Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Thu, 23.04.2026 - 00:00
Tesla hat für das erste Quartal einen 16-prozentigen Umsatzanstieg auf 22,4 Milliarden Dollar gemeldet. Der Umsatz aus dem reinen Automobilgeschäft stieg im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls um 16 Prozent. Der Umsatz im Energiebereich, der aus dem Verkauf von industriellen und privaten Batteriespeichern stammt, in den vorherigen Quartalsberichten ein Lichtblick für das Unternehmen, fiel im Berichtsquartal um 12 Prozent. Den Nettogewinn steigerte Tesla um 17 Prozent auf 477 Millionen Dollar. Trotz eines Analystenkonsens, dass das Unternehmen zum ersten Mal seit zwei Jahren einen negativen freien Cashflow ausweisen könnte, meldete Tesla des Weiteren einen positiven freien Cashflow von 1,4 Milliarden Dollar. Tesla investierte im Quartal 2,5 Milliarden Dollar in Sachanlagen, um seine Kapazitäten für künstliche Intelligenz zu erweitern und an neuen Produktionslinien zu arbeiten, darunter für das Cybercab-Robotaxi. Tesla verkaufte im ersten Quartal weltweit 358.023 Elektrofahrzeuge, was einem Anstieg von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Trotz des Wachstums im Vergleich zum Vorjahr war es Teslas zweitschwächstes Verkaufsquartal seit 2022. Nachbörslich ging es für die Tesla-Aktie leicht nach unten.
Der Schweizer Aktienmarkt hat auch am Mittwoch Verluste verzeichnet. Der SMI verlor 0,5 Prozent auf 13.068 Punkte. Bei den Einzelwerten stachen ABB mit einem Plus von 3,4 Prozent als klarer Tagessieger und zugleich mit einem Rekordhoch heraus. Der Industriekonzern hatte besser als erwartet ausgefallene Quartalszahlen vorlegt und die Prognose angehoben. Kühne+Nagel stiegen um weitere 1,0 Prozent vor dem Hintergrund des weiter gestörten Schiffsverkehrs in der Golfregion. Bei den wenigen Gewinnern fanden sich auch UBS mit einem Aufschlag von 0,2 Prozent. Hier stützte, dass die Schweiz der Grossbank bei Kapitalanforderungen Zugeständnisse macht, die sie widerstandsfähiger machen sollen. In der zweiten Reihe gaben Sonova um 3,0 Prozent nach. Marktteilnehmer brachten die Kursschwäche in Zusammenhang mit einer drastischen Senkung der Prognose des australischen Wettbewerbers Cochlear für das Geschäftsjahr 2026. Cochlear waren in Sydney um 40 Prozent eingebrochen. Huber & Suhner profitierten mit einem weiteren Zugewinn von 2,0 Prozent erneut davon, dass der Komponentenentwickler seine Zusammenarbeit mit Microsoft Azure Fiber verstärkt.
Europa
An den europäischen Börsen ist am Mittwoch nach den Verlusten der Vortage eine Gegenbewegung ausgeblieben, obwohl US-Präsident Trump den Waffenstillstand mit dem Iran verlängerte. Der DAX büsste 0,3 Prozent auf 24.195 Punkte ein, für den Euro-Stoxx-50 ging es 0,3 Prozent auf 5.906 nach unten. Tagesgewinner im DAX waren Siemens Energy mit einem Plus von 6,9 Prozent. Das Papier reagierte damit auf die Veröffentlichung starker Geschäftszahlen des US-Wettbewerbers GE Vernova. Der Konzern glänzte erneut mit einem Quartal mit übertroffenen Erwartungen und einer Prognoseanhebung. Auf positive Kursresonanz stiessen die Quartalszahlen von Akzo Nobel, die Aktie legte um 2,6 Prozent zu. Das bereinigte operative Ergebnis übertraf die Konsensschätzung um 7 Prozent. ASM International schossen um 7,1 Prozent nach oben. Die Ergebnisse und der kurzfristige Ausblick des Chipausrüsters dürften eine Anhebung der Konsensschätzungen nach sich ziehen, hiess es. Im Gefolge ging es für Infineon im DAX um 3,5 Prozent nach oben, für ASML um 1,0 Prozent. Angebliche Fusionspläne zwischen Deutsche Telekom und der Tochter T-Mobile US durch Zusammenlegung des jeweiligen Aktienkapitals zu einem Holding-Konzern kamen nicht gut an. Die T-Aktie sackte um 4,8 Prozent ab. Der Plan ziele offenbar darauf ab, das höhere Bewertungsniveau der US-Tochter anzuzapfen, hiess es von Analysten. Die Hürden dafür seien aber hoch und es sei fraglich, ob in T-Mobile US engagierte US-Investoren davon zu begeistern seien. Für Lufthansa ging es um 2,9 Prozent nach unten. Vor dem Hintergrund der Kerosin-Thematik schlossen auch andere Branchenwerte wie IAG (-3,4%) oder Air France-KLM (-1,7%) sehr schwach.
