Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Wed, 22.04.2026 - 00:00
ABB hat den Umsatz im ersten Quartal 2026 deutlich gesteigert. Auch der Auftragseingang legte spürbar zu. Der Jahresausblick wird nun angehoben. Der Umsatz stieg zwischen Januar und März um 18 Prozent auf 8,73 Milliarden US-Dollar, wie das auf Elektrifizierung, Automation und Antriebstechnik spezialisierte Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Auf vergleichbarer Basis lag das Plus bei 11 Prozent. Einen deutlichen Sprung vollzog auch der Auftragseingang, also die Basis des künftigen Umsatzes. Er erhöhte sich auf vergleichbarer Basis um 24 Prozent auf 11,30 Milliarden Dollar. Die Profitabilität verbesserte sich ebenfalls: Die operative Marge (EBITA) erhöhte sich um 3,2 Basispunkte auf 23,5 Prozent. Unter dem Strich blieb ein um gut ein Fünftel höherer Reingewinn von 1,32 Milliarden Dollar. Mit den Zahlen hat das Unternehmen die Erwartungen der Analysten übertroffen, besonders deutlich beim Auftragseingang. Die bisherigen Prognosen für das Gesamtjahr 2026 werden erhöht. ABB peilt neu ein vergleichbares Umsatzwachstum im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich an. Für das zweite Quartal 2026 erwartet das Unternehmen ein vergleichbares Umsatzwachstum im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich gegenüber dem Vorjahresquartal.
Der SMI verlor am Dienstag 1,1 Prozent auf 13.134 Punkte. Für Druck auf den SMI sorgten die beiden Pharmaschwergewichte Novartis und Roche. Sie gaben um 1,8 bzw. 1,2 Prozent nach, wobei europaweit Pharmaaktien keinen guten Tag hatten. Mit Nestlé lag ein weiteres Schwergewicht schwach im Markt, die Aktie verbilligte sich um 1,9 Prozent. Ganz am Ende rangierten mit einem Minus von 2,9 Prozent Lonza. Sie hatten schon am Vortag nachrichtenlos zu den grösseren Verlierern gehört. Für Richemont ging es um 1,2 Prozent nach unten, in der zweiten Reihe für Swatch um 0,5 Prozent nach oben. Die Gesamtexporte von Schweizer Uhren fielen nach neuen Daten im März um 1 Prozent, während sie im gesamten ersten Quartal um 1,4 Prozent gestiegen sind. SMI-Tagessieger waren Kühne+Nagel, die um weitere 1,5 Prozent zulegten. Sehr gut lagen auch UBS im Markt. Die Bankaktie verteuerte sich um 0,8 Prozent bzw. um 0,25 Franken. Sie holte damit den heutigen Dividendenabschlag von 0,55 Franken mehr als auf. Huber & Suhner legten um 2,3 Prozent zu. Der Komponentenentwickler hatte mitgeteilt, die bereits enge Zusammenarbeit mit Microsoft Azure Fiber mit weiteren Investitionen in die Produktionskapazitäten zu verstärken.
Europa
An den europäischen Börsen ist es am Dienstag nach unten gegangen. Der DAX schloss 0,6 Prozent tiefer bei 24.271 Punkte zu, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,9 Prozent auf 5.930 Zähler nach unten. Für Impulse bei Einzelwerten sorgte die allmählich wieder fahrt aufnehmende Berichtssaison. Bei Beiersdorf fiel der organische Umsatzrückgang deutlicher aus als erwartet aus. Beiersdorf gaben um 3,5 Prozent nach. Associated British Foods verloren 2,7 Prozent. Das operative Ergebnis verfehlte die Marktschätzung um rund 5 Prozent. Thales rutschten um 5,9 Prozent ab, obwohl der Luft- und Raumfahrtkonzern die Erwartungen an das organische Umsatzwachstum übertroffen hatte. Schwach hat sich die Sparte Cyber entwickelt, der Bereich sei von KI-Disruptionen bedroht. Europaweit zeigten sich am Dienstag aber auch andere Rüstungswerte auffallend schwach, so Rheinmetall (-3%), Hensoldt (-4%) oder Leonardo (-4,9%). Salzgitter gingen 3,1 Prozent fester aus dem Tag. Nach einem unerwartet guten ersten Quartal ist der Stahlhersteller zuversichtlicher für das Gesamtjahr und hob kurz vor Handelsende seine Ergebnisprognose an. Für Royal Unibrew ging es um fast 25 Prozent steil abwärts mit der Nachricht, dass das Unternehmen die Pepsi-Lizenz verliert. Die Pepsi-Lizenzvereinbarungen für Abfüllung und Vertrieb für Dänemark, Finnland und das Baltikum enden mit dem Auslaufen der aktuellen Verträge bis 2028.
