Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Thu, 21.05.2026 - 00:00
Der Chip-Konzern Nvidia hat am Mittwochabend Rekordumsätze und -ergebnisse gemeldet. Angetrieben wurde dies durch die stark gestiegene Nachfrage nach Rechenzentrums-Computing und den astronomischen Aufstieg von KI-Agenten. Der Umsatz für das April-Quartal erreichte 81,6 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit wurde die von Factset befragter Analysten prognostizierte Summe von 78,9 Milliarden Dollar um 3,4 Prozent übertroffen. Der Nettogewinn belief sich im Quartal auf 58,3 Milliarden Dollar, mehr als das Dreifache des Vorjahresergebnisses und 36,5 Prozent höher als die von Analysten prognostizierten 42,9 Milliarden Dollar. "Die Nachfrage ist parabolisch angestiegen", sagte CEO Jensen Huang in einer Telefonkonferenz mit Analysten. "Der Grund ist einfach: Die Ära der agentenbasierten KI ist da." Die Rekordumsätze wurden durch das Wachstum in Nvidias Rechenzentrumssparte angetrieben, insbesondere durch den Verkauf von Computing-Hardware, zu der die Grafikprozessoren (GPUs) des Unternehmens sowie andere Chips gehören. Der Umsatz mit Netzwerk-Hardware verdreifachte sich im Vergleich zum Vorjahr auf einen Rekordwert von 14,8 Milliarden Dollar.
Im späten Handelsverlauf stark fallende Ölpreise und deutlicher anziehende Kurse an der Wall Street, haben am Mittwoch am schweizerischen Aktienmarkt für einen letztlich freundlichen Handelstag gesorgt. Der SMI gewann 0,3 Prozent auf 13.399 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 16 Kursgewinner und 3 -verlierer gegenüber, unverändert schloss eine Aktie. Umgesetzt wurden 21,93 (Dienstag: 21,7) Millionen Aktien. Die zyklische ABB-Aktie führte die SMI-Gewinnerliste mit einem Plus von 2,1 Prozent an. Europaweit lagen am Mittwoch Aktien von Industriegüterherstellern sehr fest im Markt. Mit UBS (+2,1%) und Holcim (+1,9%) rangierten weitere zyklische Aktien weit vorne. Die zuletzt noch fest im Markt liegenden Swiss Life gingen unverändert aus dem Tag. Händler sprachen von Zurückhaltung vor den am Donnerstag anstehenden Quartalszahlen des Versicherers. In der zweiten Reihe verteuerten sich Ypsomed nach positiv ankommenden Geschäftszahlen um 9,3 Prozent.
Europa
Der europäischen Aktienmärkte haben am Mittwoch überwiegend mit kräftigen Aufschlägen geschlossen. Der deutsche Leitindex DAX gewann 1,4 Prozent auf 24.737 Punkte. Für den Euro-Stoxx-50 ging es sogar um 2,1 Prozent auf 5.976 nach oben. Nach den Erholungsgewinnen vom Vortag wurden Softwareaktien dagegen wieder verkauft. Starke Nvidia-Zahlen könnten wieder die Sorgen vor disruptiven Wirkungen von KI-Modellen auf die Geschäftsmodelle der Softwareunternehmen befeuern, hiess es. Für SAP ging es um 2,1 und für Nemetschek im TecDAX um 1,1 Prozent südwärts. In London verloren Sage 1,2 und in Paris Capgemini 3,2 Prozent. BASF verbilligten sich im festen Gesamtmarkt um 2,3 Prozent. Der Chemieriese teilte mit, bis 2029 im Kerngeschäft bis zu 20 Prozent gegenüber dem Jahr 2024 einsparen zu wollen. Hier habe man möglicherweise mehr erwartet, sagten Marktteilnehmer. Andererseits ist die Aktie seit Jahresbeginn bereits um mehr als 15 Prozent gestiegen, viel Positives dürfte als schon eingepreist sein. Hochtief gingen 4,1 Prozent fester aus dem Markt. Experten halten es für möglich, dass die Aktie nach der nächsten Indexüberprüfung am 3. Juni erstmals Mitglied im DAX werden könnte. Die Aktie ist in den vergangenen 12 Monaten um 190 Prozent gestiegen dank höherer Infrastrukturinvestitionen im Baugewerbe sowie der gestiegenen Nachfrage nach Serverparks. In Paris machten Euronext einen Satz um 5,2 Prozent nach dem Quartalsausweis. Die Analysten von Jefferies sprachen von einer meisterhaften Leistung des Börsenbetreibers.
