Morning News

Docmorris mit kräftigem Wachstum bei verschreibungspflichtigen Arzneien

Von Ludovica SCOTTO DI PERTA
Veröffentlicht am Wed, 15.07.2026 - 00:00

Thema des Tages

Docmorris hat sein Wachstum im zweiten Quartal beschleunigt. Die Schweizer Online-Apotheke profitierte von einem starken Umsatzanstieg im Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten in Deutschland. Der Konzern bestätigte sein EBITDA-Ziel für das Gesamtjahr. Der Aussenumsatz stieg um 15 Prozent auf 310 Millionen Franken. Im deutschen Markt betrug das Wachstum ebenfalls 15 Prozent auf 292 Millionen Franken. Dabei legte das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten (Rx) um 46 Prozent auf knapp 80 Millionen Franken zu. Mit nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten (Non-Rx) erzielte Docmorris in Deutschland einen Umsatz von 212 Millionen Franken, ein Plus von 6,7 Prozent zum Vorjahr. Im ersten Halbjahr legte der Aussenumsatz auf Konzernebene um 12,5 Prozent auf 628 Millionen Franken zu. Docmorris hatte Ende Juni angekündigt, seine Kosten durch Kürzungen in der Belegschaft und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bis Ende 2027 um mindestens 15 Millionen Franken jährlich zu reduzieren. Konzernweit sollen dazu rund 100 Vollzeitstellen wegfallen. Die Auswirkungen es Programms und die vollständigen Zahlen für da zweite Quartal wird Docmorris am 19. August veröffentlichen.

Schweizer Aktien

Am Dienstag verlor der SMI 0,2 Prozent auf 14.242 Punkte. Unter den als defensiv geltenden Titeln gewannen Swisscom 0,1 Prozent. Indexschwergewicht Nestlé ging 0,3 Prozent niedriger aus dem Handel. Pharmawerte wurden verkauft. Novartis und Roche verbilligten sich um 1,7 und 1,1 Prozent. Alcon und Lonza verloren 3 und 1,1 Prozent. Auf der Gewinnerseite fanden sich ABB, die nachrichtenlos um 2 Prozent zulegten. Auch die Aktien der UBS (+3,7%) waren gefragt. Am Dienstag hatten fünf grosse US-Banken Geschäftszahlen vorgelegt und dabei kräftige Gewinnsteigerungen vermeldet. Kühne + Nagel gaben anfängliche Gewinne ab und sanken um 0,1 Prozent. Der Logistiker hatte am Vortag von der Schliessung der Strasse von Hormus profitiert, die höhere Frachtraten auf Ausweichrouten mit sich bringen könnte.

Internationale Märkte

Europa
Gut behauptet nach einem nervösen Geschäft haben sich Europas Börsen am Dienstag aus dem Handel verabschiedet. Der DAX erholte sich um 0,1 Prozent auf 25.147 Punkte, der Euro-Stoxx-50 um 0,2 Prozent auf 6.280 Zähler. Der Anstieg des Ölpreises befeuerte die Aktien der Öl-Multis gegen den Markt. BP stiegen um 2,3 Prozent, wobei hier zusätzlich ein Zwischenbericht positiv aufgenommen wurde. BP will sich künftig noch stärker auf das Ölgeschäft konzentrieren und trieb den Schuldenabbau voran. Auch Shell, Totalenergies und Eni legten bis zu 1,2 Prozent zu. In Paris fielen die Aktien von Ubisoft um 7 Prozent. Der Computerspiele-Hersteller wies im Geschäftsbericht einen Verlust von 1,3 Milliarden Euro aus. Die Aktien von Ericsson brachen sogar rund13 Prozent ein. "Die eigenen Zahlen wurden in Kombination mit den enttäuschenden Aussagen aus dem Infrastruktur-Bereich bei IBM gesehen", sagte ein Händler. Zwar waren beide Unternehmen rein technisch in anderen Schichten im Netzwerkgeschäft aktiv, konnten aber durch übergeordnete Projekte verbunden werden. Nun meldete IBM einen Rückgang bei der Infrastruktur um 7 Prozent, was nachlassende Ausgabenfreude auf Kundenseite zeigte. Die IBM-Aktien stürzten sogar um 25 Prozent ab. SAP verloren 2,8 Prozent nach den schlechten Vorlagen der Software-Sparte von IBM.

