Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Mon, 15.06.2026 - 00:00
Der Börsengang der Space Exploration Technologies Corp (SpaceX) darf als gelungen bezeichnet werden. Der erste Kurs lag bei 150 US-Dollar, der Ausgabekurs hatte 135 Dollar betragen. Aktuell notiert die Aktie bei 166,33 Dollar. Damit hat der Börsenwert des Raketen- und Raumfahrtunternehmen von Tesla-Gründer Elon Musk die Marke von 2,2 Billionen Dollar geknackt und SpaceX zur Nummer 6 der börsennotierten US-Unternehmen gemacht. Dem Unternehmen fliesst durch den Börsengang die Rekordsumme von 75 Milliarden Dollar zu. Der gesamte US-Aktienmarkt ist nach Daten von Factset und Dow Jones Market Data aktuell 75,6 Billionen Dollar wert. Auf SpaceX entfällt demnach ein Anteil von etwa 3 Prozent. Das Raumfahrtunternehmen SpaceX hofft darauf, seine leistungsstarke Starship-Rakete bald wieder starten zu können. Damit soll der Flugbetrieb ausweitet werden, wie SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell sagte. Wann konkret die Rakete wieder gestartet werden könne, hänge von den Flugsicherheitsbehörden ab, so Shotwell in einem Interview mit CNBC.
Am Freitag gewann der SMI 1,3 Prozent auf 13.708 Punkte. Europaweit führte der Reise- und Touristiksektor die Märkte an. Unter den Schweizer Branchenwerten gewannen Flughafen Zürich 3,5 Prozent. Der Kurs von Avolta, einem Betreiber von Duty-Free-Geschäften, schloss 5,1 Prozent höher. Daneben gehörten Aktien des Bausektors zu den führenden Kursgewinnern, denn auch dieser Sektor ist von der aktuellen Sperrung der Strasse von Hormus betroffen. In der Schweiz profitierten vor allem Sika, die um 5,9 Prozent vorrückten. Geberit verbesserten sich um 3,2, Holcim um ebenfalls 3,2 und Amrize um 2,6 Prozent. Gesucht waren auch Banken- und Luxusgüteraktien. UBS gewannen 3,7 und Julius Bär 2,1 Prozent. Richemont und Swatch stiegen um 3,0 und 3,6 Prozent. Kühne + Nagel (+0,5%) blieben hinter dem breiten Markt zurück. Das Unternehmen profitiert indirekt von der Sperrung der Strasse von Hormus. Denn da Transporte über diesen Wasserweg derzeit faktisch unmöglich sind, kann der Logistikkonzern seinen Kunden Alternativrouten über Land oder auf dem Luftweg anbieten.
Europa
Der europäische Aktienmarkt hat am Freitag mit deutlichen Gewinnen geschlossen. Der DAX gewann 1,8 Prozent auf 24.635 Punkte. Für den Euro-Stoxx-50 ging es 2,2 Prozent auf 6.188 Punkte nach oben. Der Ölpreis gab weiter nach. Brent stand zu Börsenschluss bei knapp 87 Dollar das Fass. Vom billigeren Öl profitierten Airlines und Touristikaktien: Lufthansa verteuerten sich um 5,2 Prozent, Air France um 8,4 Prozent oder IAG um gut 7 Prozent. Für das TUI-Papier ging es um 8,7 Prozent nach oben. Fraport kletterten um 5,9 Prozent. Im Technologiesegment und bei Aktien mit KI-Fantasie sorgte für Rückenwind, dass der Rekordbörsengang von SpaceX planmässig verlaufen ist. Infineon gewannen 3,9 Prozent oder STMicroelectronics 4,5 Prozent. Für Siemens Energy ging es um weitere 4,5 Prozent nach oben. Sie waren am Vortag schon um rund 6 Prozent gestiegen, nachdem es an den Tagen zuvor aber auch zu einem kräftigen Rücksetzer gekommen war. Das Unternehmen hat nun über einen Rekordauftragsbestand von 154 Milliarden Euro berichtet. Tagesgewinner im DAX waren Deutsche Bank mit Aufschlägen von 6,6 Prozent ohne besondere Nachrichten. Zu den Tagesverlierern gehörten Rüstungsaktien. Rheinmetall verloren 1,2 Prozent, Hensoldt 4,1 Prozent oder Thales 1,3 Prozent. Die Möglichkeit eines Friedensschlusses zwischen dem Iran und den USA belastete genauso wie die zuletzt zunehmenden diplomatischen Bemühungen für ein Ende des Kriegs in der Ukraine.
USA
Mit kleinen Kursgewinnen haben die US-Börsen den Handel am Freitag beendet. Unterstützung erhielt der Markt von deutlich fallenden Ölpreisen und dem erfolgreichen SpaceX-Börsendebüt. Der Dow-Jones-Index stieg um 0,7 Prozent auf 51.202 Punkte. Der S&P-500 rückte um 0,5 vor und der Nasdaq-Composite um 0,3 Prozent. Aktien des Raumfahrtsektors, die am Vortag kräftige, teils prozentual zweistellige Kursgewinne verbucht hatten, wurden abverkauft. Anleger dürften hier Gewinne mitgenommen haben, möglicherweise mit der Absicht, diese in SpaceX umzuschichten. Virgin Galactic stürzten um 32 Prozent ab. Rocket Lab fielen um rund 11 Prozent und Ast Spacemobile um 15,5 Prozent. Gewinnmitnahmen drückten auch Aktien mit KI-Bezug, die aber am Vortag ebenfalls teils zweistellig zulegt hatten. Super Micro Computer fielen um 4,8 und Micron um 1,4 Prozent. Adobe verbilligten sich um 6,8 Prozent. Das Softwareunternehmen hatte zwar Rekordzahlen für sein zweites Geschäftsquartal vorgelegt und damit auch die Erwartungen des Marktes übertroffen, doch wie bei anderen Branchenunternehmen auch bezweifelten die Anleger, dass sich die hohen Investitionen in KI-Anwendungen für den Konzern auszahlen werden. Adobe hatte KI-Angebote ohne sofortige Bezahlschranke angekündigt, mit denen das Unternehmen neue Kunden gewinnen will. Auch der Abgang des Adobe-Finanzchefs, der zum Chipkonzern Marvell Technology wechselt, kam nicht gut an. Marvel schlossen 0,4 Prozent im Minus.
Asien
Die Einigung auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des mittlerweile fast viermonatigen Iran-Kriegs sorgt am Montag an den ostasiatischen Börsen und im australischen Sydney für stark steigende Aktienkurse und deutlich sinkende Ölpreise. An den Börsen explodieren die Indizes teilweise, in Seoul und in Tokio steigen sie knapp unter ihre Rekordhochs. Der technologielastige Kospi in Seoul macht einen Satz um 5,4 Prozent, in Tokio geht es für den breiten Topix um 3,2 Prozent nach oben, auch wenn dort von der heimischen Notenbank am Dienstag eine Zinserhöhung erwartet wird. In Hongkong und in Shanghai fallen die Zuwächse moderater aus, dort geht es um bis zu 0,9 Prozent nach oben, im Sydney um 1,2 Prozent.
Obligationen
Am US-Rentenmarkt stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen um 1 Basispunkte auf 4,49%, während die Rendite der 2-jährigen US-Staatsanleihen um 2 Basispunkte auf 4,09 % zulegte. Die Federal Reserve gibt am Mittwoch ihre Zinsentscheidung bekannt, wobei der Fokus auf jeglichen Hinweisen des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh liegt.
Analyse
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