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Renditen von US-Staatsanleihen steigen - Neue Fed zeigt sich hawkish

Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Thu, 18.06.2026 - 00:00

Thema des Tages

Die Kurse von US-Staatsanleihen geben nach, was die Renditen in die Höhe treibt, da die Fed die Märkte mit einer hawkish Wende überrascht. In der ersten Sitzung unter dem Vorsitzenden Warsh bleiben die Zinsen wie erwartet unverändert, aber eine Zinserhöhung für dieses Jahr wird in Aussicht gestellt. Warsh sichert zu, die Inflation auf den Zielwert zu senken. Die Einzelhandelsumsätze im Mai sind stärker als erwartet gewachsen, während die Rohöllagerbestände stark zurückgegangen sind. Der sogenannte Dot-Plot fiel falkenhafter aus als noch bei der Sitzung im März. Von 18 Notenbankern halten nun neun mindestens eine Zinserhöhung in diesem Jahr für angemessen, im März war noch keiner dieser Ansicht. Acht Vertreter erwarten dagegen unveränderte Zinsen, einer rechnet mit einer Zinssenkung. Wie erwartet gab es unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh keinen geldpolitischen Ausblick (Forward Guidance), also keine Andeutung hinsichtlich des nächsten Schrittes. Die Anleger müssen sich entsprechend an einen neuen Kommunikationsstil gewöhnen, was eine Anpassungsphase bedeute, hatte es schon vor dem Treffen geheissen. Im Handel ist von einer Zeitenwende die Rede. Warsh strebe mit dem Verzicht eine maximale Entscheidungsfreiheit von Sitzung zu Sitzung an.

Schweizer Aktien

Der schweizerische Aktienmarkt hat am Mittwoch nach einem erneut als eher lethargisch bezeichneten Handel gut behauptet geschlossen. Der SMI gewann 0,4 Prozent auf 13.815 Punkte. Tagessieger im SMI waren Holcim mit einem Plus von 2,2 Prozent, die am Vortag noch nachrichtenlos ganz am Ende rangiert hatten, während die Tochter Amrize weit oben zu finden war. Amrize legten um weitere 1,6 Prozent zu. Am Ende rangierten Logitech und Swisscom mit einem Minus von je 1,7 Prozent. In der zweiten Reihe ragten Straumann mit einem Kurssprung von 10,8 Prozent heraus. Der Dentalimplantathersteller hat seine Margenprognose erhöht. Die Analysten erhöhten darauf das Kursziel und bekräftigen ihre Kaufempfehlung. Nach oben ging es auch für Lastminute, nachdem der Reiseveranstalter ein Sparprogramm angekündigt hatte. Das Papier verteuerte sich um 0,8 Prozent. Docmorris gewannen 6,4 Prozent, laut Händlern, nachdem der Konkurrent Redcare jüngst die Jahresprognose erhöht hatte. Sandoz verteuerten sich um 2,9 Prozent. Das Unternehmen hatte die Eröffnung eines neuen Biosimilar-Entwicklungszentrums in Slowenien mitgeteilt, um seine internen Biosimilar-Kompetenzen zu stärken und auszubauen.

Internationale Märkte

Europa
Europas Börsen haben den Handel am Mittwoch überwiegend freundlich beendet. Der DAX rettete sich ein Plus von 0,1 Prozent auf 24.935 Punkte aus dem Tag, der Euro-Stoxx-50 legte dagegen um 0,7 Prozent auf 6.300 Zähler zu. Die Gewinnwarnung von BMW schickte die Aktie um 8,3 Prozent nach unten. Wegen des schwierigen China-Geschäfts sieht BMW die operative Gewinnmarge im Autogeschäft nun nur noch bei 1 bis 3 statt bei 4 bis 6 Prozent und die Rendite auf das eingesetzte Kapital bei 1 bis 5 Prozent statt bei 6 bis 10 Prozent. Im Sog von BMW verloren VW 3,5 und Mercedes-Benz 4,4 Prozent. Für Renault ging es um 2,1 und für Stellantis um 3,3 Prozent abwärts. Zulieferer gaben ebenso nach: Continental um 1,4 oder Schaeffler um 3,2 Prozent. Der Stoxx-Subindex der Autoaktien war mit einem Minus von 3,3 Prozent klar das Schlusslicht. Tagessieger im DAX waren Commerzbank mit einem Anstieg um 5,2 Prozent. Hier könnten Akteure auf weiter steigende Kurse vor dem Hintergrund der anhaltenden Übernahmebemühungen durch Unicredit gesetzt haben. Unicredit kamen um weitere 2,4 Prozent voran. Mit einem Plus von 2,3 Prozent fanden sich Zalando weit oben. Laut einer Studie von RBC hat sich die Stimmung für das Papier in den vergangenen Wochen klar verbessert und man ziehe Zalando Wettbewerbern wie H&M und Primark vor. Deutsche Telekom gaben 2,5 Prozent nach, Orange 3,3 und Vodafone 1,0 Prozent. Händler vermuteten Gewinnmitnahmen im als defensiv geltenden Telekomsektor. Zu hören war aber auch von der Sorge, Elon Musks SpaceX könnte mit seinem Starlink-System in den USA eine flächendeckende Konkurrenz zum Mobilfunk aufbauen.

