Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Thu, 11.06.2026 - 00:00
Oracle hat im vierten Quartal einen höheren Gewinn ausgewiesen. Stark steigende Umsätze aus dem Cloud-Infrastrukturgeschäft konnten einen Rückgang im Softwarebereich mehr als ausgleichen. Das Cloud-Computing- und Softwareunternehmen meldete am Mittwoch einen Anstieg seiner Cloud-Umsätze um 47 Prozent auf 9,9 Milliarden US-Dollar. Darin enthalten ist ein Anstieg der Cloud-Infrastruktur-Umsätze um 93 Prozent. Das Wachstum im Oracle-Cloud-Infrastructure-Geschäft (OCI) spiegele die anhaltend starke Nachfrage nach Rechenlasten für künstliche Intelligenz (KI) wider, sagte Co-Chief Executive Officer Clay Magouyrk in einer Telefonkonferenz mit Analysten. "KI-Infrastruktur lässt den bestehenden Cloud-Infrastrukturmarkt klein aussehen. Alles, was wir sehen, zeigt, dass diese Marktgrösse Billionen von Dollar pro Jahr beträgt", sagte Magouyrk. Dennoch erwartet Oracle für das laufende Geschäftsjahr einen Rückgang der Bruttomargen. Grund dafür ist der hohe Finanzierungsbedarf für den Aufbau seiner Rechenzentren. Die Oracle-Aktie fiel nach der Veröffentlichung der Ergebnisse im nachbörslichen US-Handel um 7,1 Prozent.
Mit freundlicher Tendenz hat der schweizerische Aktienmarkt den Handel am Mittwoch beendet. Der SMI gewann 0,7 Prozent auf 13.446 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 14 Kursgewinner und sechs -verlierer gegenüber. Umgesetzt wurden 22,95 (zuvor: 32,11) Millionen Aktien. Rückenwind erhielt der Leitindex von den defensiven Schwergewichten Nestle (+2,6%) und Roche (+1,6%). Bei Roche dürfte ein Interview gestützt haben, in dem sich der Leiter der Produktentwicklung für Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen optimistisch zu Abnehmmedikamentenkandidaten des Unternehmens äusserte. Novartis gewannen 0,6 Prozent. Auch die Versicherer verzeichneten Zulauf. Swiss Life, Swiss Re und Zurich gewannen bis zu 1,6 Prozent. Die ebenfalls als defensiv geltenden Swisscom verbesserten sich um 1,9 Prozent. Givaudan, die an den Tagen zuvor von positiven Analystenkommentaren profitiert hatten, blieben mit plus 0,3 Prozent hinter dem Markt zurück.
Europa
Der europäische Aktienmarkt hat am Mittwoch mit Verlusten geschlossen. Belastend wirkten neue Drohungen von US-Präsident Donald Trump. Der Euro-Stoxx-50 verlor 0,7 Prozent. Der DAX gab mit minus 1 Prozent auf 24.195 Punkte deutlich stärker nach, auch belastet durch Index-Schwergewichte. An den Anleihe- sowie Devisenmärkten blieb es ruhig. Unter Abgabedruck standen Softwaretitel. Weiterhin scheint bei den Anlegern die Sorge umzugehen, dass das traditionelle Geschäftsmodell durch die KI-Disruption bedroht ist, die sogenannte "SaaSpocalypse". Für SAP ging es 3,2 Prozent nach unten, Nemetschek verloren 1,9 Prozent und Temenos 0,8 Prozent. Aber auch Aktien aus dem Chipsektor hatten es schwer. Aixtron verloren 2,3 Prozent, Suss Microtec 2,6 Prozent und Infineon 0,7 Prozent. Für den KI-Ausstatter Siemens Energy ging es gleich um 6,5 Prozent nach unten. Der starke Liquiditätsentzug durch den 80 Milliarden schweren Börsengang von SpaceX am Freitag und die Kapitalerhöhung bei Alphabet - ebenfalls im Umfang von rund 80 Milliarden Dollar - hatten zuletzt belastet. Der Börsengang von SpaceX dürfte Signalwirkung weit über den Techsektor hinaus haben. Der am Mittwoch erfolgte erweiterte Start von Amazons Teilladungsverkehr könnte für ein härteres Wettbewerbsumfeld in der Frachtbranche sorgen, so Raymond James. Allerdings merkten die Analysten an, dass etablierte Spediteure in Bereichen wie der Terminaldichte und der Abholungs- und Zustellungsabwicklung weiterhin die Oberhand hätten. Dennoch zeigte sich der Sektor belastet: Im DAX gaben Deutsche Post um 1,8 Prozent nach. Heidelberger Druckmaschinen will die im abgelaufenen Geschäftsjahr verfehlte Margenverbesserung nun im neuen Jahr schaffen und peilt bei einem stabilen Konzernumsatz eine "spürbare Verbesserung" der bereinigten Marge zum Vorjahr an. Der Kurs legte um 6 Prozent zu.
USA
Die Ankündigung weiterer Angriffe auf den Iran durch die USA und weitere Gewinnmitnahmen im Technologiesektor sorgten an der Wall Street für Verluste auf breiter Front. Laut Präsident Trump hat sich der Iran für die Aushandlung eines Friedensabkommens zu viel Zeit gelassen und müsse nun "den Preis dafür bezahlen". Aktien mit KI-Bezug standen weiter unter Druck angesichts anhaltender Zweifel an der Nachhaltigkeit des KI-Booms. Auch werde vor dem Mega-Börsengang von SpaceX am Freitag Liquidität aus dem Markt gezogen, hiess es aus dem Handel. Die mit Spannung erwarteten Verbraucherpreise fielen im Mai wie erwartet aus und entfalteten somit keinen stärkeren Impuls. Unter den Einzelwerten drückte eine geplante Kapitalerhöhung die Aktie von Super Micro Computer um 28 Prozent. Das Unternehmen will 7 Milliarden Dollar einnehmen, um Aufträge für KI-Server im Volumen von 39 Milliarden Dollar abarbeiten zu können. Cracker Barrel Old Country Store sprangen um 22,5 Prozent nach oben. Die Restaurantkette hatte nach einem starken dritten Geschäftsquartal die Jahresziele erhöht. Aktien von Speditionsunternehmen gerieten unter Druck, nachdem Amazon angekündigt hatte, das Transportgeschäft in den USA auszuweiten. Old Dominion Freight Line verbilligten sich um 5,1 Prozent, J.B. Hunt um 2,2 und Knight-Swift um 1,4 Prozent. Fedex und UPS fielen um 3,8 und 4,3 Prozent.
Asien
An den ostasiatischen Aktienmärkten und im australischen Sydney geht es am Donnerstag auf breiter Front nach unten mit den Indizes. Bis auf Hongkong, wo der HSI um 1,0 Prozent nachgibt, halten sich die Verluste allerdings deutlich in Grenzen, verglichen mit Einbussen von bis zu 2 Prozent an der Wall Street. Belastend wirken laut Marktteilnehmern der anhaltende Ausverkauf bei Technologieaktien und die verstärkten militärischen Angriffe zwischen den USA und dem Iran.
Obligationen
Am US-Anleihemarkt zeigen sich die Renditen wenig verändert, nachdem die Inflation immerhin nicht höher als erwartet ausgefallen ist. Die Zehnjahresrendite steht bei 4,53 Prozent.
Analyse
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