Morning News

Moderna-Aktie steigt nach Empfehlung für Grippeimpfstoff

Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Fri, 19.06.2026 - 00:00

Thema des Tages

Die Aktie von Moderna ist am Donnerstag um 3,5 Prozent gestiegen, nachdem ein beratender Ausschuss der US-Arzneimittelbehörde FDA empfohlen hatte, den neuen Grippeimpfstoff des Biotech-Unternehmens für Menschen ab 50 Jahren zuzulassen. Die FDA hatte es zunächst abgelehnt, den Zulassungsantrag von Moderna für den Impfstoff zu prüfen, stimmte aber einer Prüfung zu, nachdem Moderna den Antrag geändert hatte. Das Votum des beratenden Ausschusses für den Impfstoff ist nicht bindend, aber die FDA folgt im Allgemeinen solchen Empfehlungen. Eine Entscheidung wird bis Anfang August erwartet. Die Aktie des Unternehmens Moderna, das versucht, über Covid-19-Impfstoffe hinaus zu expandieren, schloss auf dem höchsten Stand seit September 2024. Die Aktie ist in den vergangenen sechs Handelstagen um 39 Prozent gestiegen.

Schweizer Aktien

Verluste bei den defensiven Schwergewichten haben am Donnerstag den schweizerischen Aktienmarkt belastet. Händler sprachen von einer verbesserten Risikoneigung wegen der unterzeichneten Absichtserklärung zur Beendigung des Iran-Kriegs. Diese Entwicklung habe zu Abgaben bei den Schwergewichten Nestlé (-0,2%), Roche (-2,7%) und Novartis (-2,5%) geführt. Nach bestätigtem Zinsniveau in den USA, aber überraschend falkenhaften Verlautbarungen hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihren Leitzins wie erwartet ebenfalls unverändert gelassen. Der SMI verlor 0,4 Prozent auf 13.766 Punkte. Richemont legten um 1,7 Prozent zu, Swatch um 0,5 Prozent. Im Mai hatten sich die heimischen Uhrenexporte nach einem Einbruch stabilisiert. Kühne+Nagel gaben 1,3 Prozent ab - belastet von der Sorge über sinkende Frachtraten nach Ende des Nahost-Kriges. UBS legten nach einem positiven Kommentar von Jefferies um 2,7 Prozent zu. Die Aktien der Idorsia verzeichneten einen Kurssprung um 25,7 Prozent. Das Biopharmaunternehmen hatte zuletzt eine erfolgreiche Umschuldung bekannt gegeben. Schindler (+0,4%) hat das Volumen des laufenden Aktienrückkaufprogramms angehoben. Straumann kletterten um 2,6 Prozent nach plositiven Analysteneinschätzungen.

Internationale Märkte

Europa
Der europäische Aktienmarkt hat am Donnerstag nach volatilem Verlauf mit Aufschlägen geschlossen. Der DAX gewann 0,4 Prozent auf 25.027 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es ebenfalls 0,4 Prozent nach oben. Gut im Markt lagen die Aktien der Fluglinien, Verlierer waren die Rohstoff- und Minenwerte mit der Aussicht auf steigende US-Zinsen. So ging es bei Air France-KLM um 4,6 Prozent und bei Lufthansa um 3,2 Prozent höher. Dagegen verloren BP 2,9 Prozent, Rio Tinto 3 Prozent oder Repsol 2,5 Prozent. Autoaktien wurden weiter gemieden nach der massiven Gewinnwarnung von BMW am Vortag. BMW setzten den Südkurs weiter fort und fielen um 5,3 Prozent, Mercedes-Benz um 5,6 Prozent. Auch Zulieferer standen unter Druck, so ging es für Schaeffler um 8,4 Prozent und Valeo um 4,7 Prozent nach unten. VW gaben um 3,1 Prozent nach. Für die Tesco-Aktie ging es nach Erstquartalszahlen 0,9 Prozent nach unten. Das flächenbereinigte Wachstum von 1,8 Prozent auf dem britischen Heimatmarkt lag laut Bernstein nur am unteren Ende der Spanne der Konsensschätzungen.

USA
Die US-Börsen haben am Donnerstag den Schrecken über überraschend falkenhafte Ausführungen des neuen US-Notenbankgouverneurs Kevin Warsh vom Vorabend überwunden. Der Dow-Jones-Index gewann 0,1 Prozent auf 51.565 Punkte - etwas gebremst von IBM (-5%), S&P-500 und Nasdaq-Composite zogen um 1,0 bzw. 1,9 Prozent an. Intel sprangen um 10,4 Prozent nach oben. Laut US-Präsident Donald Trump hatte der Chiphersteller einen Deal mit Apple gewonnen. Apple stiegen um 0,7 Prozent - der scheidende CEO Tim Cook erklärte, der iPhone-Hersteller müsse die Preise erhöhen, um die steigenden Kosten für Speicherchips auszugleichen. Micron Technology kletterten um 8,7 Prozent auf Rekordhoch. Accenture stürzten um 17,8 Prozent ab, nachdem der Beratungskonzern durchwachsene Dittquartalszahlen vorgelegt hatte. Die Wachstumserwartungen für das Geschäftsjahr wurden gesenkt. Das Unternehmen kündigte ausserdem drei Übernahmen an. Rumble zogen um 1,0 Prozent an, die Video-Plattform ändert ihren Namen und passt ihre Unternehmensstruktur im Zuge einer KI-Neuausrichtung an. Kroger büssten 8,4 Prozent ein, die Supermarktkette verdiente weniger als erwartet. Smith & Wesson Brands schnellten um 17,1 Prozent nach oben. Der Schusswaffenhersteller hatte dank neuer Produkte den Umsatz im vierten Geschäftsquartal um 27 Prozent gesteigert und auch einen höheren Gewinn verzeichnet.

Asien
An den Börsen in Ostasien und Australien dominieren am Freitag negative Vorzeichen. In Tokio sinkt der Nikkei-225-Index um 0,2 Prozent. Der breiter gefasste Topix verliert 1 Prozent. An der Börse in Seoul geht es mit dem Kospi um 0,9 Prozent abwärts. An den chinesischen Börsen wird am Freitag wegen des Drachenbootfests nicht gehandelt.

Obligationen
Am US-Rentenmarkt sank die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen um 1 Basispunkt auf 4,46%. während die Renditen am kürzeren Ende des Marktes zum Teil ins Plus drehten. Gefallene Ölpreise dämpften zunächst die Inflationssorgen und damit auch den Zinserhöhungsdruck auf die Fed. Händler sehen die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die Fed bis September nun bei fast 70 Prozent, gegenüber rund 30 Prozent vor der Sitzung am Vortag, wie aus Daten der CME hervorgeht.

Analyse
Kursziel Straumann: Barclays erhöht auf 120 (115) CHF - Overweight
Kursziel UBS: Jefferies erhöht auf 60 (55) CHF - Buy
Kursziel Swatch: Citigroup erhöht auf 211 (193) CHF - Neutral

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