Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Wed, 06.05.2026 - 00:00
Advanced Micro Devices hat im jüngsten Quartal einen höheren Gewinn und Umsatz verzeichnet, da das Geschäft mit Rechenzentren die Ergebnisse weiter antreibt. Der Chiphersteller wies für das erste Quartal einen Gewinn von 1,38 Milliarden US-Dollar oder 84 Cent je Aktie aus, verglichen mit 709 Millionen Dollar oder 44 Cent je Aktie im Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag laut einer Umfrage von Factset unter Analysten bei 1,37 Dollar, verglichen mit den Schätzungen von 1,29 Dollar je Aktie. Der Umsatz sprang um 38 Prozent auf 10,25 Milliarden Dollar, verglichen mit den Analystenschätzungen von 9,9 Milliarden Dollar. Der Umsatz im Rechenzentren-Segment von AMD stieg im Jahresvergleich um 57 Prozent, angetrieben durch die starke Nachfrage nach den EPYC-Prozessoren und das Hochfahren der Lieferungen der Instinct-GPUs. Der Umsatz im Privatkunden- und Gaming-Segment kletterte um 23 Prozent, gestützt auf die Nachfrage nach den Ryzen-Prozessoren und Radeon-GPUs. CEO Lisa Su sagte, die Ergebnisse des Unternehmens seien von der beschleunigten Nachfrage nach KI-Infrastruktur angetrieben worden.
Der schweizerische Aktienmarkt ist am Dienstag den europäischen Pendants hinterhergehinkt. Vor allem Abschläge der Schwergewichte bremsten die eidgenössische Börse aus. Die Risikoneigung habe trotz des Säbelrasselns im Nahen Osten zugenommen, weshalb defensive Werte weniger gefragt gewesen seien, hiess es mit Blick auf die Verluste bei Nestle (-0,8%) und Novartis (-0,3%). Roche hielten sich dagegen mit 0,6 Prozent im Plus. Händler verwiesen auf den Umstand, dass trotz der jüngsten militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten die ganz grosse Eskalation ausgeblieben sei. Der SMI gewann 0,4 Prozent auf 13.052 Punkte. Unter den 20 SMI-Werten standen sich zwölf Kursgewinner und acht -verlierer gegenüber. Umgesetzt wurden 19,96 (zuvor: 20,34) Millionen Aktien. Gesucht waren Amrize mit einem Aufschlag von 2,2 Prozent. Der spezialisierte Baustoffhersteller wird am Mittwoch das angekündigte Aktienrückkaufprogramm starten. Das Programm wurde für einen Gesamtbetrag von 1 Milliarde Dollar bis zum 5. Mai 2027 genehmigt, wobei die zurückgekauften Aktien zum Zwecke der Einziehung erworben werden. Auch andere zyklische Titel wie ABB (+2,8%) verbuchten Aufschläge.
Europa
Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag mächtig zugelegt. Vor allem gute Unternehmenszahlen trieben die Indizes an. Zudem kamen die Ölpreise wieder etwas von den jüngsten Hochs zurück. Für den DAX ging es um 1,7 Prozent auf 24.402 Punkte nach oben, der Euro-Stoxx-50 stieg um 1,8 Prozent auf 5.870 Punkte. Bei den Einzelwerten bewegte im Wesentlichen die Berichtssaison. Die Aktie des Brauerei-Konzerns Anheuser-Busch Inbev zog um 9,3 Prozent an. Die Belgier steigerten zur Überraschung des Marktes den Bierabsatz, der von Analysten in einem Abwärtstrend erwartet worden war. Entsprechend fielen auch Gewinn und Umsatz besser als erwartet aus. Gesucht sind auch Unicredit, die sich um 5,9 Prozent verteuerten. Die Italiener hatten nicht nur gute Geschäftszahlen vorgelegt, sondern auch noch die Jahresprognose erhöht. Nachdem die Unicredit ihr Kaufangebot für die Commerzbank offiziell gemacht hatte, stieg der Kurs der Commerzbank-Aktie im Fahrwasser des Unicredit-Kurses. Die italienische Grossbank, die bereits knapp 30 Prozent der Commerzbank-Anteile kontrolliert, will sich weitere Anteile sichern und bietet für jede Commerzbank-Aktie 0,485 neue Unicredit-Aktien. In London ging es für BT Group um 1,7 Prozent voran. Die Bank of America hatte die Aktie auf "Buy" hochgestuft. Wettbewerber Vodafone ermässigten sich dagegen um 2,2 Prozent. Der britische Telekommunikationskonzern übernimmt die vollständige Kontrolle über die Tochter VodafoneThree - der Kaufpreis liegt bei 4,3 Milliarden Pfund.
