Von Ludovica SCOTTO DI PERTA
Veröffentlicht am Fri, 10.07.2026 - 00:00
Verbraucher kaufen weniger Snacks, da sie mehr an der Zapfsäule bezahlen. PepsiCo-Chef Ramon Laguarta sagte, der Iran-Krieg habe im letzten Quartal einen erheblichen Einfluss auf das Geschäft gehabt. Dies habe zu einer Verlangsamung bei der Umwandlung von Kundenfrequenz in Käufe geführt. "Wird sich das in den kommenden Monaten ändern? Das hängt alles vom Benzinpreis ab", sagte er in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Dennoch teilte der Lebensmittel- und Getränkekonzern mit, dass der Umsatz im zweiten Geschäftsquartal um 6,4 Prozent auf 24,18 Milliarden US-Dollar gestiegen sei und damit die Prognosen der Wall Street übertroffen habe. Auf organischer Basis sei der Umsatz um 2,4 Prozent gewachsen. Das Wachstum stammte hauptsächlich aus dem internationalen Geschäft von PepsiCo, wo sich die Verkäufe in den Entwicklungs- und Schwellenländern beschleunigten. Dieser Anstieg half, die anhaltende Schwäche im nordamerikanischen Geschäft auszugleichen.
Der schweizerische Aktienmarkt hat am Donnerstag einen Teil der Vortagesverluste wieder aufgeholt. Der SMI gewann 0,3 Prozent auf 14.215 Punkte und schloss damit in der Nähe seines Tageshochs. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 12 Kursgewinner und 8 -verlierer gegenüber. Umgesetzt wurden 20,53 (zuvor: 22,31) Millionen Aktien. Bei den Einzelwerten verloren Novartis und Nestle 1,3 bzw. 1,0 Prozent. Dagegen legten Roche um 0,2 Prozent zu. Für die Aktien von Barry Callebaut ging es um 4,1 Prozent nach unten. Beim schweizerischen Schokoladenhersteller sah es durchwachsen aus: Die vorausgegangene Explosion der Schokoladenpreise hat den Absatz auf Jahressicht deutlich fallen lassen. Ein Lichtblick war aber das jüngste Quartal mit einer leichten Erholung. Die Aktien von Comet Holding sprangen um 11,7 Prozent nach oben. Die Bank of America hat die Einstufung auf "Buy" von zuvor "Underweight" angehoben. Der Umsatz von Comet Holding dürfte bis 2028 stark wachsen, da der Konzern vom Ausbau der Fertigungskapazitäten für Speicherchips profitiere, so die Analysten. Das Unternehmen stellt Komponenten für die Herstellung von Speicherchips her. Da Unternehmen auf die KI-getriebene Nachfrage reagierten und neue Fabriken für Speicherchips entwickelten, werde Comet angesichts seiner grossen Kapazität zur Bewältigung neuer Aufträge profitieren, so die Analysten weiter.
Europa
Mit Gewinnen haben die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag den Handel beendet. Nach dem Kursrutsch am Vortag kam es zu einer leichten Erholung. Der DAX erhöhte sich um 0,9 Prozent auf 25.118 Punkte und holte damit knapp die Hälfte seiner Vortagesverluste wieder auf. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 1,3 Prozent auf 6.284 Punkte. Hier führten die Technologie-Werte mit einem Plus von 2,7 Prozent die Gewinnerliste an, angetrieben von den kräftigen Gewinnen der Tech-Werte an der Wall Street. Im Fokus des Marktes standen Volkswagen (-1,2%) mit ihrer Aufsichtsratssitzung. Der Konzern plant weitreichende Sparmassnahmen. Die Aktien von Astrazeneca verloren 6,2 Prozent. Das Medikament Wainua gegen Herzerkrankungen konnte keine erhöhte Wirksamkeit gegenüber einem Placebo nachweisen. Die zusätzliche Gabe von Wainua brachte laut Astrazeneca keinen statistisch signifikanten Nutzen. Weit über 40 Prozent des Umsatzes hingen aktuell an Krebsmitteln, hiess es. Diese Strategie sei zwar wegen eines Medikaments noch lange nicht gescheitert, werde nun aber definitiv verzögert.
USA
Die US-Aktien sind gestiegen, da die Befürchtungen über eine Rückkehr zu einem umfassenden Krieg im Iran nachliessen, was die Ölpreise sinken liess und die Inflationserwartungen dämpfte. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 139,02 Punkte oder 0,27 Prozent auf 52.487,41 Punkte. Der breit gefasste S&P 500 stieg heute um 60,93 Punkte oder 0,81 Prozent auf 7.543,64 Punkte. Der technologielastige Nasdaq Composite legte um 336,24 Punkte oder 1,3 Prozent auf 26.206,89 Punkte zu. Als ein Zeichen dafür, dass die Anleger wieder mehr Risiken eingingen, stieg die Aktie von Halbleiterherstellern wieder. Broadcom baute seine Gewinne im Zusammenhang mit einem neuen Liefervertrag mit Apple aus. Die Befürchtungen, dass eine Blase bei der Chip-Aktie platzen könnte, wurden durch Berichte über eine robuste Nachfrage nach den neuen American Depositary Receipts von SK Hynix zerstreut. Der Aktienverkauf des südkoreanischen Chipherstellers für eine Notierung an der US-Börse war siebenfach überzeichnet. Ein Ausverkauf bei der Chip-Aktie diese Woche wurde durch ein anderes südkoreanisches Unternehmen, Samsung Electronics, ausgelöst. Die Ergebnisse von Samsung konnten die himmelhohen Erwartungen nicht erfüllen. Unterdessen stiegen die Verkäufe bestehender Eigenheime im Juni im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent auf eine saisonbereinigte Jahresrate von 4,09 Millionen verkauften Häusern, wie die National Association of Realtors mitteilte. Im Gesundheitswesen stürzte die Aktie des britischen Arzneimittelherstellers AstraZeneca und seines Partners Ionis Pharmaceuticals ab, nachdem ihr gemeinsam entwickeltes Produkt Wainua in einer klinischen Spätphasenstudie für Herzerkrankungen keine signifikante Verbesserung der Patientenergebnisse erbracht hatte. Die Aktie von AstraZeneca fiel um 10,83 Dollar oder 5,7 Prozent auf 178,49 Dollar.
Asien
Die asiatischen Börsen legen zum Wochenschluss zu, teils auch sehr stark. Angeführt wird die Erholung von Technologie- und Halbleiterwerten. Die jüngste Eskalation im Nahen Osten werde weitgehend ausgeblendet, zumal sich die Lage dort offenbar wieder etwas beruhigt habe, heisst es.
Obligationen
Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe fiel am Donnerstag um 0,030 Prozentpunkte auf 4,539 Prozent. Die Rendite der zweijährigen Staatsanleihe sank um 0,039 Prozentpunkte auf 4,162 Prozent.
Analyse
JPMorgan senkt Ziel Air Liquide auf 160 (175) EUR — Neutral
Bank of America erhöht HSBC-Ziel auf 1.650 (1.600) GBp — Buy
Bank of America erhöht Barclays-Ziel auf 615 (600) GBp — Buy
Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.