Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Tue, 12.05.2026 - 00:00
Die italienische Wettbewerbsbehörde AGCM hat eine Untersuchung gegen das Projekt zum gemeinsamen 5G-Ausbau von Telecom Italia Mobile (TIM) und der Swisscom-Tochter Fastweb eingeleitet. Untersucht wird, ob der Wettbewerb durch die Zusammenarbeit beeinträchtigt wird, wie dem wöchentlichen Bulletin der Behörde vom Montag zu entnehmen ist. TIM und Fastweb hatten Anfang des Jahres ihre Zusammenarbeit für den 5G-Ausbau angekündigt. Damit sollte insbesondere die Versorgung in weniger dicht besiedelten Gebieten vorangetrieben werden. Zudem könnte im Rahmen der Vereinbarung jeder Betreiber in den entsprechenden Gebieten das Funkzugangsnetz (RAN) des jeweils anderen nutzen, um Doppelspurigkeit zu vermeiden. Durch Zusammenarbeit versprach sich Swisscom mittelfristig jährliche Einsparungen im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Wettbewerbshüter können die Kooperation nun genehmigen, Auflagen verhängen, die Vereinbarung modifizieren oder sie auch ganz untersagen. Das Verfahren der Wettbewerbshüter soll spätestens am 30. April 2027 abgeschlossen sein.
Der SMI schloss am Montag kaum verändert bei 13.101 Punkten. Unter den Einzelwerten in der Schweiz fielen Richemont um 2,6 Prozent, belastet von den im April überraschend deutlich gestiegenen chinesischen Verbraucherpreisen. China ist ein wichtiger Absatzmarkt für den Hersteller von Luxusgütern. Swatch gaben um 4,1 Prozent nach. Das Minus von 3 Prozent der Swiss-Life-Aktien war dem Dividendenabschlag von 36,50 Franken geschuldet. Andere Versicherer legten dagegen zu. Swiss Re stiegen um 0,5 und Zurich um 1,1 Prozent. Gesucht waren die Pharma-Schwergewichte Novartis (+0,3%) und Roche (+1,3%). Die Aktie des ebenfalls schwergewichteten Lebensmittelkonzerns Nestlé verlor hingegen 1,8 Prozent. In der zweiten Reihe profitierten Ams-Osram von einem positiven Analystenkommentar. Jefferies hatte die Titel auf "Buy" von "Hold" hochgestuft, worauf der Kurs einen Sprung um 13,2 Prozent nach oben machte.
Europa
Mit einer uneinheitlichen Tendenz haben die europäischen Aktienmärkte am Montag den Handel beendet. Der DAX zeigte sich wenig verändert bei 24.350 Punkten, der Euro-Stoxx-50 verlor dagegen 0,3 Prozent auf 5.895 Punkte. Mit einem fortgesetzten Einbruch zeigten sich Rüstungsaktien. Für Rheinmetall ging es weitere um 2,7 Prozent abwärts nach fast 10 Prozent Minus am Freitag. Hensoldt (-3%) und Renk (-3,8%) verloren sogar noch deutlicher. Die Papiere des Marineschiffbauunternehmens TKMS brachen nach Zweitquartalszahlen um 6,6 Prozent ein, obwohl sie bei starkem Umsatzwachstum die Marge verbessern konnten. Die Bewegung war europaweit: Leonardo in Mailand verloren 3,5 Prozent und Kongsberg in Oslo 4,1 Prozent. Delivery Hero haussierten um 18,1 Prozent auf 23,60 Euro dank der Meldung, dass Prosus seine Beteiligung an dem Lieferdienst gesenkt und ein Paket von 5 Prozent an Aspex Management verkauft hat. Der Verkaufspreis betrug 22,00 Euro pro Aktie. Hannover Rück (-2,6%) profitierte im ersten Quartal von einem geringen Aufkommen an Grossschäden. Das Nettoergebnis legte nun knapp die Hälfte zu auf 711 Millionen Euro. Analysten hatten aber noch einen Tick mehr erwartet. Der Ausblick wurde aber bestätigt. Die Aktien von Hochtief verloren nach Zahlen 1,4 Prozent. Um 0,9 Prozent nach unten ging es für Thyssenkrupp Nucera. Der Anbieter von Elektrolyse-Technologien für grünen Wasserstoff meldete durchwachsene Zahlen, hielt an der im März angepassten Prognose für das Geschäftsjahr 2025/26 aber fest.
USA
Die Rekordjagd an der Wall Street hat sich zu Wochenbeginn fortgesetzt, wenn auch in kleinen Schritten. Der Dow-Jones-Index schloss 0,2 höher bei 49.704 Punkten. Der S&P-500 stieg um 0,2 Prozent und für den Nasdaq-Composite ging es um 0,1 Prozent nach oben. Beide Indizes erreichten im Verlauf neue Rekordstände. Bei den Einzelwerten ging es für die Chip-Werte Intel und Micron weiter aufwärts. Micron (+6,5%) könnte von möglichen Produktionsstörungen beim südkoreanischen Konkurrenten Samsung Electronics profitieren, falls die Gespräche zur Abwendung eines Streiks scheitern. Für die Intel-Aktie ging es um weitere 3,6 Prozent nach oben. Intel und Apple haben offenbar eine vorläufige Vereinbarung getroffen, nach der Intel einen Teil der Chips für Apple-Geräte herstellen soll, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen zum Wochenausklang erklärten. Dies hatte die Intel-Aktie am Freitag um knapp 14 Prozent nach oben katapultiert. Einem Medienbericht zufolge spricht Intel überdies mit der südkoreanischen SK Hynix über die Bereitstellung von Chip-Packaging-Technik. Mit Seagate (+6,6%) und Western Digital (+7,5%) waren zwei weitere Chipaktien gesucht. Beobachter sprachen von ungebrochener KI-Begeisterung. Die Aktien von Moderna (-2,7%) profitierten nicht nachhaltig von den Forschungen des Pharma-Unternehmens zu Impfstoffen zum Schutz vor Hantaviren. Nachdem das Virus bei mehreren Menschen auf einem Kreuzfahrtschiff festgestellt worden war, hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO schon am Freitag darauf hingewiesen, dass der Hantavirusausbruch nicht die Dimension der Covid-Pandemie erreichen werde.
Asien
An den asiatischen Aktienmärkten setzt sich am Dienstag im späten Geschäft kein klarer Trend durch. Nach einem erneuten Allzeithoch und Aufschlägen von rund 1,7 Prozent dreht der südkoreanische Kospi nun 2,6 Prozent nach unten ab - zwischenzeitlich waren es sogar knapp 4 Prozent. Japanische Aktien legen dagegen zu, der Nikkei-225 klettert um 0,6 Prozent auf 62.811 Punkte. In Japan sind Chiptitel und Metallwerte erneut gefragt. Renesas Electronics legen um 7,9 Prozent zu, Sumitomo Metal Mining um 5,2 Prozent. In China steigt der HSI in Hongkong um 0,3 Prozent, der Shanghai-Composite gibt dagegen 0,4 Prozent ab.
Obligationen
Am US-Rentenmarkt stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen um 5 Basispunkte auf 4,41%. Mit Spannung wird heute auf die Inflationsdaten für April gewartet. Hier dürfte sich der starke Anstieg der Ölpreise seit dem Beginn des Iran-Krieges deutlich bemerkbar machen.
Analyse
Kursziel AMS Osram: Vontobel erhöht auf 14 (9,30) CHF - Hold
Kursziel Amrize: Barclays senkt auf 42 (44) CHF - Equal Weight
Kursziel Lonza: Vontobel senkt auf 650 (670) CHF - Buy
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