Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Tue, 21.04.2026 - 00:00
Apple-Chef Tim Cook wird als CEO zurücktreten. In einer Pressemitteilung am Montag teilte Apple mit, dass Cook seinen Posten als Chief Executive Officer des Technologiekonzerns zum 1. September aufgibt. Er hatte die Rolle seit 2011 inne. Cook soll zum Executive Chairman des Apple-Verwaltungsrats ernannt werden, neuer CEO soll John Ternus werden, derzeit Senior Vice President für Hardware-Entwicklung bei Apple. Die Apple-Aktie reagierte auf die Bekanntgabe der Personalie zunächst nur wenig. Nachbörslich stieg diese 1% und kostete 273,05 Dollar. Die Entscheidung für Ternus ist auch eine strategische Weichenstellung in der Chefetage. Cook wurde von Jobs Ende der 90er Jahre als Lieferketten-Experte an Bord geholt und galt als jemand, der für das reibungslose Funktionieren des Mega-Konzerns sorgte. Ternus ist ein Technologie-Spezialist, der tief in die Entwicklung verschiedener Apple-Geräte involviert war. Die Berufung von Ternus - und nicht etwa von Software-Chef Craig Federighi - signalisiert, dass Apple auch in der anbrechenden KI-Ära seinen Technik-Wurzeln treu bleiben will.
Am Schweizer Aktienmarkt sind am Montag die satten Kursgewinne vom Freitag grossenteils wieder verlorengegangen. Der SMI grenzte nach einer kleinen Schlussrally das Minus noch ein. Am Ende des Tages verlor er 1,1 Prozent auf 13.284 Punkte. Nach unten gezogen wurde der SMI unter anderem vom Schwergewicht Nestlé. Die Aktie verlor 2,8 Prozent bzw. 2,22 Franken. Allerdings wurde das Papier ex Dividende gehandelt. Der Lebensmittelriese schüttete 3,10 Franken aus. Stärkere Einbussen verzeichneten auch Aktien zyklischer Unternehmen. Amrize kamen um 2,7 und Lonza um 3,2 Prozent zurück. Geberit und Sika büssten 3,0 bzw 3,2 Prozent ein, Holcim 2,3 Prozent. Tagessieger waren die als weniger zyklisch geltenden Swisscom mit einem Zugewinn von 1,5 Prozent. Kühne+Nagel stiegen um 0,9 Prozent. Logistiker gelten als Profiteure der neuerlichen Sperrung Strasse von Hormus, weil dies steigende Frachtraten zur Folge haben dürfte.
Europa
ach der kräftigen Aufwärtsbewegung zum Vorwochenschluss ist es mit den Kursen am Montag am deutschen Aktienmarkt wieder nach unten gegangen. Der DAX verlor 1,2 Prozent auf 24.418 Punkte, der Euro-Stoxx-50 schloss 1,2 Prozent tiefer bei 5.983 Zählern. Aktien aus den Sektoren Energie (+1,7%) sowie Versorgung (+0,7%) waren mit den wieder höheren Energiepreisen gesucht. Am, Ende rangierten mit Sorgen um die Konjunktur und steigende Preise Papiere aus dem Bereich zyklischer Konsum (-1,7%) und Industrie (-1,5%). In Deutschland legten Commerzbank gegen den schwachen breiten Markt um 1,2 Prozent zu. Hier stützte wieder etwas Übernahmefantasie. Nötig sei eine Repositionierung, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Das ging aus Aussagen von Unicredit-Chef Andrea Orcel dazu hervor, wie die Commerzbank mehr Wert generieren könne. Unicredit gaben um 3 Prozent nach. SAP verloren nach der jüngsten Erholung 3,9 Prozent. Für die Aktie der Lufthansa ging es mit dem wieder anziehenden Ölpreis und politischen Diskussionen um eine mögliche Kerosin-Knappheit um 3,4 Prozent nach unten. Ryanair verloren 2,8 Prozent oder Air France-KLM 2,6 Prozent. Für Tui ging es um 2,8 Prozent nach unten. Der Kurs des Reisekonzerns Tui gab um 3,1 Prozent nach. Positiv wurden Geschäftszahlen von Wacker Chemie interpretiert, die Aktie schloss 2 Prozent fester.