USA
Nach den Vortagesverlusten hat sich die Wall Street am Dienstag auf Erholungskurs gegeben. Einen Treiber stellte vor allem die Gewinnentwicklung der Unternehmen dar. Der Dow-Jones-Index stieg um 0,7 Prozent auf 49.298 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite legten um 0,8 bzw. 1,0 Prozent zu - der Nasdaq-Index markierte ein Allzeithoch. Nach ersten Angaben gab es an der Nyse 1.940 (Montag: 801) Kursgewinner und 804 (1.967) -verlierer. Unverändert schlossen 65 (55) Titel. Positiv wirkte auch die Schlagzeile, dass ein Containerschiff der dänischen Reederei Moller-Maersk die Strasse von Hormus mit Hilfe des US-Militärs passiert hatte. Die Meldung schürte Hoffnung, dass die US-Marine Schiffe gegen iranischen Widerstand durch die Meerenge eskortieren könnte. Solange das Weisse Haus und Teheran in Friedensgespräche eingebunden sind, "sollte das ausreichen, um die Risikobereitschaft zu stützen", erläuterte Analyst Michael Brown von Pepperstone. Auf Unternehmensseite hatte Palantir Technologies den Umsatz um 85 Prozent gesteigert. Das war der grösste bisher verzeichnete jährliche Zuwachs und lag über den Markterwartungen. Der Nettogewinn vervierfachte sich, dazu hob Palantir die Umsatzprognose an. Für die Aktie ging es dennoch um 6,9 Prozent nach unten. Die hohe Bewertung bleibe trotz starker Umsätze ein Anlass zur Sorge, urteilten die Analysten von Jefferies. Selbst wenn die ehrgeizigen Umsatzziele im Jahr 2027 erreicht würden, sehe die Aktie überbewertet aus. Intel schossen um 13 Prozent empor. Treiber war ein Bericht, wonach Apple Sondierungsgespräche mit Intel und Samsung Electronics über die Produktion von Hauptprozessoren für ihre Geräte führe. Hintergrund war laut Informanten das Bestreben von Apple, sich über den langjährigen Partner TSMC hinaus zu diversifizieren. Apple tendierten 2,7 fester.
Asien
Im Fahrwasser steigender Kurse und neuer Indexrekorde an der Wall Street geht es am Mittwoch an den Börsen in Ostasien nach oben. Spektakulär gestaltet sich das Geschehen am stark technologielastigen Aktienmarkt im südkoreanischen Seoul. Dort schiesst der Kospi in einem neuerlichen Hausse-Schub um 7,0 Prozent nach oben auf ein erneutes Rekordhoch und baut das Plus seit Beginn des Jahres auf über 75 Prozent aus. Hintergrund ist eine KI-getriebene Rally bei Technologiewerten, die am Vortag bereits diverse Technologieaktien, vor allem aus dem Chipsektor, angetrieben hatte.
Obligationen
Für etwas Entspannung sorgten leicht gesunkene Renditen am US-Anleihemarkt, im Zehnjahresbereich ging es um 2 Basispunkte auf 4,42 Prozent nach unten.
Analyse
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