Von Stefano GIANTI
Veröffentlicht am Wed, 05.08.2026 - 00:00
Elon Musk hat am Dienstag ehrgeizige Ziele für SpaceX skizziert, darunter die Einrichtung von Rechenzentren im Weltraum im Jahr 2027 und das Erreichen eines Umsatzes von 1 Billion US-Dollar. Dies geschah im Rahmen seiner ersten Ansprache an die Investoren seit dem Börsengang des Unternehmens. Die Äusserungen des milliardenschweren Unternehmers und SpaceX-Chefs folgten auf einen Ergebnisbericht, der ein starkes Umsatzwachstum in seinen drei Geschäftsbereichen Raumfahrt, Konnektivität und Künstliche Intelligenz (KI) auswies. Der Umsatz des weltweit grössten Raketenbauers und Satelliteninternet-Anbieters belief sich im zweiten Quartal auf insgesamt 7,8 Milliarden Dollar, ein Anstieg von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Und obwohl das Unternehmen im letzten Berichtszeitraum geringere Verluste auswies, belasteten hohe Investitionsausgaben das operative Geschäft. Die Investitionsausgaben erreichten im Quartal 18,4 Milliarden Dollar, nach 2,8 Milliarden Dollar im Vorjahr. Die SpaceX-Aktie schloss am Dienstag mehr als 9 Prozent im Plus. Nach der Veröffentlichung des Berichts und der Telefonkonferenz gab die Aktie im nachbörslichen US-Handel jedoch um mehr als 8 Prozent nach.
Starke US-Vorgaben haben dem schweizerischen Aktienmarkt am Dienstag Auftrieb gegeben. Der SMI gewann 0,6 Prozent auf 14.463 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 14 Kursgewinner und fünf -verlierer gegenüber, unverändert schloss eine Aktie. Umgesetzt wurden 21,98 (zuvor: 19,78) Millionen Aktien. In der Schweiz waren Konjunkturzykliker gesucht. Sie profitierten von den sinkenden Ölpreisen. ABB, Holcim, Amrize, Sika und Geberit verbesserten sich um bis zu 2 Prozent. Partners Group setzten den Anstieg des Vortags fort und gewannen weitere 3,3 Prozent. Die Aktie des Vermögensverwalters hat in diesem Jahr allerdings schon kräftig Federn gelassen und entsprechend Nachholbedarf. Die Aktien der UBS rückten um 2 Prozent vor. Versicherer blieben hinter dem breiten Markt zurück. Swiss Life gewannen zwar 0,5 Prozent. Swiss Re und Zurich verloren jedoch 0,3 und 1 Prozent. Unter den Nebenwerten gewannen Ams-Osram nach Vorlage von überzeugenden Geschäftszahlen 3,4 Prozent.
Europa
Weiter aufwärts ist es am Dienstag an Europas Börsen gegangen. "Die Hausse nährt die Hausse", hiess es im Handel. Hauptrisiko für die Börsen sei jede neuerliche Eskalation im Nahen Osten. Der DAX stieg um 0,8 Prozent auf 26.202 Punkte, bei 26.267 wurde ein neues Rekordhoch gesetzt. Laut Charttechnikern hat der Index Potenzial bis 27.000 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 gewann 0,9 Prozent auf 6.487 Zähler. Zalando brachen um 13,4 Prozent ein. Die Zweitquartalszahlen hatten die Markterwartungen verfehlt, der Ausblick wurde leicht nach unten angepasst. Das GMV- und Umsatzwachstum sollte nun in der unteren Hälfte der Spanne von 12 bis 17 Prozent liegen, das bereinigte EBIT wurde in der bisherigen Spanne präzisiert. Nach einer Kursrally von 50 Prozent reichte der Bericht bei weitem nicht aus, hiess es im Handel. Für FMC-Aktien ging es 7,6 Prozent nach unten trotz besserer Geschäftszahlen. Die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 wurde nur bestätigt: Das Umsatzwachstum auf währungsbereinigter Basis sollte weitgehend stagnieren, während der Konsens laut JP Morgan von einem Plus von 1,1 Prozent ausging.
USA
Die US-Aktienmärkte legten am Dienstag kräftig zu und der Ölpreis fiel stark, nachdem Finanzminister Scott Bessent erklärt hatte, dass die USA "heute oder morgen" ein Abkommen mit dem Iran zur Wiedereröffnung der Strasse von Hormus erzielen könnten. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 907,47 Punkte oder 1,71 Prozent auf 54.085,88 Zähler, ein neues Allzeithoch. Der S&P 500 legte um 136,02 Punkte oder 1,79 Prozent auf einen Rekordstand von 7.736,52 zu, während der Nasdaq Composite um 671,10 Punkte oder 2,59 Prozent auf 26.584,99 vorrückte. Nach vorläufigen Daten gab es an der NYSE 1.848 Kursgewinner und 898 Die Aktie von Palantir stieg um fast 30 Prozent, nachdem das Datenanalyseunternehmen mitgeteilt hatte, dass sich sein Quartalsumsatz fast verdoppelt habe, und seinen Ausblick anhob. CEO Alex Karp bezeichnete die Ergebnisse als "überirdisch" und sagte: "Die Nachfrage nach KI-Souveränität ist jetzt entfesselt worden." Trotz der Tagesgewinne notiert die Aktie von Palantir seit Jahresbeginn immer noch rund 8 Prozent im Minus, nach einer langen Phase der Sorge unter Anlegern, dass neuere KI-Technologie das Unternehmen überflüssig machen könnte. Die Aktie von Caterpillar gewann 5,6 Prozent und trug damit allein mehrere hundert Punkte zum Dow Industrials bei. Zuvor hatte der Baumaschinenhersteller einen Anstieg der Bauumsätze um 35 Prozent gemeldet und mitgeteilt, dass die Nachfrage von Rechenzentrumskunden nach Generatoren zu einem Anstieg von 17 Prozent in seinem Energie- und Antriebsgeschäft geführt habe. Die Aktie von Wayfair schoss um 30 Prozent in die Höhe, nachdem das US-Möbelgeschäft das beste zweite Quartal seit 2020 verzeichnete und damit nach Jahren der Flaute Anzeichen einer Erholung bot. Die Aktie von Boeing legte um 1,6 Prozent zu, nachdem die 737 MAX 7, das kleinste Flugzeug der Schmalrumpffamilie, nach jahrelangen Verzögerungen infolge zweier tödlicher Abstürze einer grössseren Variante endlich die FAA-Zertifizierung erhalten hatte. Die Aktie von Spotify fiel um 1,7 Prozent, obwohl das Unternehmen sieben Millionen neue Premium-Abonnenten hinzugewann und Rekord-Bruttomargen meldete, da steigende Ausgaben für Marketing und KI-Funktionen die Ergebnisse belasteten.
Asien
Mit teils kräftigen Aufschlägen zeigen sich die asiatischen Aktienmärkte zur Wochenmitte. Besonders deutlich fällt das Plus an der Börse in Seoul aus, wo es für den Kospi um 4,4 Prozent nach oben geht.
Obligationen
Die Renditen von US-Staatsanleihen gaben am Dienstag nach. Die Rendite der 10-jährigen Anleihe fiel um 0,059 Prozentpunkte auf 4,625 Prozent.
Analyse
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