Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Wed, 10.06.2026 - 00:00
Der ChatGPT-Entwickler OpenAI hat mit der vertraulichen Einreichung eines Entwurfs seines Börsenprospekts bei der US-Börsenaufsicht SEC den formalen Prozess für eine IPO eingeleitet. Der Antrag ermöglicht es dem Unternehmen, potenziell bereits in Herbst an die Börse zu gehen, obwohl OpenAI zu Wochenbeginn erklärt hatte, dass über den genauen Zeitpunkt noch nicht entschieden wurde. Weiter hiess es in einer Erklärung, "dass es noch eine Weile dauern könnte", bis man an die Börse geht, weil es einige Dinge gebe, die man machen möchte, die als nichtbörsennotiertes Unternehmen wahrscheinlich einfacher seien. OpenAI, SpaceX und auch Anthropic streben allesamt Börsennotierungen zu extrem hohen Bewertungen an. SpaceX ist dabei am weitesten fortgeschritten und plant den Gang aufs Parkett schon am kommenden Freitag.
Signale der Entspannung im Iran-Krieg haben den schweizerischen Aktienmarkt am Dienstag gestützt. Der SMI gewann 0,7 Prozent auf 13.413 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich zwölf Kursgewinner und acht -verlierer gegenüber. Umgesetzt wurden 32,11 (zuvor: 17,89) Millionen Aktien. Givaudan stiegen um 7,5 Prozent und waren damit stärkster Wert im SMI, nachdem die Analysten der Deutschen Bank die Titel auf "Buy" hochgestuft hatten. Zeitweise rege nachgefragt wurden auch die Aktien der UBS, die allerdings nur ein Plus von 0,2 Prozent ins Ziel retteten. Händler verwiesen auf einen Reuters-Bericht über einen möglichen Kompromiss bei den geplanten strengeren Eigenkapitalanforderungen. Ermutigende chinesische Konjunkturdaten verhalfen Richemont zu einem Anstieg um 0,7 Prozent. Im- und Exporte stiegen im April stärker als erwartet. China ist ein wichtiger Absatzmarkt für den Luxusgüterhersteller. Die Aktien der Pharmaschwergewichte zeigten keine einheitliche Tendenz. Novartis stiegen um 0,9, Roche fielen dagegen um 1,2 Prozent. Das dritte SMI-Schwergewicht, Nestle, gewann 1,5 Prozent. Unter den Konjunkturzyklikern verbilligten sich ABB um 2,6 Prozent, während Sika um 2 Prozent zulegten. Holcim schlossen 0,9 Prozent niedriger.
Europa
Nach volatilem Verlauf hat der europäische Aktienmarkt am Dienstag mit Verlusten geschlossen. Der DAX gab 0,7 Prozent auf 24.433 Punkte nach, im Tageshoch stand der Index bei 24.821. Der Euro-Stoxx-50 büsste 0,2 Prozent ein. Der Preis der Ölsorte Brent verbilligte sich deutlich um 3,5 Prozent auf 90,93 Dollar das Fass. An den Anleihemärkten sanken die Renditen leicht. Neben Energietiteln (-2,6%) wurden Technologieaktien gemieden. Für das Infineon-Papier ging es 3,3 Prozent nach unten, Aixtron fielen um 2,4 Prozent zurück, während SAP um 2,2 Prozent nachgaben. ASML büssten 0,4 Prozent ein. Für Siemens Energy ging es gleich um 5,9 Prozent nach unten, die Aktie wird als KI-Ausstatter gehandelt. Die Trauer über das gescheiterte deutsch-französische Kampfjetprojekt FCAS hielt sich bei Airbus (-0,7%) in Grenzen. Nach Einschätzung der DZ Bank ist das Aus die richtige Entscheidung. Die Analysten verwiesen auf die seit Jahren bestehenden Konflikte zwischen Dassault Aviation (-1%) und Airbus über Zuständigkeiten und Führungsrollen sowie auf die unterschiedlichen militärischen Anforderungen beider Länder. Vor diesem Hintergrund gelte: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. In Mailand gewannen Banca Monte dei Paschi di Siena 2,6 Prozent. Die Bank will den Fusionsvorschlag der Banco BPM und das am Vortag aufgeschlagene Kaufangebot von Intesa Sanpaolo nun prüfen. Unabhängig davon stellte die Bank klar, dass alle bereits laufenden Integrationsmassnahmen im Zusammenhang mit der Übernahme bzw. Fusion mit Mediobanca planmässig und wie zuvor angekündigt fortgesetzt würden. Intesa Sanpaolo legten um 0,9 Prozent zu und BPM um 1,5 Prozent.
USA
Ein weiterer Schwächeanfall im Chipsektor hat die Nasdaq am Dienstag unter Druck gesetzt. Mit einem Minus von 1,12 Prozent auf 29.084,50 Punkte schloss der Nasdaq 100 aber über seinem Tagestief. Die anderen Indizes hielten sich am Dienstag wie schon zuletzt deutlich besser. Der S&P 500 verringerte mit 7.386,65 Punkten sein Minus auf 0,26 Prozent. Für den Dow Jones ging es sogar um 0,17 Prozent auf 50.872,11 Punkte hoch. Unter den Einzelwerten springen Nuvalent um rund 40 Prozent nach oben. Der britische Pharmakonzern GSK kauft das Biotechnologieunternehmen für 10,6 Milliarden Dollar bzw. 124 Dollar je Aktie. Intel verbilligen sich um 7,8 Prozent. AMD sacken um 9 Prozent ab, Nvidia verlieren rund 4 Prozent. Der Kurs von Broadcom - der enttäuschende Ausblick des Unternehmens war mit Auslöser der heftigen Kursverluste im Sektor - fällt um 5,5 Prozent. Eine Gewinnwarnung drückt den Kurs von Vail Resorts um 4,4 Prozent. Schwacher Schneefall und ein geringeres Besucheraufkommen haben dem Betreiber von Ski-Resorts den Umsatz verhagelt.
Asien
Eine Eskalation des Iran-Kriegs setzt die asiatischen Aktienmärkte am Mittwoch unter Druck. Nach dem Abschuss eines US-Hubschraubers haben die USA mit massiven Angriffen auf iranische Ziele zurückgeschlagen. Teheran griff daraufhin laut iranischen Medien US-Stützpunkte in der Golfregion und in Jordanien an. Die militärischen Auseinandersetzungen lassen Zweifel am Fortschritt eines möglichen Friedensabkommens aufkommen. Die nur moderat steigenden Ölpreise zeigen aber, dass Anleger weiterhin auf ein Abkommen zur Beendigung des Krieges hoffen.
Obligationen
Am US-Anleihemarkt kommen die Renditen zurück. Die Zehnjahresrendite sinkt um 3 Basispunkte auf 4,52 Prozent.
Analyse
UBS senkt Kardex-Ziel auf 346 (357) CHF – Buy
Italgas auf Buy von Neutral von Citi erhöht
Jefferies senkt Aroundtown-Ziel auf 2 (2,30) EUR – Underperform
Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.