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Volkswagen vor Abbau von bis zu 100.000 Stellen

Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Mon, 29.06.2026 - 00:00

Thema des Tages

Volkswagen könnte der laufende Abbau von Arbeitsplätzen einem Magazinbericht zufolge signifikant verschärft werden. Weltweit sollen in den nächsten Jahren im Konzern bis zu 100.000 der aktuell etwa 657.000 Stellen wegfallen, berichtet das Manager Magazin unter Berufung auf mit den Plänen von CEO Oliver Blume vertraute Personen. Das entspräche einer Verdopplung des bisherigen Abbauziels. Der tatsächlich geplante Abbau sei noch nicht final beschlossen. Am 9. Juli wolle der Vorstand dem Aufsichtsrat die Pläne, die bis zum Jahr 2030 reichen sollen, vorstellen. Volkswagen wollte die Informationen nicht kommentieren und verwies auf "interne, vertrauliche Unterlagen". Die zu Grunde liegenden Sachverhalte würden in den zuständigen Gremien besprochen und verabschiedet. "Diesem Prozess werden wir nicht vorgreifen", ergänzte ein Sprecher des Autokonzerns. Die Welt habe sich in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt. "In den vergangenen zwölf Monaten hat sich die Entwicklung weiter verschärft." Der Konzernvorstand habe immer wieder betont, dass das aktuelle Geschäftsmodell so nicht mehr für alle Marken funktioniere, so der Sprecher.

Schweizer Aktien

Etwas leichter ist der schweizerische Aktienmarkt am Freitag aus dem Handel gegangen. Der SMI verlor nach seiner jüngsten Rekordjagd 0,4 Prozent auf 14.173 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich elf Kursverlierer und neun -gewinner gegenüber. Umgesetzt wurden 28,32 (zuvor: 21,89) Millionen Aktien. Technologiewerte und Aktien mit KI-Bezug führten die Verlierer an. ABB verbilligten sich um 2,5 Prozent. Der Konzern liefert Infrastruktur für KI-Rechenzentren. Logitech verloren 3,8 Prozent. In der zweiten Reihe ging es für die Aktien des Apple-Zulieferers Ams-Osram um 5,7 Prozent nach unten. Unter den defensiven SMI-Schwergewichten, die am Vortag einen guten Lauf hatten, gaben Nestle um 0,3 Prozent nach. Die beiden Pharmawerte Novartis und Roche schafften jedoch den Dreh ins Plus und gewannen jeweils 0,2 Prozent. Die Aktien der Bank UBS verloren nachrichtenlos 2 Prozent. Die Versicherer Swiss Life, Swiss Re und Zurich hielten sich besser als der Markt und stiegen um bis zu 0,8 Prozent.

Internationale Märkte

Europa
Die europäischen Aktienmärkte haben sich mit Verlusten ins Wochenende verabschiedet - belastet vor allem von Abgaben im Energie- und Technologiesektor. Der DAX reduzierte sich um 1,3 Prozent auf 24.671 Punkte und gab damit die Vortagesgewinne wieder ab. Der Euro-Stoxx-50 verzeichnete ein Minus von 0,7 Prozent auf 6.222 Punkte. Der Energiesektor büsste mit den weiter nachgebenden Ölpreisen 2 Prozent ein. Diese fielen trotz eines Angriffs auf ein Schiff in der Strasse von Hormus weiter. Ein Barrel der Sorte Brent verbilligte sich um 4,1 Prozent auf 72,17 Dollar. Mit Abgaben zeigten sich auch Technologiewerte, der entsprechende Branchenindex verzeichnete ein Minus von 1,3 Prozent. Teilnehmer verwiesen auf die kräftigen Verluste des Sektors in Asien, wo Händler wiederum auf Apple gedeutet hatten — der US-Technologieriese will mit Preiserhöhungen steigende Chipkosten kompensieren. Für Verunsicherung sorgte zudem ein Bericht, wonach OpenAI ihren Börsengang möglicherweise verschieben könnte. Die Aktien von Infineon gaben im DAX um 4,5 Prozent nach. Für die Papiere von Aixtron und Suss Microtec ging es um 1,5 bzw 5,5 Prozent nach unten. In Europa fielen ASML um 1 Prozent und STMicro um 3,8 Prozent. Der Markt sei besorgt über die sprunghaft steigenden Kosten für Speicherchips. Der massive KI-Ausbau entwickele sich zu einem neuen Katalysator für die Inflation, hiess es. Volkswirte sprachen bereits von der zu erwartenden KI-Inflation. Die Auswirkungen dieser Chip-Knappheit seien durch die jüngsten Massnahmen von Apple unterstrichen worden. Evonik legten um 0,4 Prozent zu. Das Unternehmen hatte seine Gewinnerwartungen für 2026 nach einer unerwartet starken Geschäftsentwicklung für das von Lieferengpässen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg geprägten zweiten Quartal angehoben. Der Spezialchemiekonzern profitierte zuletzt davon, dass asiatische Wettbewerber teilweise nicht liefern konnten, weil nach der Sperrung der Strasse von Hormus ihre Rohstoffversorgung beeinträchtigt war.