USA
Die US-Börsen haben sich am Mittwoch von den Verlusten der Vortage eindrucksvoll erholt. Der Markt habe offenbar auf gut ausfallende Nvidia-Geschäftszahlen nach Börsenschluss gesetzt, hiess es zu den kräftigen Gewinnen im Technologiesektor, insbesondere bei Chipaktien. Dazu sorgten deutlicher fallende Ölpreise für Kaufbereitschaft. Der Dow-Jones-Index stieg um 1,3 Prozent, der breite S&P-500-Index um 1,1 Prozent. Die technologielastigen Nasdaq-Indizes verbesserten sich um bis zu 1,7 Prozent. Nach ersten Zählungen gab es an der Nyse 2.115 (803) Kursgewinner und 669 (1.962) Kursverlierer. Unverändert schlossen 42 (51) Titel. Der Baumarktbetreiber Lowe's meldete für das erste Quartal einen bereinigten Gewinn über der Marktschätzung, der Umsatz verfehlte diese allerdings. Der Kurs stieg um 1,2 Prozent. Target verloren 3,9 Prozent, obwohl der Einzelhändler das stärkste Quartalsumsatzwachstum seit Anfang 2022 verzeichnete und der Gewinn die Analystenerwartung übertraf. Target schlug für den Rest des Jahres jedoch einen vorsichtigen Ton an. Der Kurs des Wettbewerbers TJX schnellte dagegen um 5,7 Prozent nach oben. Dass der Billiganbieter trotz starker Quartalszahlen mit dem Ausblick unter den Erwartungen des Marktes blieb, belastete nicht. Der Markt honoriere das offenbar besonders widerstandsfähige Geschäftsmodell, mithin, dass TJX ohne aggressive Kostensenkungen auskomme, hiess es. SpaceX hat die US-Investmentbank Goldman Sachs als Konsortialführer für seinen ambitionierten Börsengang (IPO) ausgewählt. Die Enthüllung ist ein weiteres Zeichen dafür, dass der Börsengang-Prozess voranschreitet.
Asien
Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs und überraschend starke Geschäftszahlen von Nvidia geben den Börsen in Ostasien und Australien am Donnerstag Auftrieb. Angeführt werden die Börsen der Region vom südkoreanischen Aktienmarkt. Dort steigt der Kospi um 7,8 Prozent. Indexschwergewicht Samsung Electronics stützt den Kospi mit einem Plus von 7,6 Prozent. Der Chipgigant hat sich mit den Gewerkschaften im Streit um Bonuszahlungen geeinigt und damit einen drohenden Streik abgewendet. SK Hynix verteuern sich um 11,5 Prozent, beflügelt von Nvidia. Die KI-Wette hat nicht nur mit ihren Geschäftszahlen überzeugt, sondern auch mit einem Ausblick, der die Erwartungen des Markts übertraf.
Obligationen
Mit den US-Marktzinsen ging es angesichts der fallenden Ölpreise kräftig nach unten. Die Renditen waren zuletzt auf Mehrjahreshochs gestiegen in Reaktion auf höher als erwartet ausgefallene Inflationszahlen. Die Zehnjahresrendite sank um 9 Basispunkte auf 4,58 Prozent
Analyse
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