Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Tue, 16.06.2026 - 00:00
Siegfried hat in Minden, Deutschland, eine neue Grossanlage zur Herstellung von pharmazeutischen Wirkstoffen in Betrieb genommen. Die Anlage erweitert die Produktionskapazität um 100 Kubikmeter und stärkt das globale Netzwerk des Pharma-Dienstleisters. Damit kann Siegfried Kunden besser bei der Herstellung komplexer Wirkstoffe unterstützen, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.
Der schweizerische Aktienmarkt hat am Montag mit den kräftigen Aufschlägen an den europäischen Börsen nicht mitgehalten. Nestlé verloren 0,9 Prozent, Roche und Novartis 1,2 bzw. 1,5 Prozent. Eine Mehrheit der Werte schloss dagegen mit Aufschlägen. Der SMI gewann 0,1 Prozent auf 13.718 Punkte. Zurich Insurance legten nach einer positiven Einschätzung der Berenberg-Analysten um 1,5 Prozent zu. Partners Group kletterten um 2,4 Prozent. Der Finanzkonzern hatte Spekulationen über zusätzliche Liquiditätsbeschränkungen seiner Evergreen-Fonds dementiert. Kühne+Nagel gaben 3,8 Prozent ab, Händler verwiesen auf möglicherweise fallende Frachtraten wegen der Wiedereröffnung der Strasse von Hormus. Holcim waren im Verbund europäischer Sektorwerte gefragt, der Kurs rückte um 3,2 Prozent vor. Nach einem angehobenen Ausblick durch Redcare Pharmacy in Deutschland stiegen Docmorris im Fahrwasser um 1,2 Prozent. Der starke Börsengang des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX am vergangenen Freitag und weitere Kursaufschläge am Montag lieferten Rückenwind für heimische Technologiewerte: AMS Osram, VAT, Comet und Inficon verteuerten sich um bis zu 7,1 Prozent. Bystronic stürzten dagegen nach einer zum Teil gesenkten Prognose um 14,5 Prozent ab. Avolta (+3,1%) hatte die teilweise Refinanzierung ihrer im Jahr 2027 fälligen Anleihe über 750 Millionen Euro erfolgreich abgeschlossen.
Europa
Mit Aufschlägen hat der europäische Aktienmarkt am Montag das Rahmenabkommen zur Beendigung des mittlerweile fast viermonatigen Iran-Kriegs begrüsst. Der in den vergangenen Tagen bereits stark gefallene Ölpreis gab weiter nach. Brent verbilligte sich bis Börsenschluss um weitere 5,3 Prozent auf rund 82,71 Dollar das Fass. Im Handel hielt man einen baldigen Test des Allzeithochs im DAX für möglich. Der DAX gewann 1,1 Prozent auf 24.894 Punkte, im Tageshoch stand der Index 25.086. Für den Euro-Stoxx-50 ging 0,7 Prozent nach oben. Mit dem gefallenen Ölpreis lag der Luftfahrtsektor gut im Markt. Lufthansa gewannen 4,5 Prozent, Air France 3,4 Prozent, MTU Aero 4,2 Prozent, IAG 2,8 Prozent, Airbus 2,5 Prozent oder Fraport 4,1 Prozent. Für das Touristikpapier Tui ging es 3,5 Prozent nach oben. Auch Bauwerte waren gesucht: Im DAX stiegen Heidelberg Materials um 2,3 Prozent, in Paris Vinci 3,1 Prozent. Keinen guten Tag hatten hingegen Rüstungswerte angesichts eines möglichen Kriegsendes im Nahen Osten. Auch die sich mehrenden diplomatischen Avancen im Ukrainekrieg drücken auf die Sektorstimmung. Rheinmetall fielen 4,6 Prozent, Hensoldt 5,1 Prozent und Leonardo 2,8 Prozent. Auch andere defensive Titel wurden gegeben: Deutsche Telekom büssten 1,7 Prozent ein, RWE 2,2 Prozent und Eon 1 Prozent. Auch Logistaktien fielen deutlich: Moeller-Maersk gaben 6,8 Prozent nach, Hapag-Lloyd 1,3 Prozent und Kühne & Nagel 3,8 Prozent. Hintergrund dürfte sein, dass die Anleger nach einer Öffnung der Strasse von Hormus dauerhaft niedrigere Frachtraten befürchten. Renault ragten als Autohersteller mit 3,7 Prozent Plus hervor. Der Markt honorierte eine Kooperation mit Thales beim Bau von Militärfahrzeugen. AT&S haussierten an der Börse in Wien mit Aufschlägen von 36,2 Prozent. Das Unternehmen hatte mit dem Kunden AMD sowie einem weiteren Technologieunternehmen Eckpunkte zur Erweiterung von Produktionskapazitäten für High-End-IC-Substrate im Bereich Künstlicher Intelligenz und High-Performance Computing vereinbart.
