Morning News

Börsenreport vom 20.04.2026

Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Mon, 20.04.2026 - 00:00

Thema des Tages

Die jüngste Welle an Börsenanträgen vom Freitag geht über Cerebras Systems hinaus und umfasst auch mindestens zwei Unternehmen, die frühere Börsenpläne aufgeschoben hatten. Cerebras Systems ist ein KI-Unternehmen, das Anfang des Jahres mit rund 23 Milliarden US-Dollar bewertet wurde. Das von Blackstone unterstützte Unternehmen Liftoff Mobile, das sich auf App-Marketing und Monetarisierung konzentriert, habe laut Barron's sein Angebot im Februar aufgrund der Marktbedingungen verschoben, seine Pläne aber noch im selben Monat mit einem vertraulichen Antrag erneuert. Der Antrag von Odyssey Therapeutics folgt auf einen ebenfalls im Februar eingereichten vertraulichen Antrag und die Rücknahme eines früheren Börsenplans im Juni. Zum Ende der Woche beantragten ausserdem das von KKR unterstützte Unternehmen Global Medical Response und der Geothermieanbieter Fervo Energy, zu dessen Investoren Devon Energy und Google gehören, einen Börsengang.

Schweizer Aktien

Die Nachricht von der Öffnung der Strasse von Hormus hat dem Aktienmarkt in der Schweiz am Freitag Auftrieb gegeben.Der SMI gewann 1,7 Prozent auf 13.397 Punkte. Mit an der Spitze des SMI lagen die Aktien des Luxusgüterkonzerns Richemont mit einem Plus von 4,4 Prozent. In der zweiten Reihe verbesserten sich Swatch um 3,8 Prozent. Konjunkturzykliker waren ebenfalls stark gesucht. ABB, Geberit, Holcim und Sika verbuchten Kursgewinne von bis zu 4,4 Prozent. Nicht gefragt waren angesichts der aktuellen Nachrichtenlage defensive Aktien. Der Kurs des SMI-Schwergewichts Nestlé blieben mit einem Anstieg um 0,4 Prozent hinter dem Markt zurück. Swisscom verbilligten sich um 1,2 Prozent. Schwächer als der Markt tendierten auch die Aktien des Logistikkonzerns Kühne + Nagel, die 0,7 Prozent gewannen. Die Öffnung des wichtigen Seehandelswegs dürfte sinkende Frachtraten zur Folge haben.

Internationale Märkte

Europa
Europas Börsen haben sich am Freitag in Hausselaune gezeigt. Hintergrund war die sich ausweitende Entspannung im Irankrieg. Die Strasse von Hormus wird seitens des Iran zunächst geöffnet. Der Preis der Ölsorte Brent brach um gut 10 Prozent auf etwa 89 Dollar das Fass ein. Der DAX legte um 2,3 Prozent auf 24.702 Punkte zu, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 2,1 Prozent nach oben auf 6.058. Gegen den Trend an den haussierenden Gesamtmärkten gaben Energietitel mit dem einbrechenden Ölpreis europaweit um 3,8 Prozent nach. BP büssten 7,4 Prozent ein, Shell um 5,6 Prozent und Totalenergies um 5,3 Prozent. Luftfahrtaktien gehörten dagegen zu den grossen Profiteuren des Ölpreisrückgangs. Lufthansa stiegen um 6,9 Prozent, Air France-KLM um 7,4 Prozent und IAG um 6,2 Prozent. Für die TUI-Aktie ging es um 5,2 Prozent nach oben. In Paris verlor die Aktie von Alstom 27,2 Prozent. Die Franzosen hatten am Vorabend einen enttäuschenden Ausblick abgeliefert. Die Ergebnisse von Ericsson lagen auf breiter Front weitgehend im Rahmen der Erwartungen, schrieb Jefferies-Analyst Janardan Menon in einer Research Note. Der ausgewiesene Umsatz liege 2 Prozent unter der Prognose der Bank, was hauptsächlich auf das Geschäft mit Cloud-Software und -Dienstleistungen zurückzuführen sei. Der Umsatz im Bereich Netzwerke habe hingegen leicht darüber gelegen. Währungseffekte hätten belastet und der Umsatz in Nordamerika sei schwach gewesen. Die Aktie schloss 4,1 Prozent leichter.

USA
Die US-Börsen haben sich dank der Anzeichen einer deutlichen Entspannung im Nahen Osten am letzten Handelstag der Woche mit satten Kursgewinnen verabschiedet. Der Dow-Jones-Index gewann 2 Prozent auf 49.513, der S&P-500 sah ein Plus von 1,2 Prozent und der Nasdaq-Composite stieg um 1,5 Prozent. Der Preis für die Sorte Brent fiel infolge der Nachricht über die Öffnung der Strasse von Hormus um über 11 bis 15 Prozent und notierte zur Schlussglocke an der Wall Street bei nun bei 87,89 US-Dollar je Barrel. Unternehmensseitig hatte Netflix bei der Vorlage von Geschäftszahlen einen Ausblick auf das laufende zweite Quartal vorgelegt, der an der Börse mit Enttäuschung aufgenommen wurde. Auch der geplante Rücktritt des Unternehmensmitgründers Reed Hastings sei nicht gut angekommen, sagten Marktteilnehmer. Die Aktie sackte um 9,7 Prozent ab. Der Kurs von Alcoa stürzte um 6,8 Prozent ab. Der Aluminiumkonzern hatte im ersten Quartal trotz höherer Aluminiumpreise einen Umsatzrückgang verbucht und die Erwartungen des Markts verfehlt. Ursächlich war der Krieg im Iran, der zu Lieferunterbrechungen führte, so dass Aufträge von Kunden nicht bedient werden konnten. Aktien des Energiesektors werden im Sog des sinkenden Ölpreises abverkauft. Chevron verloren 2,2 Prozent, Exxon Mobil fielen um 3,7 Prozent und Occidental Petroleum verbilligen sich um 5,4 Prozent. Nutzniesser der fallenden Ölpreise sind die Aktien von Fluggesellschaften und Touristikunternehmen. American Airlines und United Airlines gewannen 4,1 und 7,1 Prozent. Der Kurs der Kreuzfahrtreederei Carnival rückte um 6,9 Prozent vor.

Asien
Deutliche Kursgewinne im Technologiesektor stützen zu Wochenbeginn die Aktienmärkte in Ostasien. Im südkoreanischen Seoul steigt der Kospi um 0,9 Prozent. Unter den Einzelwerten verbessern sich SK Hynix um 3,8 Prozent. Der Chiphersteller beginnt mit der Massenherstellung der KI-Superchips für die Vera-Rubin-Plattform von Nvidia. An der Tokioter Börse klettert der Topix um 0,6 Prozent. Am Aktienmarkt in Shanghai gewinnt der Composite-Index 0,7 Prozent. In Hongkong rückt der Hang-Seng-Index um 0,8 Prozent vor.

Obligationen
Am US-Rentenmarkt sank die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen um 7 Basispunkte auf 4,23%. Mit den Ölpreisen schwänden neben den Inflationserwartungen auch die Erwartungen an Zinserhöhungen der US-Notenbank, hiess es.

Analyse
Citi senkt Barry Callebaut 1.175 (1.400) CHF - Neutral
Kursziel Swatch: Bernstein SG erhöht auf 180 (160) CHF - Outperform
Citi erhöht VAT auf 640 (600) CHF - Buy

Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.

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