Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Thu, 02.07.2026 - 00:00
Meta Platforms hat gestern den besten Tag seit Januar erlebt. Grund dafür war ein Bericht von Bloomberg, wonach die Facebook-Muttergesellschaft den Zugang zu KI-Rechenleistung und -Modellen verkaufen will. Diese ähneln den Angeboten von Amazon, Microsoft und Google. Bislang hatte Meta im Eiltempo teure Rechenzentren und weitere Infrastruktur zusammengekauft, um die eigenen KI-Ambitionen zu befeuern. Nun aber baut der Konzern ein Geschäftsfeld auf, das aus überschüssiger Rechenleistung bare Münze machen soll – durch den Verkauf an externe Kunden. Die Meta-Aktie legte am Mittwoch um rund 9 Prozent zu. Das Unternehmen war einer der besten Werte im S&P 500.
Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch erneut nachgegeben. Der SMI verlor 0,6 Prozent auf 14.114 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 11 Kursverlierer und 9 -gewinner gegenüber. Umgesetzt wurden 21,8 (Dienstag: 26,09) Millionen Aktien. Erneut bremsten eher schwach im Markt liegende Index-Schwergewichte den SMI, die zudem als wenig konjunkturzyklisch gelten. Die beiden Pharmawerte Roche und Novartis gaben um bis zu 1,3 Prozent nach, Nestle tendierten knapp behauptet. Mit Swisscom gab eine weitere wenig zyklische Aktie um 2,4 Prozent nach und war das Schlusslicht. ABB verloren 1,6 Prozent. Die Aktie gab damit den Grossteil des Gewinns vom Vortag wieder ab. Richemont kamen nach einer Abstufung durch Santander um 2,1 Prozent zurück. Tagessieger im SMI waren Lonza, die mit einem Plus von 3,1 Prozent an die Gewinne vom Vortag anknüpften. Das Unternehmen hatte am Dienstag die Erweiterung von Produktionskapazitäten mitgeteilt. Am Berichtstag hatte der Auftragsentwickler eine erweiterte strategische Zusammenarbeit mit einem führenden US-Biopharmaunternehmen bekannt gegeben. Der klare Vortagesverlierer Logitech konnte sich um 1,5 Prozent erholen.
Europa
Mit einer uneinheitlichen Tendenz haben sich die europäischen Aktienmärkte zur Wochenmitte gezeigt. Während sich am Makroumfeld wenig geändert hat, war es auch von Seiten der Geopolitik recht ruhig. Der DAX gewann 0,2 Prozent auf 25.040 Punkte und schloss damit wieder über der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Punkten. Dabei profitiert der DAX von einem Kursplus von 6,1 Prozent bei Rheinmetall und 5,1 Prozent bei SAP. Der Euro-Stoxx-50 gab dagegen um 0,7 Prozent nach auf 6.283 Punkte, wegen der Schwäche der Öl- und Gaswerte (-1,6%) sowie dem Energie-Sektor (-2,4%). Auch die meisten anderen Börsenplätze in Europa schlossen knapp im Minus. Der Ölpreis gab leicht nach, der Preis für ein Barrel der Sorte Brent fiel um 2,4 Prozent auf 71,18 Dollar. An den Devisenmärkten reduzierte sich der Euro leicht auf 1,1386 Dollar. Der Goldpreis legte zu und handelte bei 4.085 Dollar. Nach der jüngsten Schwäche zogen Rüstungswerte und die Aktien von Flugzeugbauern wieder an. Während Rheinmetall den Tagesgewinner im DAX stellten, gewannen Renk 5,4 Prozent und Hensoldt 4,6 Prozent. Leonardo in Mailand stiegen um 3,9 Prozent und Thales kletterten in Paris um 2,1 Prozent. Die Financial Times hatte berichtet, hat der Panzerhersteller KNDS Schwierigkeiten habe, Investoren davon zu überzeugen, seinen geplanten Börsengang mit einer Bewertung von mehr als 12 Milliarden Euro zu unterstützen, was die Aussicht auf eine Verzögerung des vielbeachteten Börsengangs erhöht. Zu Beginn dieses Jahres war noch eine Bewertung zwischen 18 und 20 Milliarden Euro diskutiert worden. Für Airbus ging es um 1,9 Prozent nach oben. Die rekordhohen Juni-Auslieferungszahlen dürften die Debatte über eine mögliche Senkung des Ausblicks beenden, erwarten die MWB-Analysten.
USA
Die US-Aktienmärkte haben am Mittwoch leichte Verluste verzeichnet. Die Anleger werteten die Äusserungen des Vorsitzenden der US-Notenbank, Kevin Warsh, aus, um Hinweise auf den künftigen Zinspfad zu erhalten. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 13,96 Punkte oder 0,03 Prozent auf 52.305,24 Zähler. Der S&P 500 gab um 16,13 Punkte oder 0,22 Prozent auf 7.483,23 Punkte nach, während der Nasdaq Composite 173,69 Punkte oder 0,66 Prozent auf 26.040,03 Punkte verlor. Nach vorläufigen Daten gab es an der NYSE 1.555 Kursgewinner und 1.203 Kursverlierer. Die Aktie von Alcoa fiel um 8,9 Prozent, nachdem der Aluminiumhersteller mitgeteilt hatte, dass er bis zu 5,6 Milliarden US-Dollar für Bauxit-, Tonerde- und Aluminium-Anlagen von der australischen South32 zahlen werde. Der Deal kommt zu einer Zeit, in der die Aluminiumpreise um 18 Prozent von ihren Rekordhochs gefallen sind. Diese wurden erreicht, als Kämpfe im Persischen Golf die Schmelzereien der Region von den globalen Märkten abschnitten. Die Aktien von Getty Images und Shutterstock fielen beide. Getty hatte mitgeteilt, eine Fusion beenden zu wollen, nachdem eine britische Kartellbehörde erklärt hatte, Shutterstock müsse sein redaktionelles Geschäft verkaufen.
Asien
Erneut uneinheitlich tendieren die Börsen in Ostasien und Australien am Donnerstag. In Seoul sackt der Kospi um 5 Prozent ab. Kräftige Verluste der Chiphersteller Samsung Electronics (-6,8%) und SK Hynix (-8,6%) ziehen den Index in die Tiefe. Dagegen legen im Rüstungssektor Hanwha Ocean um 3,1 Prozent zu.
Obligationen
Die Renditen von US-Staatsanleihen sind zur Wochenmitte gestiegen. Die Rendite der 10-jährigen Anleihe erhöhte sich um 0,054 Prozentpunkte auf 4,474 Prozent.
Analyse
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