Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Wed, 29.04.2026 - 00:00
Die UBS Group hat einen Anstieg des Nettogewinns gemeldet. Ein Sprung bei den Erträgen im Investmentbanking trug dazu bei, den Umsatz und das Ergebnis des Konzerns zu steigern. Die Schweizer Grossbank teilte am Mittwoch mit, der Nettogewinn für das erste Quartal habe sich auf 3,04 Milliarden US-Dollar belaufen, verglichen mit 1,69 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten laut den von der Bank zur Verfügung gestellten Konsensschätzungen einen Nettogewinn von 2,33 Milliarden Dollar erwartet. Die UBS unterstrich, eine starke Dynamik im Kundengeschäft habe zu Mittelzuflüssen und einer regen Handelsaktivität geführt. Die zentrale Sparte Global Wealth Management habe im Quartal Nettoneugelder in Höhe von 37 Milliarden Dollar angezogen. Die CS-Integration schreitet derweil weiter voran. Im Berichtsquartal wurden weitere Kosteneinsparungen von rund 0,8 Milliarden erreicht. Der Stand der Einsparungen seit Beginn der Restrukturierung steht damit bei 11,5 Milliarden. Angestrebt werden bis Ende Jahr 13,5 Milliarden weniger Kosten im Vergleich zu 2022.
Erholt von zwischenzeitlichen Verlusten hat der schweizerische Aktienmarkt am Dienstag den Handel wenig verändert beendet. Der SMI verlor 0,1 Prozent auf 13.148 Punkte, nachdem er im Tagestief schon bei 13.010 Punkten gelegen hatte. Bei den Einzelwerten standen Novartis im Blick. Der Pharma-Konzern hat im ersten Quartal durchwachsene Ergebnisse vorgelegt. Der Konzern habe einen Konzernumsatzrückgang von 1 Prozent in US-Dollar verzeichnet, "etwas unter dem Konsens und unseren Erwartungen aufgrund der generischen Erosion von drei wichtigen Medikamenten", so Vontobel. Der Wettbewerb durch Generika habe die Ergebnisse belastet, teilte Novartis mit, bestätigte aber die Prognose für das Gesamtjahr. Die Novartis-Aktie legte nach zwischenzeitlichen Verlusten um 0,6 Prozent zu. Dagegen reduzierten sich Sandoz um 0,3 Prozent. Die Titel der SIG Group stiegen nach den Ergebnissen für das erste Quartal um 12,8 Prozent. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde beibehalten. Die Papiere von Avolta knickten um 4,5 Prozent auf 43,80 Franken ein. Die UBS hat die Einstufung auf "Neutral" von "Buy" gesenkt und das Kursziel von 63 auf 48 Franken reduziert.
Europa
Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Dienstag mit kleinen Verlusten gezeigt. Der DAX verlor 0,3 Prozent auf 24.018 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,4 Prozent nach unten. Schlusslicht im DAX war die Qiagen-Aktie mit einem Abschlag von 10,8 Prozent. Das Diagnostikunternehmen hatte die Prognose für das Gesamtjahr 2026 nach unten genommen und erwartet nun ein Umsatzwachstum von etwa 1 bis 2 Prozent bei konstanten Wechselkursen nach zuvor mindestens 5 Prozent. Bayer verloren 4,6 Prozent nach einer Anhörung vor dem Obersten US-Gericht zu Glyphosat-Klagen. Die Aktie der Deutschen Börse legte nach überzeugenden Erstquartalszahlen um 0,3 Prozent zu. Mit Aufschlägen von 2,1 Prozent auf 35,48 Euro lagen Commerzbank mit an der DAX-Spitze. Am 5. Mai startet das etwa 35 Milliarden Euro schwere Übernahmeangebot per Aktientausch der Unicredit an die Commerzbank-Aktionäre. Die hohen Ölpreise haben derweil dem britischen Ölkonzern BP zum Jahresstart sprudelnde Gewinne beschert, was an der Börse mit einem Kursplus von 1,1 Prozent goutiert wurde. Air Liquide gaben an der Pariser Börse hingegen um 3,2 Prozent nach. Das vergleichbare Umsatzwachstum hatte die Erwartungen nicht erfüllt. In Oslo verbilligten sich Telenor nach einem gesenkten Ausblick des Telekommunikationsanbieters um 5,7 Prozent.