USA
Mit kleinen Verlusten haben sich die US-Börsen am Freitag aus dem Handel verabschiedet. Überraschend gut ausgefallene Daten zur Verbraucherstimmung in den USA liessen die Kurse ihre zunächst deutlicheren Verluste immerhin verringern: Der von der Universität Michigan ermittelte entsprechende Index ist im Juni dank moderaterer Benzinpreise etwas stärker gestiegen als von Volkswirten erwartet. Der Dow-Jones-Index sank um 0,1 Prozent auf 51.876 Punkte. Der S&P-500 verlor 0,1 Prozent und der Nasdaq-Composite 0,2 Prozent. Mit dem Nasdaq-100 ging es um 1,1 Prozent abwärts. Den 1.741 (Donnerstag: 1.539) Kursgewinnern an der Nyse standen 1.040 (1.208) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 59 (96) Titel. Nachdem Apple am Vortag mit den Preiserhöhungen um gut 6 Prozent abgestürzt waren, erholte sich der Kurs zum Wochenschluss nun um 2,2 Prozent. Die Kurse von Speichertiteln wie Micron Technology und Sandisk gaben um 6,7 bzw. 10,4 Prozent nach, Seagate Technology büssten 12,2 Prozent ein. Händler sprachen von Sorgen, KI-Hyperscaler könnten ihre Ausgaben aufgrund der hohen Kosten für Speichermedien zurückschrauben. Doch dürften auch Gewinnmitnahmen im Spiel sein, nachdem Micron am Vortag mit überraschend guten Zahlen und einem starken Ausblick diesem Marktsegment Auftrieb gegeben hatte. Ebenfalls im Technologiesegment brachen ON Semiconductor um rund 24 Prozent ein. Der Halbleiterkonzern übernimmt Synaptics (-3,7%) für rund 7 Milliarden Dollar in einer rein auf Aktien fussenden Transaktion. Moderna machten einen Satz von 12,6 Prozent. Der Pharmakonzern will sich neben Covid-Impfungen ein weiteres Standbein schaffen und Therapien zur Behandlung von Autoimmunkrankheiten entwickeln.

Asien
Zum Start in die neue Woche lässt sich an den Börsen in Ostasien und Australien keine einheitliche Tendenz erkennen. Auf der einen Seite belasten die teils negativen Vorgaben der US-BörIn Tokio fällt der Nikkei-225-Index um 0,9 Prozent. Der breiter gefasste Topix sinkt um 0,4 Prozent. Die Stimmung wird etwas gedämpft durch die Nachricht, dass China 20 japanische Unternehmen, darunter solche aus der Rüstungsbranche, und Forschungseinrichtungen auf die Exportkontroll-Liste gesetzt hat.

Obligationen
Am US-Anleihemarkt fielen die Renditen zum Wochenschluss, die zehnjährige US-Staatsanleihe gab um 2 Basispunkte nach auf 4,37 Prozent — begünstigt durch niedrigere Ölpreise.

Analyse
UBS senkt Ziel Davide Campari-Milano auf 6,10 (6,70) EUR — Neutral
Bank of America erhöht Ziel STMicroelectronics auf 88 (86) EUR — Buy
Citi nimmt Iberdrola mit Neutral und Ziel 21,10 EUR wieder auf

Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.

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