USA
Nachdem US-Präsident Donald Trump eine Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran verkündete, hat sich am Mittwoch an den US-Börsen wieder Risikobereitschaft breitgemacht. Dazu trugen auch vielfach gute Unternehmensergebnisse bei. Der Dow-Jones-Index schloss 0,7 Prozent fester bei 49.490 Punkten. Der S&P-500 legte um 1,1 Prozent zu, klar favorisiert wurden Technologieaktien: Die Nasdaq-Indizes gewannen bis zu 1,7 Prozent. Brent-Öl verteuert sich um 3,0 Prozent auf 101,44 Dollar. Am Aktienmarkt stiessen die Erstquartalszahlen von Boeing auf ein positives Echo, der Kurs zog um 5,5 Prozent an. Das Geschäft mit Verkehrsflugzeugen hat sich verbessert, der Quartalsverlust verringerte sich deutlicher als erwartet. GE Vernova schossen um 13,7 Prozent nach oben. Der Stromerzeuger und Netzexperte hatte seinen Ausblick für das Gesamtjahr angehoben, nachdem er im ersten Quartal einen höheren Gewinn und Umsatz verzeichnete. United Airlines kamen um 5,6 Prozent zurück. Die Fluggesellschaft übertraf zwar die Gewinnerwartungen der Analysten für das erste Quartal, senkte aber den Ausblick mit Verweis auf steigende Kerosinkosten. Adobe gewannen 3,5 Prozent, getrieben von der Auflage eines Aktienrückkaufprogramms im Wert von 25 Milliarden Dollar. Die Apple-Aktie erholte sich um 2,6 Prozent und machte das Vortagesminus in Reaktion auf den am 1. September anstehenden Führungswechsel wieder wett.
Asien
An den Börsen in Ostasien dominieren am Donnerstag negative Vorzeichen. In Tokio fällt der Topix um 1 Prozent. Der Nikkei-225-Index sinkt um 1,2 Prozent. In Seoul zeigt sich der Kospi kaum verändert. In Schanghai gibt der Composite-Index um 0,8 Prozent nach. Der Hang-Seng-Index in Hongkong verliert 1,1 Prozent. SK Hynix hat ein rekordhohes Quartalsergebnis ausgewiesen. Der Nettogewinn des südkoreanischen Chipherstellers und Nvidia-Zulieferers hat sich im ersten Quartal in etwa verfünffacht. Die Aktie kann sich der pessimistischen Stimmung jedoch nicht entziehen und verliert aktuell 0,9 Prozent. Samsung Electronics legen derweil um 1,3 Prozent zu.
Obligationen
Am US-Rentenmarkt tat sich wenig, die Renditen blieben auf dem jüngst erhöhten Niveau. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen stieg um 1 Basispunkt auf knapp 4,31 Prozent.
Analyse
Kursziel Accelleron: UBS erhöht auf 92 (81) CHF - Buy
Rating Holcim: Baader Europe erhöht auf Reduce (Sell)
Kursziel DocMorris: Barclays erhöht auf 8 (6) CHF - Equal Weight
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