Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Mon, 06.07.2026 - 00:00
Der Stopp des F126-Fregattenprogramm durch die deutsche Bundesregierung trifft auch den französischen Thales-Konzern. Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern teilte mit, er müsse in der ersten Jahreshälfte eine ausserordentliche und weitgehend nicht zahlungswirksame Belastung von rund 450 Millionen Euro verbuchen. Diese Belastung entspreche den bereits bezahlten Kosten für das Projekt und werde den Nettogewinn in der ersten Jahreshälfte um etwa 350 Millionen Euro schmälern. Die niederländische Werft Damen Schelde Naval Shipbuilding (DSNS) war zunächst der Hauptauftragnehmer gewesen, und Thales einer der Subaunternehmer. Der Konzern kündigte an, eine Entschädigung für die im Rahmen des Projekts geleistete Arbeit einzufordern. Trotz des Ergebnisbelastung erklärte Thales, dass sein Rüstungsgeschäft weiterhin von einer positiven Dynamik profitiere, und hob seine Ziele für den Auftragseingang und die Cash-Generierung im Jahr 2026 an. Der Konzern erwartet nun ein Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz (book-to-bill ratio) von über 1,1 statt über 1,0 sowie eine Cash-Conversion-Rate zwischen 100 und 110 Prozent. Hier lag die Prognose bisher bei 95 bis 100 Prozent.
Der schweizerische Aktienmarkt hat den letzten Handelstag der Woche mit einem kleinen Plus beendet. Der SMI markierte im Verlauf bei 14.427 Punkten erneut ein Rekordhoch. Der SMI verbesserte sich um 0,5 Prozent auf 14.424 Punkte und schloss damit nur knapp unter seinem Tageshoch. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 14 Kursgewinner und 6 -verlierer gegenüber. Umgesetzt wurden 17,76 (zuvor: 27,16) Millionen Aktien. Unternehmensmeldungen waren zum Wochenausklang dünn gesät. Für die Aktien von Logitech ging es mit der Erholung des europäischen Technologie-Sektors um 1,4 Prozent nach oben. Auslöser waren deutliche Kursgewinne der südkoreanischen Chiphersteller Samsung Electronics und SK Hynix, die sich damit aber lediglich von den kräftigen Verlusten am Donnerstag erholten. Die Aktien der Index-Schwergewichte zeigten sich mit einer uneinheitlichen Tendenz. Während die Titel von Nestle um 0,1 Prozent zulegten, gaben die Papiere von Roche (-0,3%) und Novartis (-0,1%) leicht nach. Die Aktien von Julius Bär verbesserten sich um 1,6 Prozent. Peter Burrill wird neuer Chief Financial Officer der Julius Bär Gruppe.
Europa
Mit Aufschlägen haben die europäischen Aktienmärkte zum Wochenausklang den Handel beendet. Dabei wurden im Verlauf neue Allzeithochs markiert. Auch ohne die Unterstützung der Wall Street, die zum Wochenschluss wegen des vorgezogenen Unabhängigkeits-Feiertages geschlossen blieb, hielt damit das Aufwärtsmomentum an. Das Sentiment wurde dabei weiter gestützt durch das am Vortag vorgelegte Reformpaket der Bundesregierung. Der DAX kletterte um 0,8 Prozent auf 25.779 Punkte, das Rekordhoch liegt nun bei 25.827 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 verbesserte sich ebenfalls um 0,8 Prozent auf 6.413 Punkte und hat bei 6.420 Punkten neue Höchststände markiert. Mit dem schwächeren US-Arbeitsmarkt am Vortag wurden die Zinserhöhungserwartungen in den USA etwas zurückgeschraubt, was den weiter Goldpreis beflügelte, das Edelmetall gewann 1,0 Prozent auf 4.164 Dollar. Der Euro handelte bei 1,1435 Dollar. Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent stagnierte knapp unter der Marke von 72 Dollar. Die Wiedereröffnung der Strasse von Hormus hat das Risiko eines vollständigen Lieferausfalls von verflüssigtem Erdgas (LNG) auf dem Weltmarkt verringert. Die LNG-Schifffahrtsströme erholten sich jedoch viel langsamer als bei Rohöl, was die Exportkapazitäten voraussichtlich bis weit in das dritte Quartal hinein einschränken werde, sagte Daniel Hynes, Senior Commodity Strategist bei ANZ. Zusammen mit Technologieaktien (+1,8%) führten Versorgertitel (+1,3%) die Gewinnerliste in Europa an. Stützend dürfte eine Studie von Morgan Stanley gewirkt haben. Obwohl europäische Versorger seit Jahresbeginn den Markt um 7 Prozent übertroffen haben, bleibe die relative Bewertung moderat, so die Analysten. Ein Blick auf die Positionierungen zeige, dass viele Fonds weiterhin untergewichtet seien. Eon gewannen 4,4 Prozent, RWE 1,7 Prozent, Engie 2,1 Prozent oder Iberdrola 1,3 Prozent. Mit Abgaben von 1,5 Prozent zeigten sich SAP im DAX. Die Skepsis der Anleger bleibt gross. Wie JP Morgan in einer aktuellen Studie anmerkte, seien signifikante Investitionen nötig, um sicherzustellen, dass der Software-Hersteller auch in Zukunft wettbewerbsfähig sei. SAP dürfte sich durch Übernahmen stärken, was einen geringeren Margenzuwachs zur Folge haben werde. Die Mitteilung von Rheinmetall (-1,9%) zu den "möglichen Auswirkungen des Baustopps von sechs F126-Fregatten" auf den Umsatz überraschte nicht, hiess es im Handel. Vielmehr hatte die Aktie bereits vor Tagen auf die originäre Meldung stark reagiert. Die Analysten von JP Morgan haben die Gewinnschätzungen für Rheinmetall gesenkt und nannten drei Gründe: Erstens vollzögen sich Veränderungen in der Verteidigungstechnologie weitaus schneller als erwartet. Zweitens lasse sich die Bundesregierung bei der Auftragsvergabe mehr Zeit als gedacht; und drittens nehmen die Analysten eine vorsichtigere Haltung bezüglich der Umsetzungsrisiken und Margen ein. Als Reaktion auf die niedrigeren Gewinnschätzungen haben sie das Kursziel für Dezember 2027 um 10 Prozent auf 1.350 Euro gesenkt.
USA
In den USA blieben die Finanzmärkte am vergangenen Freitag wegen des Unabhängigkeitstags am 4. Juli geschlossen.
Asien
Die Börsen in Ostasien zeigen sich am Montag ohne klare Richtung. In Seoul fällt der in den vergangenen Wochen sehr volatile, weil technologielastige Kospi um 0,4 Prozent. Damit zeigt er sich von seinem deutlich niedrigeren Tagestief fast völlig erholt, er hatte schon über 3 Prozent zurückgelegen. In Tokio geht es für den Topix dagegen um 0,6 Prozent nach oben und in Hongkong für den HSI um 0,8 Prozent, Shanghai tendiert gut behauptet, Sydney knapp behauptet.
Obligationen
Am Anleihemarkt stiegen am Freitag die Zinssätze für deutsche Anleihen (2,93 % gegenüber 2,90 % am Vortag) und französische Anleihen (3,72 % gegenüber knapp 3,71 %) leicht an.
Analyse
Jefferies erhöht Sika-Ziel auf 201 (181) CHF — Buy
Equita senkt Stellantis-Ziel um 15% auf 6,40 EUR — Hold
Morgan Stanley senkt Repsol auf Equalweight (Overweight) — Ziel 24 (28) EUR
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