USA
Die Zinsprojektionen der US-Notenbank haben am Mittwoch an den US-Börsen für einen Richtungswechsel gesorgt, weil eine Zinserhöhung im späteren Jahresverlauf etwas wahrscheinlicher geworden ist. Der Dow-Jones-Index schloss 1,0 Prozent tiefer bei 51.493 Punkten. Der S&P-500 gab um 1,2 Prozent nach. Die Nasdaq-Indizes fielen um bis zu 1,3 Prozent. SpaceX zeigten sich nach den fulminanten ersten drei Handelstagen erstmals mit Einbussen. Die Aktie verbilligte sich um 4,9 Prozent auf knapp 192 Dollar. Zum Vergleich: Die Aktie war zu 135 Dollar ausgegeben worden. Nun dürften einige Akteure Gewinne mitgenommen haben, so Marktbeobachter. Nach dem sehr schwachen Vortag kam es bei Halbleiteraktien zu einer Erholung: AMD stiegen um 1,0, Arm um 5,7, Broadcom um 4,3 oder Intel um 3,5 Prozent. La-Z-Boy schnellten um 14,8 Prozent nach oben. Der Polstermöbelhersteller hatte höhere Gewinne berichtet, dien zudem die Erwartungen übertrafen. CarMax rutschen um 9,0 Prozent ab. Der Gebrauchtwagenhändler kurbelte im jüngsten Quartal zwar den Absatz an, dies ging jedoch zu Lasten des Gewinns.

Asien
Am Donnerstag ist an den Börsen in Ostasien und Australien keine einheitliche Tendenz auszumachen. In Tokio steigt der Nikkei-225-Index um 1,5 Prozent. Der breiter gefasste Topix gewinnt 1,4 Prozent. An der Börse in Seoul rückt der Kospi um 1,7 Prozent vor. Dagegen fällt der Composite-Index in Shanghai um 0,4 Prozent. In Hongkong liegt der Hang-Seng-Index 1,7 Prozent im Minus. Chinesische Apple-Zulieferer profitieren von den Preiserhöhungen, die Apple-CEO Tim Cook angekündigt hat. Unter anderem steigen Lens Technology in Hongkong um 3,8 Prozent, Luxshare Precision Industry in Shenzhen um 2,1 Prozent und Foxconn Industrial Internet in Shanghai um 4,4 Prozent.

Obligationen
Am US-Rentenmarkt stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen um 7 Basispunkte auf 4,50 Prozent, während die Rendite der 2-jährigen US-Staatsanleihen, die stärker von den Schritten der Fed beeinflusst wird, um 0,114 Prozentpunkte auf 4,160 Prozent zulegt und damit den höchsten Stand seit Februar erreicht. Am Zinsterminmarkt, wo für den Septembertermin zuletzt mit gut 25-prozentiger Wahrscheinlichkeit eine Zinserhöhung eingepreist wurde, stieg dieser Wert auf rund 65 Prozent.

Analyse
Kursziel Kardex: Oddo BHF SCA senkt auf 320 (330) CHF - Outperform
Kursziel Landis+Gyr: UBS senkt auf 51 (55) CHF - Neutral
Kursziel Comet: Oddo BHF SCA erhöht auf 500 (375) CHF - Outperform

Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.

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