Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Tue, 28.04.2026 - 00:00
Novartis hat zum Jahresstart - wie erwartet - den dämpfenden Effekt durch Nachahmer-Präparate deutlich zu spüren bekommen. Für den weiteren Geschäftsverlauf bestätigt das Management am Dienstag dennoch den bisherigen Ausblick. So liegt der Umsatz für das erste Quartal bei 13,1 Milliarden US-Dollar um. Das ist ein Minus von 1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zu konstanten Wechselkursen (kWk) ergab sich ein Minus von 5 Prozent. Zum Vergleich: Im Schlussquartal 2025 waren die Einnahmen noch um 1 Prozent und im dritten Jahresviertel um 8 Prozent gestiegen. Der Pharmakonzern wird nach eigenen früheren Angaben in den kommenden Monaten die stärkste Belastung durch Nachahmer-Medikamente in seiner Geschichte erleben, weil die Milliarden-Mittel Entresto, Promacta und Tasigna ihren Patentschutz verloren haben. Beim operativen Gewinn verbuchten die Basler einen Rückgang um 9 Prozent auf 4,2 Milliarden. Unter dem Strich resultierte ein Konzerngewinn von 3,2 Milliarden nach 3,6 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Für Analysten zählt vor allem der um verschiedene Einflüsse bereinigte Kern-Betriebsgewinn. Mit 4,9 Milliarden sank dieser um 12 Prozent und verfehlte damit den Analysten Konsens von 5,2 Milliarden.
Der schweizerische Aktienmarkt hat sich zu Wochenbeginn kaum von der Stelle bewegt. Der SMI schloss wenig verändert bei 13.165 Punkten. In der Schweiz stehen im Wochenverlauf eine Reihe wichtiger Unternehmenszahlen auf der Agenda. Am Dienstagmorgen hat Novartis Zahlen für das erste Quartal bekannt geben. Die Aktie legte im Vorfeld am Montag um 0,3 Prozent zu. Die Aktien der beiden anderen Index-Schwergewichte Nestlé und Roche verloren 0,9 bzw. 0,3 Prozent. Am Mittwoch folgen die Quartalszahlen der UBS (+1,8%). Zu den Verlierern im Blue-Chips-Segment zählten auch Versicherer wie Swiss Re (-1,0%), Zurich (-1,3%) oder die defensiven Swisscom (-1,8%). Auf der Gegenseite rückten Lonza und UBS um je 1,8 Prozent vor. Beide Papiere hatten vergangene Woche an Wert verloren, wobei bei der Grossbank der kapitalintensive Bundesratsvorschlag zur Bankenregulierung belastet hatte. Amrize wird am Mittwoch Quartalszahlen präsentieren und legte an der Börse um 1,3 Prozent zu.
Europa
Mit leichten Abgaben haben die europäischen Aktienmärkte zu Wochenbeginn den Handel beendet. Der DAX fiel um 0,1 Prozent auf 24.084 Punkte, der Euro-Stoxx-50 reduzierte sich um 0,4 Prozent auf 5.860 Punkte. Nordex ragten mit kräftigen Gewinnen von 5,7 Prozent hervor nach überzeugenden Erstquartalszahlen. Der Windanlagen-Hersteller steigerte die Umsätze um 10,6 Prozent, erwartet waren laut MWB nur 9 Prozent. Das EBITDA kletterte auf 130,7 Millionen Euro und damit deutlich stärker als die erwarteten 113 Millionen. Im DAX ging es nach einem positiven Kommentar durch Bank of America für Commerzbank um 2,4 Prozent nach oben. Deutsche Börse gaben dagegen 0,1 Prozent ab. Siemens führten den DAX mit 3,6 Prozent Plus an, nachdem sich Bernstein positiv geäussert hatte. Gut erholt zeigten sich auch die Rüstungswerte, Rheinmetall legten 2 Prozent zu. Die Aktien von Sportwetten-Anbieter Entain zählten mit 5,4 Prozent Verlust zu den Schlusslichtern in Europa. Hannover Rück fielen um 2,6 Prozent, sie rüsten sich für ein raueres Geschäftsumfeld: Der weltweit drittgrösste Rückversicherer spürt laut Börsenzeitung einen intensiveren Preiswettbewerb.
USA
Die Wall Street hat sich zu Wochenbeginn kaum von der Stelle bewegt. Der Dow-Jones-Index gab um 0,1 Prozent nach auf 49.168 Punkte. Für den S&P-500-Index und den Nasdaq-Composite ging es um 0,1 bzw. 0,2 Prozent nach oben. Unter den Einzelaktien gewannen Qualcomm 1,0 Prozent. Intel stiegen um weitere 3,0 Prozent und setzten damit ihre Rally fort, als die Titel des Chipherstellers am Freitag im Fahrwasser starker Geschäftszahlen um knapp 24 Prozent haussierten. Verizon Communications legten um 1,5 Prozent zu. Der Mobilfunkanbieter verzeichnete solide Ergebnisse für das erste Quartal, hob seine Prognose an und gab bekannt, dass er in einer für die Telekommunikationsbranche schwierigen Zeit neue Abonnenten gewonnen habe. Organon springen um 17 Prozent nach oben, weil die indische Sun Pharmaceutical Industries den Gesundheitskonzern übernehmen wird. Domino's Pizza fielen um 8,9 Prozent. Die Pizzakette verzeichnete im ersten Quartal einen geringeren Gewinn, was grösstenteils auf unrealisierte Vorsteuerverluste aus Investitionen in China zurückzuführen ist. Obwohl die flächenbereinigten Umsätze in den USA sowohl bei Franchise- als auch bei firmeneigenen Filialen stiegen, sank die Kennzahl international um 0,4 Prozent.
Asien
An den Börsen in Ostasien lässt sich am Dienstag keine einheitliche Tendenz ausmachen. Während der Kospi in Seoul ein neues Rekordhoch erreicht, dreht der Nikkei-225-Index in Tokio ins Minus. Der Nikkei sinkt um rund 1 Prozent. Der breiter gefasste Topix legt um 0,9 Prozent zu. Der Kospi steigt aktuell um 0,9 Prozent. In Shanghai und in Hongkong geben die Indizes nach. Im japansichen Technologiesektor fallen Softbank Group um 9,5 Prozent und NEC um 3,1 Prozent. Die Aktie des Autoherstellers Nissan Motor rückt um 3 Prozent vor, nachdem das Unternehmen seine Ergebnisprognose erhöht hat. In Seoul verteuern sich LG Electronics um fast 9 Prozent. Nach Vorlage überraschend guter Erstquartalszahlen gewinnen Samsung SDI 6,1 Prozent. Die Aktie des Stahlkonzerns Posco macht nachrichtenlos einen Sprung von rund 12 Prozent.
Obligationen
Am US-Rentenmarkt stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen um 3 Basispunkte auf 4,34%. Weiter anziehende Ölpreise schüren Inflationssorgen und lassen Zinssenkungen unwahrscheinlicher erscheinen.
Analyse
Kursziel Kühne+Nagel: Morgan Stanley erhöht auf 179 (170) CHF - Equal Weight
Rating ABB: Kepler Cheuvreux senkt auf Hold (Buy) - Ziel 80 (75) CHF
Kursziel Galderma: Morgan Stanley erhöht auf 160 (155) CHF - Equal Weight
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