USA
Die US-Börsen legen am Dienstag im Verlauf leicht zu, nachdem Inflationsdaten überraschend günstig ausgefallen sind und Zinserhöhungssorgen lindern. Der Dow-Jones-Index sinkt gegen Mittag (Ortszeit New York) um 0,2 Prozent auf 52.375 Punkte, belastet vom Kurseinbruch der IBM-Aktie. Der S&P-500 klettert um 0,2 Prozent. Der Nasdaq-Composite legt um 0,7 Prozent zu, allerdings hatten die Nasdaq-Indizes am Montag deutlich stärker nachgegeben. IBM stürzen derweil um 25 Prozent ab, nachdem das Unternehmen enttäuschende vorläufige Zahlen zum zweiten Quartal veröffentlicht hat. Die Bilanzsaison erlebt derweil ihren ersten Höhepunkt mit den Zweitquartalszahlen von Bank of America, JP Morgan Chase (JPM), Wells Fargo, Goldman Sachs und Citigroup. Die Bank of America hat bei rekordhohen Einnahmen den Gewinn um 27 Prozent gesteigert. Die Aktie steigt um 1,7 Prozent. Rekordgewinne vermeldeten auch Goldman Sachs (+7,3%), JP Morgan (+1,7%) und Wells Fargo (-2,8%). Und auch die Citigroup (-4,4%) hat ihren Gewinn kräftig gesteigert. Allerdings warnte Jamie Dimon, CEO von JPM, im Kommentar der Bank zum Quartalsausweis davor, dass sich Verwerfungen für die US-Wirtschaft abzeichneten, bedingt durch die hartnäckig hohe Inflation, geopolitische Spannungen, globale Haushaltsdefizite und die stark gestiegenen Kurse an den Finanzmärkten. Auch der CEO von Wells Fargo, Charlie Scharf, warnte, dass die aktuell günstige Wirtschaftslage nicht ewig fortbestehen werde. Marktteilnehmer vermuten überdies "Sell on News" hinter den negativen Reaktionen der Bankenaktien. Biogen sacken um 9 Prozent ab. Eine Studie zu einem Alzheimer-Medikament des Unternehmens hat nicht den erhofften Erfolg gebracht.

Asien
Im Sog positiver Vorgaben geht es am Mittwoch an den Aktienmärkten in Ostasien nach oben. Favorisiert werden Aktien aus dem Technologiesegment. An der stark technologielastigen Börse in Seoul sorgt das für ein regelrechtes Kursfeuerwerk. Der seit Wochen massive Tagesbewegungen in beide Richtungen zeigende Kospi schiesst um knapp 8 Prozent nach oben. Die beiden Indexschwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix gewinnen 7,9 bzw. 13,2 Prozent. In den USA waren die dort seit kurzem gelisteten ADR von Hynix deutlich gestiegen. Hanmi Semiconductor machen sogar einen Satz um rund 28 Prozent. In Tokio legt der Topix um 0,8 Prozent zu, die Halbleiteraktien Advantest, Renesas und Tokyo Electron gewinnen bis zu 5,4 Prozent. Während der HSI in Hongkong um 1,5 Prozent anzieht, unter anderem mit Kursgewinnen von je über 3 Prozent bei Alibaba und Tencent, gibt der Shanghai-Composite minimal nach vor dem Hintergrund eher mauer Konjunkturdaten.

Obligationen
Am US-Rentenmarkt sank die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen um 2 Basispunkte auf 4,59 Prozent. Niedriger als erwartet ausgefallene Inflationsdaten hatten an der Wall Street Zinserhöhungsspekulationen gedämpft.

Analyse
Berenberg erhöht Ems-Chemie auf 630 (565) CHF - Sell
Kursziel Dätwyler: Kepler Cheuvreux senkt auf 185 (195) CHF - Buy
Kursziel Amrize: Kepler Cheuvreux senkt auf 48,50 (50,50) CHF - Buy
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