USA
Nach der Wiedersperrung der Strasse von Hormus sind die US-Börsen am Montag in einen angespannten Wartemodus übergegangen. Brent-Öl kostete zuletzt mit 95,12 Dollar gut 5 Prozent mehr als am Freitag. Der Dow-Jones-Index schloss minimal im Minus mit 49.443 Punkten. Der breite S&P-500-Index und die Nasdaq-Indizes zeigten sich mit Abschlägen von 0,2 und 0,3 Prozent. Die Kurse der Fluggesellschaften American Airlines und United Airlines sanken um 4,2 und um 2,8 Prozent. Zum einen belastete die Aussicht auf höhere Kerosinkosten, zum anderen entwich Fusionsfantasie. Marvell Technology gewannen 5,8 Prozent an. Laut einem Bericht befindet sich Alphabet in Gesprächen mit dem Unternehmen, in denen es um die Entwicklung zweier massgeschneiderter Chips für Künstliche Intelligenz gehen soll. Alphabet tendierten 1,2 Prozent schwächer. Broadcom verloren 1,7 Prozent. Der Chiphersteller hatte Anfang des Monats noch eine Partnerschaft zur Entwicklung von KI-Chips mit der Alphabet-Tochter Google verlängert. AST SpaceMobile knickten um 5,3 Prozent ein. Der Satellitenhersteller erlitt einen Rückschlag bei seinem Plan für satellitengestütztes Breitband. Fermi stürzten um 17,6 Prozent ab, nachdem der Rechenzentrumsentwickler den Rücktritt des CEO und eine Umstrukturierung des Vorstands bekannt gegeben hatte. TopBuild machten einen Satz um 19,4 Prozent. Der Baustoffhändler QXO will den Experten für Isolationen für 17 Milliarden Dollar übernehmen. QXO verbilligten sich um 3,1 Prozent. AtaiBeckley schnellten um 21,6 Prozent nach oben. Das biopharmazeutische Unternehmen profitierte von einem Erlass von US-Präsident Trump, der die behördliche Prüfung bestimmter psychedelischer Medikamente beschleunigt.
Asien
An den Börsen in Ostasien lässt sich am Dienstag keine einheitliche Tendenz ausmachen. Angeführt werden die Börsen der Region vom südkoreanischen Aktienmarkt, wo der Kospi um 2,3 Prozent zulegt und ein neues Rekordhoch erreicht. KI-Fantasie trage den Index weiter nach oben, berichten Marktteilnehmer. SK Hynix verteuern sich um weitere 4,6 Prozent. Index-Schwergewicht Samsung Electronics gewinnt 1,6 Prozent. In Tokio rückt der Topix um 0,2 Prozent vor. Auch hier sind Technologiewerte gefragt. Lasertec steigen um 5,6 Prozent und Softbank Group um 7,7 Prozent. Wenig verändert tendieren die chinesischen Börsen. Der Börsengang des Nvidia-Zulieferers Victory Giant Technology in Hongkong verläuft erfolgreich: Die Aktie legte im frühen Handel 53 Prozent zu.
Obligationen
Am US-Rentenmarkt stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen um 2 Basispunkte auf 4,26%, angesichts steigender Ölpreise, die wieder Inflationssorgen anheizten.
Analyse
Kursziel Oerlikon: Kepler Cheuvreux senkt auf 3,65 (4,50) CHF - Hold
Kursziel Partners Group: Barclays senkt auf 1200 (1330) CHF - Overweight
Kursziel Sonova: Bernstein SG senkt auf 248 (256) CHF - Outperform
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