Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Mon, 08.06.2026 - 00:00
Elon Musks Weltraumfirma SpaceX wird in den kommenden Jahren jeden Monat 920 Millionen Dollar von Google für vermietete Rechenleistung kassieren. Google braucht die Computer-Kapazität für seine Dienste mit Künstlicher Intelligenz. Die Vereinbarung läuft von Oktober dieses Jahres bis Ende Juni 2029. In einem ähnlichen Deal bezieht auch die KI-Firma Anthropic für 1,25 Milliarden Dollar pro Monat in einem mehrjährigen Deal Rechenleistung von SpaceX. Musk liess in SpaceX seine eigene KI-Firma xAI aufgehen, für die mehrere Rechenzentren gebaut wurden. Nach der vor einigen Wochen bekanntgegebenen Abmachung mit Anthropic erklärte er, dass für die KI-Aktivitäten von SpaceX eines der Rechenzentren ausreiche. Bei xAI und nun SpaceX wird der KI-Chatbot Grok entwickelt, der weniger genutzt wird als ChatGPT von OpenAI, Anthropics Claude und Googles Konkurrenzsoftware Gemini. Indem Musk Anthropic und Google dringend benötigte Rechenleistung vermietet, hilft er den Unternehmen zugleich im Wettbewerb mit dem Konkurrenten OpenAI, gegen den er als einstiger Mitgründer seit Jahren eine Fehde führt. KI-Infrastruktur ist teuer.
Der schweizerische Aktienmarkt hat am Freitag dem negativen internationalen Börsenumfeld getrotzt und mit einem kleinen Plus geschlossen. Der SMI gewann 0,3 Prozent auf 13.381 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich zwölf Kursgewinner und acht -verlierer gegenüber. Umgesetzt wurden 19,91 (zuvor: 24,49) Millionen Aktien. Die schon am Vortag gesuchten Pharmaschwergewichte Novartis und Roche gewannen weitere 1,9 und 0,8 Prozent. Nestle legten um 0,4 Prozent zu. Anleger griffen auch bei den als defensiv geltenden Givaudan-Aktien zu. Diese verteuerten sich um 1,1 Prozent. Die Übernahme einer Mehrheit an Eurofragance sei bei den Anlegern gut angekommen, hiess es dazu. Auf den Kauflisten standen ferner die Aktien der UBS (+0,1%) und der Versicherer, wobei Swiss Re mit einem Plus von 1,7 Prozent hervorstachen. Bei Logitech wurden im Einklang mit dem Technologiesektor weltweit Gewinne mitgenommen. Die Aktien verbilligten sich um 2,4 Prozent.
Europa
Europas Börsen haben sich mit kleineren Abgaben ins Wochenende verabschiedet. Der DAX verlor 0,7 Prozent auf 24.759 Punkte, der Euro-Stoxx-50 fiel um ebenfalls 0,7 Prozent. Mit den Renditen ging es an den Anleihemärkten nach den US-Daten steil nach oben. Mit Blick auf den Nahen Osten gab es keine signifikant neuen Entwicklungen. Verkauft wurden dagegen Chipaktien. Es belasteten negative Vorgaben. Der Ausblick des Chipherstellers Broadcom überzeugte nicht und schürte Zweifel an der Nachhaltigkeit des KI-Booms. Infineon verloren 9,1 Prozent, Suss Microtec und Aixtron je 4,8 Prozent oder ASML 3,3 Prozent. Scout24 gewannen 1,9 Prozent auf 75,90 Euro. Hier war von einem besseren Sentiment die Rede. Am Vortag hatte Goldman Sachs die Aktie mit einem Kursziel von 105 Euro zum Kauf empfohlen. Die Anleger setzen auf eine Wachstumsbeschleunigung. Für Zalando ging es 3,7 Prozent nach oben. Unternehmensnachrichten waren dünn gesät. Viscom hat seine Prognose für den Auftragseingang für das laufende Geschäftsjahr erhöht angesichts eines Grossauftrags für Anwendungen in der Batteriezelleninspektion. Für den Kurs ging es 8,9 Prozent nach oben.
USA
Mit heftigen Kursverlusten haben die US-Börsen am Freitag auf einen überraschend stark ausgefallenen Arbeitsmarktbericht (Payrolls) reagiert. Im Mai wurden mehr als doppelt so viele Arbeitsplätze geschaffen, wie von Volkswirten im Konsens erwartet. Zudem wurden die Daten für die beiden Vormonate nach oben revidiert. Das schürte die Furcht vor Zinserhöhungen der US-Notenbank. Der Dow-Jones-Index verlor 1,4 Prozent auf 50.867 Punkte. Der S&P-500 gab um 2,6 Prozent nach, der Nasdaq-Composite sackte um 4,2 Prozent ab. An der Nyse waren Kursgewinner mit 812 (Donnerstag: 1.922) klar in der Minderheit. Ihnen standen 1.952 (823) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 49 (98) Titel. Technologiewerte führten mit Kursverlusten von durchschnittlich gut 5 Prozent die Liste der Verlierer mit weitem Abstand an. Unter den Anlegern schien sich die Neigung zu verstärken, vor allem im Technologiesektor Gewinne mitzunehmen, zumal nachdem Broadcom am Mittwoch mit dem Ausblick enttäuscht hatte. Zum anderen werden der anstehende Börsengang von SpaceX und die Kapitalerhöhung von Meta in naher Zukunft in Summe wohl bis zu 160 Milliarden Dollar aufsaugen. Das Geld dürfte zum Teil auch durch den Verkauf anderer Technologieaktien aus den Portfolios aufgebracht werden müssen. Einen Kursrutsch um 8,6 Prozent verzeichnete die Aktie von Lululemon Athletica, nachdem der Hersteller von Freizeitbekleidung seine Jahresprognose gesenkt hatte. Broadcom gaben nach dem fast 13-prozentigen Rücksetzer vom Vortag um weitere 7,9 Prozent nach. Andere Branchenwerte mit KI-Bezug wie Lumentum, Nvidia, Intel, Marvell Technology, Micron Technology, Sandisk oder AMD verzeichneten ebenfalls Einbußen von bis zu 16,7 Prozent.
Asien
Die asiatischen Aktienmärkte werden am Montag von mehreren Faktoren belastet und geben auf breiter Front teils massiv nach. Verkauft werden mit den Zinserhöhungssorgen unter anderem Technologiewerte aus dem Halbleiterbereich, wozu aber auch Gewinnmitanhmen nach der fulminanten Rally beitragen. Besonders betroffen sind davon die Börsen in Südkorea, Japan und Taiwan. In Südkorea wurde der Handel wegen massiver Verluste teils unterbrochen. Der technologielastige Kospi in Seoul sinkt um 5,6 Prozent, lag aber auch schon über 8 Prozent im Minus.
Obligationen
Am US-Anleihemarkt zogen die Renditen nach den starken Arbeitsmarktdaten deutlicher an. Die Zehnjahresrendite legte zum Wochenschluss um 6 Basispunkte auf 4,54 Prozent zu.
Analyse
Vontobel senkt Burckhardt Compression auf 680 (820) CHF – Buy
Berenberg erhöht Anglo American auf 4.200 (4.000) GBp – Buy
Berenberg erhöht Flatexdegiro auf 48 (45) EUR – Buy
Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.