USA
Die Kurse an der Wall Street haben am Dienstag nachgegeben. Am Ende des Tages stand beim Dow-Jones-Index ein Minus von 0,6 Prozent auf 49.149 Punkte. Der breitere S&P-500-Index und die Nasdaq-Indizes kamen ebenfalls um 0,6 Prozent zurück. Thema Nummer eins am Aktienmarkt war der Führungswechsel bei Apple. Die Apple-Aktie gab um 2,5 Prozent nach. Amazon will als Teil einer Partnerschaft weitere 5 Milliarden Dollar in die KI-Gesellschaft Anthropic investieren. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich damit auf bis zu 25 Milliarden Dollar, sofern bestimmte kommerzielle Meilensteine erreicht werden. Der Kurs des Online-Riesen kletterte um 0,7 Prozent. Aktien von Chipherstellern mit Verbindungen zu Amazon legten mit der Ankündigung zu, Marvell Technology um 2,3 und Astera Labs um 9,2 Prozent. Unitedhealth übertraf mit Erstquartalszahlen die Markterwartungen deutlich. Die Krankenversicherung hob zudem die Jahresprognose an. Die Aktie machte einen Satz um 7,0 Prozent nach oben. Merck & Co. reagierten mit einem Abschlag von 3,9 Prozent darauf, dass das Unternehmen und sein japanischer Partner Eisai in einer Phase-3-Studie mit einem Präparat gegen Nierenzellkarzinome die primären Endpunkte nicht erreichten. Im Rüstungssektor fielen die Kurse trotz starker Zahlen. GE Aerospace verbilligten sich um 5,6 Prozent, obwohl das Luftfahrtunternehmen besser als erwartete Gewinne berichtet hatte. RTX kamen um 4,4 Prozent zurück. Auch hier halfen starke Zahlen nicht. Northrop Grumman sackten um 7,0 Prozent ab, trotz eines Gewinnsprungs und höheren Umsätzen. Boeing kamen um 2,6 Prozent zurück. T-Mobile US schlossen nach einer Bloomberg-Meldung, wonach die Deutsche Telekom eine vollständige Übernahme erwägt und die Gründung einer Holding-Gesellschaft, 1,5 Prozent schwächer.
Asien
Zur Wochenmitte dominieren an den Börsen in Ostasien negative Vorzeichen. In Tokio gibt der Topix-Index um 0,8 Prozent nach. Der Nikkei-225-Index tendiert etwas fester und erreichte im Verlauf ein Rekordhoch. In Seoul zeigt sich der Kospi knapp behauptet, nachdem er allerdings am Dienstag kräftig gestiegen war und ein Rekordhoch erreicht hatte. In Hongkong fällt der Hang-Seng-Index um 1,3 Prozent, belastet von sehr schwachen Technologiewerten. Dagegen notiert der Composite-Index in Shanghai gut behauptet.
Obligationen
Am US-Rentenmarkt stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen um 6 Basispunkte auf 4,31%. Höhere Ölpreise und höher als erwartet ausgefallene US-Einzelhandelsumsätze sorgten für Verunsicherung.
Analyse
Kursziel DocMorris: UBS erhöht auf 4 (3,50) CHF - Sell
Kursziel Helvetia Baloise: JPMorgan erhöht auf 260 (250) CHF - Overweight
Kursziel Barry Callebaut: UBS senkt auf 1100 (1355) CHF - Neutral
Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.