage um 9,3 Prozent zurück. Ein klarer Weg zum Turnaround bei Gucci sei noch nicht erkennbar, hiess es im Handel. Bei Hermes führten die Zahlen zu einem Kurseinbruch um 8,2 Prozent. Auch andere Titel aus dem Sektor standen unter Abgabedruck, so gaben die Titel von Hugo Boss um 0,8 Prozent nach. Bei allen Luxuswerten zeigt sich, wie stark die Nahost-Krise auf die Kauflaune und damit auf die Umsätze drückt. Trotz starker Zahlen gaben die Aktien von Chipmaschinen-Hersteller ASML um 4,2 Prozent nach. Obwohl die Ergebnisse für das abgelaufene Quartal am oberen Rand der Erwartungen lagen, liegen die Markterwartungen an das kommende Quartal von 9,08 Milliarden Umsatz schon oberhalb der von ASML genannten Spanne von 8,4 bis 9,0 Milliarden Euro.
USA
Die US-Börsen haben sich gestern überwiegend freundlich gezeigt, aber keine einheitliche Richtung gefunden. Der S&P-500-Index und der Nasdaq-Composite sahen zur Schlussglocke ein Allzeithoch und bauten damit die Wochengewinne weiter aus. Anleger setzten zunehmend auf ein baldiges Ende des Iran-Krieges. Der Dow-Jones-Index verlor 0,2 Prozent auf 48.464 Punkte, der S&P-500 sah ein Plus von 0,8 Prozent und der Nasdaq-Composite stieg um 1,6 Prozent. Den 1.483 (Dienstag: 1.812) Kursgewinnern an der Nyse standen 1.236 (950) verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 95 (48) Titel. Auf Unternehmensseite rückten Broadcom um 4,2 Prozent vor, nachdem der Chiphersteller den Ausbau seiner Partnerschaft mit Meta bekanntgegeben hat. Broadcom wird die Facebook-Mutter in noch grösserem Umfang mit speziell angefertigten KI-Chips beliefern. Meta tendierten 1,4 Prozent höher. Snap verteuerten sich um 7,6 Prozent. Das Unternehmen will weltweit 16 Prozent der Arbeitsplätze abbauen. Laut Beige Book habe die Mehrheit der Distrikte eine leichte Belebung der Aktivitäten verzeichnet, viele Unternehmen agierten aber wegen des Nahostkonflikts vorsichtig und warteten bei Investitionen ab. Für die kommende Sitzung der Fed am Ende des Monats erwarten Ökonomen, dass der Leitzins unverändert bleibt.
Asien
Die ostasiatischen Aktienmärkte setzen heute ihre Aufwärtstendenz mit teils neuen Rekorden fort. Sie schliessen sich der Vorgabe der Wall Street an, wo der S&P-500-Index gestern ein Allzeithoch erreichte, ebenso der technologielastige Nasdaq-Index, auch gestützt von guten Unternehmenszahlen. In Tokio markiert der Nikkei-225-Index ein Rekordniveau, in Seoul liegt der Kospi nur knapp darunter.
Obligationen
Am US-Anleihemarkt stieg die Zehnjahresrendite um 2 Basispunkte auf 4,28 Prozent. Nach Einschätzung von Marktteilnehmern werden die Renditen von US-Staatsanleihen ihren kriegsbedingten Anstieg fortsetzen, da sich die Märkte auf die für nächste Woche angesetzte Anhörung des von Präsident Trump nominierten Nachfolgers von Fed-Chef Powell vorbereiten.
Analyse
UBS erhöht Moeller Maersk auf 14.600 (13.300) DKK – Neutral
UBS senkt Diageo auf 1.600 (1.730) p – Neutral
Jefferies erhöht Sika auf 181 (180) CHF – Buy
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