Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Tue, 19.05.2026 - 00:00
Der US-Versorger Nextera Energy schluckt den Wettbewerber Dominion Energy. In einem etwa 67 Milliarden US-Dollar schweren Deal entsteht ein neuer Stromriese in den USA. Beide Seiten teilten am Montag mit, sie planten einen Zusammenschluss im Rahmen eines überwiegend aktienbasierten Geschäfts. Das in Florida ansässige Unternehmen Nextera kommt auf einen Marktwert von fast 200 Milliarden Dollar, Dominion aus Virginia auf etwa 50 Milliarden Dollar. Durch den Zusammenschluss würden zwei der grössten US-Versorger zu einem Energie-Titanen an der Ostküste mit Gebieten in Florida, den Carolinas und Virginia verschmolzen. Die Fusion müsste von einer Vielzahl staatlicher und bundesstaatlicher Regulierungsbehörden genehmigt werden. Der Deal kommt zu einer Zeit, in der die Versorgungsbranche zum ersten Mal seit Jahrzehnten einen starken Anstieg der Kundennachfrage erlebt, angetrieben vor allem durch den Hype um Künstliche Intelligenz und den Ausbau von Rechenzentren, die einen fast unstillbaren Stromhunger haben. Der Zugang zu elektrischer Energie ist zu einem entscheidenden Hindernis im Wettlauf um den schnellen Bau von Rechenzentren geworden.
Der Schweizer Aktienmarkt ist am Montag den meisten seiner europäischen Pendants hinterhergehinkt. Der SMI gewann 0,2 Prozent auf 13.241 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 13 Kursgewinner und 7 -verlierer gegenüber. Umgesetzt wurden 20,58 (Freitag: 29,23) Millionen Aktien. Tagesgewinner im SMI waren ohne neue Nachrichten Swiss Re und Alcon mit einem Plus von je 2,0 Prozent, vor Givaudan (+1,7%). Auch die Versicherungstitel Swiss Life und Zurich Insurance tendierten fest. Am Ende rangierten Holcim mit einem Minus von 2,1 Prozent. Bauwerte hatten bereits am Freitag europaweit schlecht im Markt gelegen, weil die zuletzt gestiegenen Zinsen der Baubranche zusetzen dürften. Für ABB ging es um 1,2 Prozent nach unten. In der zweiten Reihe schossen Sonova um knapp 8 Prozent nach oben. Der Hörgerätehersteller hatte Zahlen vorgelegt. Demnach wuchs Sonova im vergangenen Geschäftsjahr 2025/26 per Ende März stärker als der Markt. Für die Zukunft stellte das Unternehmen weiteres Wachstum und Marktanteilsgewinne in Aussicht. Der Fokus liegt dabei auf Asien und den USA.
Europa
Mit überwiegend moderaten Kursgewinnen sind die europäischen Aktienmärkte in die neue Woche gestartet. Tagesfavoriten waren deutsche Aktien. Der Euro-Stoxx-50 schloss 0,4 Prozent höher, für den DAX ging es aber um 1,5 Prozent deutlich stärker nach oben auf 24.308 Stellen. Die kräftigere Erholung des DAX erklärten Marktteilnehmer mit starken Kursgewinnen bei Indexschwergewichten. So verbesserten sich die zuletzt schwächeren SAP um 2,6 und Rheinmetall um 4,6 Prozent. Rheinmetall erhielten Rückenwind von einer Kaufempfehlung der Citigroup. Die Analysten sprachen von zuletzt übertriebenen Verlusten der Aktie vor dem Hintergrund von Friedenshoffnungen und Bedenken zur Finanzierung höherer Verteidigungsausgaben. Deutsche Telekom verteuerten sich um 4,0 Prozent. Die Berichtssaison setzte kaum noch Akzente, aus dem Euro-Stoxx-600 legen im Verlauf der Woche noch 33 Unternehmen ihre Geschäftszahlen für die ersten drei Monate des Jahres vor. Die Berichtssaison ist insgesamt erfreulich verlaufen, ein wichtiger Grund, warum die Börsen trotz des Iran-Kriegs nicht eingebrochen sind. Die DAX-Unternehmen konnten die Gewinne laut der Deutschen Bank im ersten Quartal um 5 Prozent steigern. Das sei der stärkste Zuwachs seit mehr als zwei Jahren. Für Ryanair ging es nach Zahlen um 4,9 Prozent nach oben, in einer ersten Reaktion war die Aktie noch kräftig gefallen, nachdem die irische Billigfluggesellschaft vor schwächeren Preisen in der wichtigen Sommersaison, kurzfristigen Buchungen und einem starken Anstieg der Treibstoffkosten gewarnt hatte. Mit einem Plus von 4,8 Prozent waren Deutsche Börse Tagesgewinner im DAX. Die Jefferies-Analysten werteten es als positiv, dass The Children's Investment Fund (TCI) mit einer offen gelegten Beteiligung von 5,15 Prozent den Weg zurück in den Aktionärskreis der Börse gefunden habe.