USA
Die Nachricht über eine Einigung auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Iran-Kriegs hat am Montag an der Wall Street wie schon zuvor an den anderen Börsen weltweit für Kauflaune gesorgt. Der Dow-Jones-Index beendete den Tag mit einem Plus von 0,9 Prozent auf 51.671 Punkte und damit auf einem Rekordhoch. Der S&P-500 legte um 1,7 Prozent zu, die Nasdaq-Indizes um 3,1 Prozent an. Zu den Tagesgewinnern gehörten mit den weiter gesunkenen Ölpreisen Aktien aus dem Reise- und Freizeitsektor, beispielsweise die von Fluglinien. Dagegen wurden Papiere aus dem Ölsektor verkauft.
Unter den Einzelwerten galt der Fokus dem Börsenneuling SpaceX. Nach dem fulminanten Start am Freitag mit einem Kursplus von rund 20 Prozent gegenüber dem Ausgabekurs macht der Kurs nochmals einen Satz um fast 20 Prozent an. Fox sackten um 16,8 Prozent ab. Der Medienkonzern will 22 Milliarden Dollar in die Hand nehmen für die Übernahme der Streaming- und Werbeplattform Roku. Im Handel hiess es, der Markt zweifle offenbar daran, dass die Transaktion in der angekündigten Form und zu den vereinbarten Konditionen tatsächlich abgeschlossen werde, unter anderem, weil es fraglich sei, ob Fox dies stemmen könne. Die Roku-Aktie profitierte daher nicht von der Nachricht, sondern gab sogar um 1,9 Prozent nach. Salesforce gaben um 0,8 Prozent nach mit der Nachricht, für 3,6 Milliarden Dollar das Technologieunternehmen Fin zu übernehmen, das als Experte für autonome KI-Lösungen gilt. Micron Technology zogen um 10,8 Prozent an. Neben dem wieder Fahrt aufnehmenden KI-Momentum verwiesen Händler auf ein knappes Angebot an Speicherchips. Entsprechend schnellten auch Western Digital um 16,1 oder Sandisk um 6,5 Prozent nach oben.
Asien
Die asiatischen Aktienmärkte zeigen am Dienstag kein einheitliches Bild. Der Nikkei-225 kommt nach seinem Rekordsprung über die Marke von 70.000 Punkten leicht zurück und steigt nun um 0,5 Prozent auf 69.655 Zähler. Die Bank of Japan hat die Zinssätze auf ein 31-Jahreshoch angehoben und stemmt sich damit gegen die Inflationsrisiken, die von einem kriegsbedingten Anstieg der Energiekosten ausgehen. Der südkoreanische Kospi steht erneut an der Spitze der regionalen Indizes, er steigt um 2 Prozent - getragen von andauernden Aufschlägen bei Technologie- und Halbleiterwerten. In China hinken die Börsen hinterher: Der Shanghai-Composite steigt um magere 0,1 Prozent, der HSI in Hongkong verliert indes 1,3 Prozent.
Obligationen
Am US-Rentenmarkt sank die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen um 1 Tick auf 4,48 Prozent. Die um weitere gut 4 Prozent gefallenen Ölpreise dämpften Inflationssorgen und drückten auf die Anleiherenditen. Am Zinsterminmarkt ging die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September um knapp 10 Prozentpunkte auf gut 25 Prozent zurück.
Analyse
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