USA
Abgaben im Technologie-Sektor haben am Dienstag die Wall Street ins Minus gedrückt. Laut einem Bericht verfehlte die KI-Ikone OpenAI zuletzt die selbstgesteckten Nutzer- und damit auch die Umsatzziele. In der Folge fielen Aktien mit Bezug zum ChatGPT-Entwickler - so Oracle und CoreWeave um 4,0 bzw. 5,8 Prozent. Im Technologiesektor verloren AMD 3,4 Prozent, Nvidia 1,6 Prozent und Intel 0,5 Prozent. Der Dow-Jones-Index verlor 0,1 Prozent auf 49.142 Punkte, gestützt vom deutlichen Aufschlag der Aktie von Coca-Cola. Dagegen ging es für den S&P-500 um 0,5 Prozent nach unten und der Nasdaq-Composite büsste 0,9 Prozent ein. Für die Ölpreise ging es weiter nach oben. Ein Barrel der Sorte Brent erhöhte sich um 2,7 Prozent auf 111,14 Dollar. Bei den Einzelwerten verloren Meta Platforms 1,1 Prozent. Die Facebook-Mutter bereitet sich auf eine Rückabwicklung der Übernahme des auf Künstliche Intelligenz spezialisierten Startups Manus vor, nachdem China das Geschäft aus Gründen der nationalen Sicherheit untersagt hat, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen mitteilten. United Parcel Service (-4%) hat im ersten Quartal einen geringeren Gewinn und Umsatz verzeichnet. GM gewannen nach Geschäftsausweis 1,3 Prozent. Der Automobilhersteller hob die bereinigte Gewinnprognose wegen geringerer Zollkosten zwar an, pro Aktie sank der Gewinn allerdings in der Periode. Höhere Gewinne hievten den Kurs von Coca-Cola 3,9 Prozent an. Auch Sherwin-Williams (-3,5%) hat im ersten Quartal mehr verdient als gedacht. Der Hersteller von Wandfarben teilte aber mit, dass die Nachfrage von Heimwerkern schwach geblieben sei.
Asien
Uneinheitlich zeigen sich die Börsen in Ostasien am Mittwoch. Die Börse in Tokio ist am Mittwoch wegen eines Feiertags geschlossen. In Seoul rückt der Kospi um 0,7 Prozent vor. Am Aktienmarkt in Hongkong gewinnt der Hang-Seng-Index 1,3 Prozent. In Shanghai notiert der Composite-Index 0,4 Prozent höher. Die Aktie von Hong Kong Exchange and Clearing gewinnt 1 Prozent, nachdem der Börsenbetreiber Unternehmen für das erste Quartal Rekordergebnis ausgewiesen hat. Geely Automobile, zweitgrösster chinesischer Hersteller von Elektrofahrzeugen, hat trotz rekordhoher Verkaufszahlen und Einnahmen einen Gewinnrückgang verbucht. Die Aktie steigt um 3,5 Prozent.
Obligationen
Am US-Rentenmarkt stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen um 1 Basispunkt auf 4,35%. Die auf die höchsten April-Stände gekletterten Ölpreise schürten Inflationssorgen und lassen baldige Zinssenkungen weiterhin unwahrscheinlicher erscheinen.
Analyse
Kursziel Barry Callebaut: Berenberg senkt auf 1268 (1487) CHF - Hold
Rating Ypsomed: Barclays erhöht auf Overweight (EW) - Ziel 343 (420) CHF
Kursziel Kühne+Nagel: JPMorgan erhöht auf 170 (160) CHF - Underweight
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