USA
Nach einem gut behaupteten Start haben die US-Börsen am Montag mit moderaten Verlusten geschlossen. Der eng gefasste Dow-Jones-Index schloss 0,3 Prozent im Plus bei 49.686 Punkten, der wesentlich breitere S&P-500 büsste am Ende lediglich 0,1 Prozent ein. Die technologielastigen Nasdaq-Indizes gaben um bis zu 0,5 Prozent nach, hatten im Tief aber auch schon bis zu 1,4 Prozent zurückgelegen. An der Nyse gab es nach ersten Angaben 1.608 (Freitag: 641) Kursgewinner und 1.149 (2.127) Kursverlierer. Unverändert schlossen 49 (38) Titel. Am Aktienmarkt wurden insbesondere Technologieaktien gemieden. Für Vorsicht sorgte hier, dass am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Quartalsergebnisse der KI-Ikone Nvidia auf dem Programm stehen. Die Zahlen gelten wie üblich als wichtiger Gradmesser, inwieweit der KI-Hype - unter anderem am Aktienmarkt - sowie die immensen KI-Investitionen vieler Unternehmen gerechtfertigt sind. Nvidia gaben um 1,3 Prozent nach, auch andere Chipaktien wie AMD, Broadcom oder Intel geben nach. Regeneron sackten nach einem Studienfehlschlag mit einem Präparat gegen Hautkrebs um knapp 10 Prozent ab. Bio-Rad Laboratories sprangen um 13,9 Prozent. Der aktivistische Investor Elliott Investment hat laut Wall Street Journal eine beträchtliche Beteiligung an dem Anbieter von Labor- und Diagnostik-Ausrüstung. LiveRamp haussierten um über 27 Prozent mit der Nachricht, dass das französische Werbeunternehmen Publicis den Datenspezialisten für einen Gesamtwert von 2,2 Milliarden Dollar übernehmen will.
Asien
An den ostasiatischen Aktienmärkten geht es im Handelsverlauf am Dienstag uneinheitlich zu. Die Schwäche der Technologieaktien macht sich insbesondere an der Börse in Seoul bemerkbar, wo der Kospi um 2,9 Prozent absackt, im Tagesverlauf aber auch schon um über 5 Prozent zurücklag. Hier dürften auch wieder Gewinnmitnahmen eine Rolle spielen. Der stark techniklastige Index liegt seit Jahresbeginn immer noch über 70 Prozent im Plus
Obligationen
Am US-Anleihemarkt kam es zu keiner Entspannung. Dort waren in der Vorwoche die Renditen auf Mehrjahreshochs gestiegen in Reaktion auf höher als erwartet ausgefallene Inflationsdaten, wiederum als Folge des Energiepreisschocks durch den Iran-Krieg. Die Zehnjahresrendite verharrte bei 4,60 Prozent.
Analyse
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